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80 Prozent der Betriebe im Oldenburger Land verlieren erheblich an Umsatz

Die Corona-Krise schwächt die Wirtschaft im Nordwesten: Das ergibt eine Blitzumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer unter 140 Unternehmen.

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Zwar werden die Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise gelockert, doch Umsätze, die etwa die Gastronomie verloren hat, bleiben verloren. Foto: Damm / Pixelio

Zwar werden die Kontaktbeschränkungen in der Coronakrise gelockert, doch Umsätze, die etwa die Gastronomie verloren hat, bleiben verloren. Foto: Damm / Pixelio

Die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) zeichnen ein dunkles Bild von der wirtschaftlichen Lage im Nordwesten. Über 80 Prozent der Unternehmen im Oldenburger Land haben durch die Coronavirus-Pandemie Umsatzeinbußen, die sie im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr ausgleichen können. 140 Unternehmen beteiligten sich laut Mitteilung an der Umfrage.

Die meisten Betriebe (27 Prozent) rechnen für das Jahr 2020 mit Umsatzeinbußen von 25 bis 50 Prozent, jedes fünfte Unternehmen geht von mehr als 50 Prozent aus. 36 Prozent der Unternehmen sind laut Umfrage optimistisch, dass sie bis Jahresende wieder normale Umsätze generieren können; ebenso viele glauben, dass dies erst im Jahr 2021 der Fall sein wird.

Rückgang der Wirtschaftsleistung im Norden erwartet

Am Montag haben in Hamburg zwölf Industrie- und Handelskammern (IHK) in Norddeutschland ihr Konzept für die Überwindung der Corona-Krise vorgestellt. Janina Marahrens-Hashagen, Präses der Handelskammer Bremen, möchte für die fünf Nordländer ein eigenes Konjunkturprogramm, denn der Rückgang der Wirtschaftsleistung werde um etwa 20 Prozent höher ausfallen als im übrigen Bundesgebiet.

Norddeutschland weise viele von der Coronakrise hoch betroffene Branchen auf wie den Außenhandel, Häfen und Logistik, den Tourismus und den Schiffbau. Etliche der Branchen seien seit Wochen geschlossen und generierten keine Einnahmen. Der Staat solle deshalb die Fixkosten der Betriebe - Mieten etwa - vorläufig übernehmen. Ergänzend setzen die Kammern auf zusätzliche Klimaschutzanstrengungen, die Wasserstoffwirtschaft und die Digitalisierung.

Unternehmer Zerhusen hofft auf Steuersenkungen

Den Forderungen der Nordkammern steht der Vorsitzende des Beirates Oldenburger Münsterland bei der IHK Oldenburg, der Dammer Unternehmer Roland Zerhusen, durchaus skeptisch gegenüber. Das seien nicht seine. Er halte nicht viel davon, wenn jetzt einzelne Branchen, „jede als erste“ nach Hilfen des Staates rufe. Dieser könne „gerecht und flächendeckend“ besser helfen, indem er Unternehmenssteuern senke. Das befördere den Investitionswillen „in den Unternehmen selbst und folgend in anderen“. Letztlich ließe sich so auch der private Konsum ankurbeln. Bei den Senkungen hat Zerhusen auch die Gewerbesteuer im Blick. Es dürfte längst klar sein, dass auch „wir im Oldenburger Münsterland, dem es bislang recht gut ging, den Gürtel werden enger schnallen müssen“.

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