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AEF blickt mit Sorge auf düstere Prognosen eines Agrarprojekts

Das "TRAIN: Transformationsszenarien der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Nord-West-Niedersachsen" hält eine schlechte Prognose für die Entwicklung der Arbeitsplätze im OM bereit.

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Symbolfoto: dpa

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Mit großer Sorge hat das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger (kurz: AEF) mit Sitz in Vechta auf die Veröffentlichung der Ergebnisse des Projektes "TRAIN: Transformationsszenarien der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Nord-West-Niedersachsen" reagiert.

Das Projekt hatten die Oldenburgische IHK, die Landkreise Cloppenburg, Emsland und Vechta, der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen sowie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Handwerkskammer Oldenburg umgesetzt. Anhand der Ergebnisse werde deutlich, in welch hohem Maße insbesondere der Nordwesten Niedersachsens von dem Transformationsprozess innerhalb der Agrar- und Ernährungswirtschaft betroffen sein kann.

Fordert zum Handeln auf: Dr. Sven Guericke. Foto: TzimurtasFordert zum Handeln auf: Dr. Sven Guericke. Foto: Tzimurtas

"Ich bin froh, dass mit dem Projekt nun endlich wissenschaftlich fundierte, belastbare Zahlen zu den Auswirkungen verschiedener Transformationsszenarien der Agrar- und Ernährungswirtschaft vorliegen", sagte der Vorstandsvorsitzende des AEF, Sven Guericke. Allerdings: "Umso besorgter bin ich über die prognostizierten Zahlen zur negativen Entwicklung der regionalen Bruttowertschöpfung sowie der Anzahl der Arbeitsplätze. Wir laufen Gefahr, dass der Region ein wichtiger Wirtschaftszweig wegbricht und damit der gesamte ländliche Raum im Nordwesten Niedersachsens in seiner Struktur gefährdet ist", betonte Guericke weiter. Jetzt käme es auf ein konzertiertes Handeln aller Branchenbeteiligten und auf eine Umsetzung der Handlungsempfehlungen auf allen politischen Ebenen an.

Bruttowertschöpfung in der Branche könnte einbrechen

"Nur wenn alle Akteure ihre Hausaufgaben machen, kann es uns gelingen, den Transformationsprozess weitgehend wirtschaftsverträglich und nachhaltig zu gestalten", konstatiert Guericke. Auch müsse darüber nachgedacht werden, mit welchen innovativen Lösungsansätzen das entstehende Delta innerhalb der Wertschöpfungskette geschlossen werden könne. Dabei dürfe es bei der Ermittlung möglicher Wertschöpfungspotenziale keine Denkverbote geben, auch vor dem Hintergrund der derzeitigen globalen Versorgungskrise. In Richtung Politik appelliert Guericke, politische Grabenkämpfe hinter sich zu lassen und endlich alle notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen.

Die vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut (HWWI) für den Betrachtungszeitraum von 2020 bis 2030 berechneten Zahlen besagen, dass bei einer Reduktion der Tierhaltung um etwa 13 Prozent die Bruttowertschöpfung in der Branche um 20 Prozent und in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie um 11 Prozent zurückgehe. Die Beschäftigungsverluste werden mit 20 Prozent bzw. 12 Prozent beinahe ebenso hoch beziffert. Und die Berechnungen gehen weiter: Bei einer Reduktion der Tierhaltung um etwa 37 Prozent errechnen sich die Einbußen innerhalb der Branche um 54 Prozent und in der Nahrungs- und Futtermittelindustrie um 30 Prozent. Hier liegen die Beschäftigungsverluste bei 55 Prozent bzw. 32 Prozent. Das bedeute für die gesamte Branche nachhaltige Gesamtverluste von 1,1 bis 3 Milliarden Euro. Hinzu kämen 8900 und 23.900 weniger Arbeitsplätze für diese Szenarien.


Zum Hintergrund:

  • Das Agrar- und Ernährungsforum e.V. (kurz: AEF) ist ein Wirtschaftsverein der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Sitz in Vechta.
  • Mehr als 100 Unternehmen der Branche aus dem Nordwesten Niedersachsens gehören dem AEF an.

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