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50 Jahre Baustoffe Landwehr: Drei Generationen stoßen auf ein Jubiläum ein

Franz-Josef Landwehr (87) wechselte 1955 von Lohne nach Friesoythe und machte sich 1972 selbstständig. Sohn und Schwiegertochter führen zurzeit die Geschäfte, seine Enkelin steht in den Startlöchern.

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Auf einen Blick: Mitarbeiter und Familie am Standort an der Eschstraße. Foto: Schiwyair Medienproduktion

Auf einen Blick: Mitarbeiter und Familie am Standort an der Eschstraße. Foto: Schiwyair Medienproduktion

Bis heute fährt er gerne zum Betrieb und ist dort gern gesehen. „Nach dem Rechten muss ich aber nicht schauen“, sagt Franz-Josef Landwehr (87) und lächelt. Ohnehin habe er das nie gemusst und sich vor allem auch nie dazu berufen gefühlt. „Genauso war es, er hat uns von Anfang an voll vertraut“, unterstreicht Gesellschafter und Geschäftsführer Hans-Joachim Landwehr (59) im Namen seiner Frau Karin (58) und zollt seinem Vater nicht zuletzt für einen reibungslosen Generationswechsel höchsten Respekt.

Die dritte Generation steht mit Tochter Christina (27) und ihrem Freund Christoph Meyer (28) bereits in den zukunftsweisenden Startlöchern. Der 1. April 2022 ist für die Familie jedoch ein Grund, um zurückzublicken: auf 50 Jahre, die seit der Gründung des Unternehmens „Baustoffe Landwehr“ in Friesoythe vergangen sind.

Gabelstapler gab es noch nicht, als Landwehr seine Lehre machte

Der Firmengründer stammt aus Lohne und wechselte 1955 nach seiner Ausbildung zum Baustoffkaufmann vom Landkreis Vechta in den Landkreis Cloppenburg zur Firma „Haßkamp & Sohn“ nach Friesoythe. Zu einer Zeit, „als es noch keine Gabelstapler gab“, berichtet Landwehr, der weiß, was körperlich schwere Arbeit bedeutet. Doch für den jungen Mann, der im selben Jahr seine ebenfalls aus Lohne stammende Ehefrau Elisabeth heiratete, schon damals kein Grund sich zu beschweren. Im Laufe der Jahre überzeugte er nicht nur durch verlässliche Handarbeit, sondern auch durch kaufmännisches Geschick und Führungskompetenz.

Anfänge: Das Unternehmen, das damals noch am Alten Hafen in Friesoythe angesiedelt war. Foto: LandwehrAnfänge: Das Unternehmen, das damals noch am "Alten Hafen" in Friesoythe angesiedelt war. Foto: Landwehr

So übernahm er zunächst innerbetrieblich Verantwortung und 1972 schließlich den seit 1861 existierenden Familienbetrieb, als die Inhaber aufhörten. Zunächst wurden die Geschäfte noch weiter am „Alten Hafen“ geführt, 1976 kaufte Landwehr dann ein 16.000-Quadratmeter großes Grundstück an der Eschstraße, den heutigen Firmensitz. Ab 1980 wurde dort eine neue Baustoffhandlung gebaut „und alle haben mit angefasst“, erinnert sich Hans-Joachim Landwehr an die Anfänge. Mit im Unternehmen auch sein älterer Bruder Franz-Josef, der wenige Jahre später verstorben ist.

Nach dem Umzug ins Gewerbegebiet firmierte die Familie schließlich in „Baustoffe Landwehr“ um und erweiterte stetig das Betriebsgelände auf aktuell 22.000 Quadratmeter. Hans-Joachim und Karin Landwehr stellten dabei die entscheidenden Weichen für den erfolgreichen Fortbestand des Unternehmens und setzten auf eine verantwortungsvolle Expansion: 1999 wurde in einen modernen Neubau investiert, 2021 in eine umfangreiche Renovierung sowie eine digitale Systemsteuerung.

Drei Generationen: Hans-Joachim und Karin Landwehr, Elisabeth und Franz-Josef Landwehr und Christina Landwehr und Christoph Meyer. Foto: SchiwyDrei Generationen: Hans-Joachim und Karin Landwehr, Elisabeth und Franz-Josef Landwehr und Christina Landwehr und Christoph Meyer. Foto: Schiwy

Sämtliche Baustoffe werden auf rund 1200 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert. Hinzu kommen Lagerhallen, ein großzügiger Außenbereich und der firmeneigene Fuhrpark.

Rund 50 Mitarbeiter sind beschäftigt und die Corona-Krise „geht natürlich auch an uns nicht vorbei, doch klagen wollen wir nicht“, sagt der Chef. Vielmehr bleibe der geschäftliche Blick optimistisch, gefeiert werden könne der runde Geburtstag pandemiebedingt in der geplanten Größe dagegen nicht. Somit wird zunächst im kleinen Kreis und mit den Mitarbeitern auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft angestoßen. Ebenso wie der Belegschaft gilt auch allen Kunden ein großer Dank, „denn ohne sie wäre alles nicht möglich“, weiß die Familie zu schätzen.

Tochter Christina kann auf die volle Unterstützung ihrer Eltern zählen

In den kommenden Jahren kann Christina Landwehr, die gerade ihr BWL-Studium abgeschlossen hat, noch auf die volle Unterstützung ihrer Eltern zählen. Gleiches gilt für ihren Freund Christoph, ausgebildeter Zimmerer-Meister, der ebenfalls 2021 ins Unternehmen eingestiegen ist. Wenn dann die Zeit gekommen ist, sich zurückzuziehen, will die zweite Generation die Übergabe genauso gestalten, wie die erste: reibungslos und mit vollem Vertrauen.

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