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Airpool sorgt für die gute Luft beim Reisestart

Der Dammer Lüftungsanlagenspezialist Airpool hat an einem neuen Terminal auf dem Hamburger Flughafen mitgewirkt. Die Monteure arbeiteten unter ungewöhnlichen Umständen.

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Auf dem Vorfeld 2 des Hamburger Flughafens entsteht zurzeit ein neues Terminal: Der Dammer Lüftungstechnik-Spezialist „airpool“ war für die Planung und Bauausführung der umweltfreundliche Belüftungsanlage zuständig. Grafik: Hamburg Airport

Auf dem Vorfeld 2 des Hamburger Flughafens entsteht zurzeit ein neues Terminal: Der Dammer Lüftungstechnik-Spezialist „airpool“ war für die Planung und Bauausführung der umweltfreundliche Belüftungsanlage zuständig. Grafik: Hamburg Airport

Im Hamburger Flughafen "Helmut Schmidt" steckt jetzt auch ein gutes Stück Dammer Planungs- und Arbeitsleistung: Etwa ein Jahr hat das Team des heimischen Lüftungstechnikspezialisten "airpool" einen Millionenauftrag des Airports abgearbeitet: Die Ausstattung des Neubaus eines Terminals mit moderner Lüftungstechnik. Rund 30 Millionen Euro hat die Hamburger Flughafen GmbH in das Einzelgebäude investiert, in dem die Passagiere bald über sogenannte "Wiwo-Gates" (walk in, walk out) ihre Flieger erreichen. Zum Terminal werden die Passagiere mit dem Bus gebracht, danach geht es über den Check-in zu Fuß zum Flugzeug. War ursprünglich geplant, diese Gates (Tore) nur als "Shuttle" und so lange zu betreiben, bis die im gesamten Flughafenbereich geplanten Bauarbeiten abgewickelt sind, sieht es jetzt so aus, als würden diese zu einer dauerhaften Lösung.

Am Flughafen wird weiter gebaut

Mitte Mai war für Airpool zunächst einmal Schluss in Hamburg. "Nach dem Einbau der gesamten Lüftungstechnik folgt jetzt bald aber der nächste Auftrag: die dauerhafte Wartung der Anlagen", erklärt Projektleiter Ingo Albers. Airpool wird also noch weiter auf dem Flughafen präsent sein. Vielleicht folgen noch weitere Aufträge, hofft die Inhaberfamilie mit Theodor und Gudrun Arkenberg sowie dem künftigen Betriebsnachfolger Niklas Arkenberg. Am Flughafen, der laut eigenen Angaben Gesamtinvestitionen von 384 Millionen Euro plant, wird weiter gebaut. Am sogenannten Pier Süd sollen noch fünf neue Flugzeugabfertigungen mitsamt Fluggastbrücken entstehen. "Da wird natürlich auch wieder Lüftungstechnik benötigt", schmunzelt Theodor Arkenberg.

In der Rückschau beschreibt Albers die Bauarbeiten auf einem Flugplatz als etwas Besonderes und „von besonderen Schwierigkeitsfaktoren geprägt“. Die Baustelle befand sich direkt in der Einflugschneise. Konnte man zunächst im Inneren des neuen Gebäudes weitgehend isoliert vom regulären Flughafenbetrieb arbeiten, und dabei mehrere Kilometer Lüftungsleitungen und die dazugehörige Technik einbauen, war das spätestens mit der Installation der beiden Lüftungsgeräte auf dem Dach des Terminals vorbei.

Das Material für die Lüftungsgeräte schwebt auf dem Dach ein. Foto: AirpoolDas Material für die Lüftungsgeräte schwebt auf dem Dach ein. Foto: Airpool

Die Geräte, die eine Gesamtluftleistung von 135.000 Kubikmeter in der Stunde erbringen, sind jeweils 11,5 Meter lang, 4,7 Meter breit und 4,6 Meter hoch. Insgesamt 29 Tonnen Gewicht mussten per Kran auf das Dach gehievt werden. "Bei den Arbeiten mit dem Kran hatte uns das Towerpersonal fest im Blick, und wir waren über Sprechfunk in ständigem Kontakt. Weil wir nah an den einfliegenden Flugzeugen agierten, durften wir den Kran natürlich nur dann einsetzen, wenn der Tower sein ok gab“, erzählt Albers. „Das war alles schon hoch spannend".

Auch für die Monteure war das Arbeiten auf dem Flughafen alles andere als gewöhnlich. Um überhaupt auf dem Gelände arbeiten zu dürfen, benötigten diese eine Genehmigung. Diese gab es allerdings nur, wenn zuvor eine mehrwöchige Ausbildung zum "Flughafen-Betriebsführer" mit Abschlussprüfung absolviert wurde. Dafür gab es dann den "Betriebsführerschein mit Vorfeldberechtigung" – ein Papier, dass auch später noch, bei den nun folgenden Wartungsarbeiten, benötigt wird, um Zutritt zu der installierten Lüftungsanlage zu erhalten.

Airpool-Projektleiter Ingo Albers. Foto: AirpoolAirpool-Projektleiter Ingo Albers. Foto: Airpool

"Eine Herausforderung war zudem die Logistik", berichtet Albers weiter. "Jede unserer Materialanlieferungen hatten wir anzumelden. Dabei waren der Name des Fahrers des Lieferfahrzeuges und das Kennzeichen anzugeben. Und wehe, da stimmte was nicht …"

In Hamburg hat Airpool eine umweltfreundliche Zu- und Abluftlösung installiert. Eingesetzt werden Klimageräte mit Wärmerückgewinnung über so genannte "Rotationswärmetauscher". Damit gelingt eine Rückgewinnungsleistung von 80 Prozent, kann doch die Wärme in der Abluft entweder für die Heizung oder die Kälteerzeugung eingesetzt werden. In der Anlage wird ein neuartiges Kältemittel verwendet. Dieses hat im Vergleich zu herkömmlichen Mitteln ein 96 Prozent niedrigeres Treibhauspotenzial.

Aufträge in ganz Deutschland

Airpool wickelt Aufträge in ganz Deutschland und im europäischen Ausland ab. Die Auftragslage des Betriebes mit seinen 62 Mitarbeitern bezeichnet Theodor Arkenberg als "sehr gut". Kurzarbeit gab es dank der namhaften Kundschaft, die aus fast allen Wirtschaftsbereichen kommt, auch in Coronazeiten nicht. Gerade baut man an dem Logistik-Center eines Modekonzerns in München mit.

"Wir übernehmen jegliche Planung, Ausführung und Betreuung von Lüftungsanlagen in allen Bereichen", sagt Niklas Arkenberg. Senior Theodor ist um weitere Aufträge und die Auslastung seiner 15 CAD-Arbeitsplätze in Damme nicht bange: "Wir produzieren zwar nicht selbst, aber wir haben viele gute Ideen", wirbt er für Airpool.

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