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#4 Gaststätte Dopp-Purk ist mit Abriss Geschichte

Etliche Jahrzehnte war die Gaststätte an der Ecke Elberger und Bernhard-Remmers-Straße Treffpunkt der Feuerwehr, Offiziere und Schützen des vierten Zugs und vieler Löninger für ein Feierabend-Bier.

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Abriss: Die frühere Gaststätte, die Alois und Ilse Dopp-Purk hier bis zum Februar 2008 betrieben haben, ist in der vergangenen Woche für das neue Kompetenzzentraum abgerissen worden. Foto: Willi Siemer

Abriss: Die frühere Gaststätte, die Alois und Ilse Dopp-Purk hier bis zum Februar 2008 betrieben haben, ist in der vergangenen Woche für das neue Kompetenzzentraum abgerissen worden. Foto: Willi Siemer

Spätestens mit dem Abriss ist die Löninger Traditionsgaststätte Dopp-Purk endgültig Geschichte. Die Remmers AG hat das an der Ecke von Elberger und Bernhard-Remmers Straße gelegene Gebäude gekauft, um Platz für den Neubau ihres Kompetenzzentrums zu schaffen. Die Ära der etliche Jahrzehnte als eine der bekanntesten Löninger Gaststätten war bereits im Februar 2008 aus Alters- und Gesundheitsgründen zu Ende gegangen, als sich Alois und Ilse Dopp-Purk mit einer Abschiedsparty von ihren Stammkunden und Gästen in den Ruhestand verabschiedeten.

Damit verlor auch der vierte Zug des Löninger Schützenvereins von 1597 seine Heimat, denn von Anfang an, mit Gründung der jüngsten Unterabteilung des Vereins im Jahre 1980, war die Kneipe das Zuglokal und der Treffpunkt der Offiziere und Mitglieder.   Fast 30 Jahre feierten die Aktiven, Mitglieder und ihre Gäste rund um das Gebäude hier ihr Sommerfest als Einstimmung auf das Schützenfest. Mit einem an Hotelbewertungen angelehnten Bronzeschild mit fünf Sternen würdigte der Zug zu seiner 25-Jahr-Feier die Gastfreundschaft und vertrauensvolle Partnerschaft zwischen dem Ehepaar und den Schützen. Etliche Jahrzehnte in den Zeiten, in denen sich ein Teil des gesellschaftlichen Lebens in den Gaststätten abspielte und der Besuch nach Feierabend für viele fester Bestandteil war, gehörte Dopp-Purk wie Cassellius, Abeln an der Lindenallee oder Stover zu den Anlaufpunkten - auch als sogenannte Neuigkeitenbörse. Das galt sogar noch, als diese Gewohnheiten aus dem täglichen Ablauf schon verschwunden waren.  Der eher ruhige Alois Dopp-Purk hörte seinen Gästen stets aufmerksam zu und gehörte damit sicher zu den bestinformierten Löningern. Ähnlicher Beliebtheit bei den Besuchern erfreute sich die "gute Küche" von Ilse, die von ihren Schwestern Hannelore Flerlage und Elfriede Hanneken unterstützt wurde. Geboten wurde bürgerliche Küche.

Gaststätte diente als Treffpunkt für die Feuerwehr

Der Klecks Sahne auf der Spargelsuppe zum Auftakt, wenn kleinere und größere Gruppen sich im Frühsommer hier trafen, war selbstverständlich. Viele Jahre wurden auch Firmenmitarbeiter mittags und Gäste auf Schulungskursen beköstigt. Die Gaststätte war zudem viele Jahre Treffpunkt und Versammlungsort der Löninger Feuerwehr. Mehr als 100 Jahre gab es an der Ecke der heutigen Bernhard-Remmers-Straße und Elberger Straße eine Gaststätte, schreibt Bernd Holt in seiner Serie in den „Löninger Blättern“ des Heimatvereins.

1926 heiratete der Landwirt Ernst Purk aus Elbergen in die Löninger Wirtschaft Framme ein. Hinter dem Haus befand sich viele Jahre eine Viehrampe, an der die Bauern ihre Schweine ablieferten. Ernst Purk, der in den fünfziger Jahren Mitglied des Gemeinderates war, arbeitete gleichzeitig als Wiegemeister. Aus dieser Tätigkeit ging das beliebte "Schweineschätzen"   während der Löninger Kirmes hervor, das hier bis in die neunziger Jahre praktiziert wurde.

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