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Ab Mitte November keine Werkverträge mehr bei Danish Crown

Essener Unternehmen erhöht Kapazitäten auf 72.000 Schweine in der Woche und testet alle Mitarbeiter täglich auf Corona.

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Kapazitäten werden erhöht: Ab Januar  werden im Essener Schlachthof von Danish Crown wöchentlich 72.000 Tiere verarbeitet.       Foto: Danish Crown

Kapazitäten werden erhöht: Ab Januar  werden im Essener Schlachthof von Danish Crown wöchentlich 72.000 Tiere verarbeitet.       Foto: Danish Crown

Zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen in diesem Corona-Jahr zeigt sich Andreas Rode, seit vier Jahren Geschäftsführer des Standortes Essen der Danish Crown Fleisch. Dank einer an auf kontinuierliche Tests aufgebauten Strategie sei es gelungen, bisher ohne Produktionsausfälle durch die Coronakrise zu kommen. Wöchentlich werden in Essen im Industriegebiet Sandloh 64.000 Schweine geschlachtet und verarbeitet. Damit sind die Dänen die Nummer vier in Deutschland.

Eine Ausdehnung des Schlachtbetriebs auf den Sonntag sei trotz des aktuellen Bedarfs nicht möglich, betont der Geschäftsführer. Dann müssten die Mitarbeiter an sieben Tagen in der Woche arbeiten, das sei nicht zu verantworten. Ohnehin werde ab Anfang Januar die Schlachtkapazität auf 72.000 Tiere pro Woche hochgefahren. Dafür seien nur noch kleine Umbauten notwendig.

"Wir sind zu täglichen Tests aller 1600 Mitarbeiter im Unternehmen übergegangen."Andreas Rode, Geschäftsführer Danish Crown Essen

Um gerade in Zeiten des Schweine-Staus weiter zuverlässig die Tiere abnehmen zu können und Ausfälle so gut es eben geht zu vermeiden, sei die Test-Strategie in den letzten Wochen trotz der zusätzlichen Kosten noch einmal weiter verschärft worden, betonte Rode. "Wir sind zu täglichen Tests aller 1600 Mitarbeiter im Unternehmen übergegangen, um so schnell wie möglich Infizierte zu erkennen und damit eine Ansteckung weiterer Kollegen und auch weitere Folgen für den Produktions-Ablauf zu verhindern", erläutert Rode im MT-Gespräch. Das bedeute in der Praxis angesichts von Krankheitsfällen und Urlaub, dass rund 90 Prozent aller Mitarbeiter täglich getestet würden.

Die Abstriche werden in einem eigens dafür errichteten Testzentrum genommen

Es würden im eigens dafür errichteten Testzentrum vor dem Werk zwei Abstriche gemacht. Die würden in Fünfer-Pools untersucht. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, werde jede Probe einzeln erneut unter die Lupe genommen. Für Rückkehrer aus dem Urlaub oder nach Krankheit seien Einzel-Untersuchungen obligatorisch. Parallel dazu seien mehrere Wohnungen angemietet worden, um Infizierte sofort isolieren zu können. Danish Crown bemühe sich, auch in einem weiteren Umkreis um Essen herum Wohnungen direkt anzumieten und den Beschäftigten anzubieten.

Neben dem bisherigen zehnköpfigen Hausmeister-Betreuungsteam seien weitere drei Frauen mit den entsprechenden Sprachkenntnissen eingestellt worden, die die Wohnungen und die Mitarbeiter betreuten. Eine möglichst dezentrale Unterbringung in möglichst vielen Wohnungen sei zum einen wegen der einfacheren Integration und zum anderen auch wegen der deutlich geringeren Gefahr der Infektion mit dem Coronavirus im Wohnbereich sinnvoll.

"Bereits jetzt sind 90 Prozent der 1600 Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträgen ausgestattet."Andreas Rode, Geschäftsführer Danish Crown Essen

Der Geschäftsführer kündigte an, dass ab Mitte November das Kapitel Werkvertrag in Essen beendet sei. Aktuell seien in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat bereits 90 Prozent der rund 1600 Beschäftigten mit unbefristeten Arbeitsverträgen ausgestattet worden, die Aktion werde innerhalb der kommenden 14 Tage abgeschlossen. Die Digitalisierung der Zeiterfassung sei bereits seit geraumer Zeit eingeführt. Ein Ziel sei es, die Fluktuationsrate deutlich zu reduzieren und die Beschäftigten langfristig zu binden. Das habe auch den Vorteil, dass erfahrene Mitarbeiter flexibler eingesetzt werden könnten.

Rode sprach sich dafür aus, dass es das Instrument der "Arbeitnehmer-Überlassung" weiter geben müsse, um Spitzennachfrage zum Beispiel im Sommer zur Grillsaison problemlos erfüllen zu können. Es bringe nur Nachteile, wenn diese Möglichkeit verboten werde.

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