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Abschied nach 48 Jahren: Benno Fangmann ist ein Fürsprecher der Genossenschaftsbank

Der langjährige Vorstand der VR-Bank Dinklage-Steinfeld geht zum 31. Juli in den Ruhestand. Der 65-Jährige spricht über seine Karriere, die ausufernde Regulatorik und seine diversen Ehrenämter.

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Drahtig wie eh und je: Benno Fangmann war früher ein ambitionierter Handballer. Im Ruhestand möchte der Vollblutbanker wieder mehr für seinen Körper tun. Er hat sich jüngst ein Spinningbike angeschafft. Foto: Timphaus

Drahtig wie eh und je: Benno Fangmann war früher ein ambitionierter Handballer. Im Ruhestand möchte der Vollblutbanker wieder mehr für seinen Körper tun. Er hat sich jüngst ein Spinningbike angeschafft. Foto: Timphaus

Nach 48 Jahren bei Genossenschaftsbanken ist es Zeit für den Abschied: Der langjährige Vorstand der VR-Bank Dinklage-Steinfeld, Benno Fangmann, geht zum 31. Juli in den Ruhestand.

Nach den Verabschiedungen von Reinhard Koldehoff (März 2019) und Harald Rösler (Januar 2022), mit denen er einst sogar die Schulbank drückte, war der 65-Jährige der letzte Verbliebene des langjährigen Vorstands-Trios des Kreditinstituts, das demnächst mit der Volksbank Lohne-Mühlen fusioniert. Nun hat auch der Dinklager seine Kartons gepackt, sein Büro geräumt und verlässt das Geldhaus für immer. Am Freitag (29. Juli) ist offiziell sein letzter Arbeitstag.

Fangmann freut sich darauf, viele langjährige Weggefährten wiederzusehen und sich von seinen Mitarbeitern zu verabschieden – aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin mit der gebotenen Vorsicht, aber trotzdem in angemessener Form. Gespannt ist er, was sich sein Team für seinen letzten Arbeitstag als Überraschung überlegt hat.

In Holdorf kam es zum Kampf um den Vorstandsposten

Benno Fangmann startete seine Karriere am 1. April 1974 mit der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Lutten. Sein dortiger Förderer war der früh verstorbene Norbert Albrecht. Nach knapp 10 Jahren in der Goldenstedter Bauerschaft – unterbrochen nur vom Grundwehrdienst bei der Marine – wechselte der gebürtige Lohner zum 1. Januar 1984 zur Volksbank Holdorf.

Während seiner Zeit in Holdorf absolvierte Fangmann ein Genossenschaftliches Bank-Führungsseminar (GBF) in Montabaur. "Holdorf sollte der nächste Karriereschritt sein", berichtet er. Als es galt, einen Vorstandsposten neu zu besetzen, kam es zum Zweikampf mit Siegfried Schlarmann. Der gebürtige Holdorfer hatte die besseren Karten für sich. Der ehrgeizige Fangmann musste sich in Geduld üben.

" Dinklage – das war mein großes Glück."Benno Fangmann, Vorstand der VR-Bank Dinklage-Steinfeld

Doch die nächste Gelegenheit ergab sich schnell. Zum 1. Januar 1989 erfolgte der Wechsel zur damaligen Spar- und Darlehnskasse (Spadaka) Dinklage. Seit dem 1. Dezember 1990 gehört Fangmann dem Vorstand der heutigen VR-Bank Dinklage-Steinfeld an.

"Dinklage – das war mein großes Glück", bilanziert der 65-Jährige, der sieben Geschwister hat. Er gibt zu, dass er bereit gewesen wäre, sich auch außerhalb des Landkreises Vechta umzuschauen, wenn ihn der Ruf aus der Stadt am Burgwald nicht ereilt hätte. "Einige waren auf mich aufmerksam geworden."

In Dinklage fühlte sich Fangmann sofort pudelwohl. "Wir sind eine große Familie – auch heute noch", sagt er voller Stolz auf den Zusammenhalt innerhalb des VR-Bank-Teams. Er hebt den kundennahen Ansatz des Kreditinstituts hervor. "Kunde first" sei das Leitmotto des Hauses, "gleichzeitig soll sich kein Mitarbeiter verbiegen".

Regulatorik ist für den 65-Jährigen ein rotes Tuch

Fangmann war von Anfang 2015 bis Ende 2018 Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Volksbanken im Landkreis Vechta. Bereits 2011 war in den Vorstand dieses Gremiums berufen worden. Zudem gehörte er zeitweise dem Verbandsrat der Genossenschaftsbank Weser-Ems an.

Ein rotes Tuch ist für den drahtigen Dinklager die ausufernde Regulatorik im Bankenwesen. Nicht umsonst nennt er die Finanzkrise und ihre Folgen als den großen Einschnitt seiner fast 50-jährigen Tätigkeit als Banker. "Ab diesem Zeitpunkt wurde alles immer verwaltungstechnischer", schimpft er – und zieht als Optimist doch auch etwas Gutes aus der Entwicklung: "Unsere Selbstreflexion hat sich verbessert. Wir kennen uns heute viel besser als früher."

Auch Ehrenamt soll im Ruhestand weniger werden

Der Vater von 3 erwachsenen Kindern und inzwischen 4-fache Großvater engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich: im Verwaltungsrat der Kreisvolkshochschule Vechta, im Stiftungsrat der St.-Anna-Stiftung Dinklage und als Kassierer im Heimatverein Dinklage. Die meisten dieser Posten will er langsam auslaufen lassen. „In solche Ämter gehören Personen, die mitten im Berufsleben stehen“, ist er überzeugt.

Fangmann freut sich auf mehr Zeit mit der Familie – und für Sport. „Ein Ziel ist es, mehr für den Körper zu tun“, sagt der frühere Verbandsliga-Handballer bei BW Lohne, der später sehr lange beim TV Dinklage spielte und die Minis trainierte.

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