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325 Schüler besuchen 220 Unternehmen im Oldenburger Münsterland

Die erstmals durchgeführte "Praktikumswoche OM" ist ein großer Erfolg. In den Sommer-Schulferien konnten Jugendliche per Tagespraktikum Einblick in den betrieblichen Arbeitsalltag nehmen.

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Interessanter Einblick bei Baustoffhändler Riesselmann in Dinklage: Es trafen sich die beim Kreis Vechta für die Fachkräftethematik zuständige (von links) Ulrike Meyer, Praktikantin Jasmin Hoffmann,  Standortleiterin Stephanie Scheele und Landrat Tobias Gerdesmeyer.  Foto: Kühn

Interessanter Einblick bei Baustoffhändler Riesselmann in Dinklage: Es trafen sich die beim Kreis Vechta für die Fachkräftethematik zuständige (von links) Ulrike Meyer, Praktikantin Jasmin Hoffmann,  Standortleiterin Stephanie Scheele und Landrat Tobias Gerdesmeyer.  Foto: Kühn

Zum ersten Mal wurde jungen Leuten aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta in den Sommer-Schulferien die Möglichkeit geboten, im Rahmen der „Praktikumswoche OM“ über Kurzpraktika in örtlichen Unternehmen in das Arbeitsleben „hineinzuschnuppern“. Schüler im Alter ab 15 Jahren konnten ihre Favoriten und den Zeitraum für ein Praktikum selbst auswählen. Die Praktikumswoche ist ein großer Erfolg geworden. Zum Ende der Sommerferien steht fest, dass sich 325 Schülerinnen und Schüler an der Aktion beteiligt haben, 220 Unternehmen aller Branchen öffneten ihre Türen für die Kurzpraktikanten.

Es ist am frühen Vormittag, als Stephanie Scheele, die Leiterin des Zentralstandortes Dinklage des Holz- und Baustoffhändlers Riesselmann und ihre Tagespraktikantin Jasmin Hoffmann am vorletzten Tag der Schulferien neugierige Besucher empfangen. Vechtas Landrat Tobias Gerdesmeyer, die in der Wirtschaftsförderung des Kreises Vechta für die Fachkräftethematik zuständige Ulrike Meyer und Pressesprecher Jochen Steinkamp sind gekommen und erkundigen sich vor Ort, wie es Jasmin bei ihrer Praktikumsstation geht. Bereits um 7.30 Uhr hat die 15-Jährige ihre Arbeit aufgenommen und schon einen Rundgang durch den Betrieb absolviert. „Bis jetzt“, schmunzelt die Schülerin angesichts der wenigen Stunden im Dienst auf die Frage wie ihr Eindruck ist, gefällt es ihr bei Riesselmann „ganz gut“.

Steine, Holz und andere Baustoffe: Während ihres Tagespraktikums bei Riesselmann lernte Jasmin Hoffmann alle Abteilungen des Unternehmens kennen. Foto: KühnSteine, Holz und andere Baustoffe: Während ihres Tagespraktikums bei Riesselmann lernte Jasmin Hoffmann alle Abteilungen des Unternehmens kennen. Foto: Kühn

Wird sich die Schülerin der Klasse 9b der Ludgerus-Schule Vechta für weitere Praktika, gar auf eine der angebotenen Lehrstellen bei Riesselmann bewerben? „Das weiß ich noch nicht. Erst einmal geht es für mich in die 10. Klasse“, sagt Jasmin, die bereits bei der Deutschen Frühstücksei in Lohne und im Aphasiezentrum Langförden war. Über den Internetauftritt der Aktion seien die Berufsbereiche und die dazu gelisteten Unternehmen leicht zu finden gewesen, erzählt sie. Am besten gefallen hat es ihr bislang im Aphasiezentrum.

Über den großen Zuspruch zeigt sich Gerdesmeyer „sehr erfreut: Das ist wirklich ein schöner Erfolg“. Es sei die Hoffnung und das Ziel gewesen, mit der „niedrigschwelligen Form“ der Praktikumswoche nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie möglichst viele Interessierte zu erreichen. „Die jungen Leute konnten in kurzer Zeit viele Eindrücke gewinnen. Ein – wenn auch kurzes – Schlaglicht hilft vielleicht Unschlüssigen dabei, herauszufinden, welcher Beruf ist der richtige für mich?“

Die Durchführenden freuen sich über einen großen Zuspruch

Meyer hebt in ihrem Fazit die große Zahl der teilnehmenden Unternehmen „aus allen 23 Kommunen im Oldenburger Münsterland“ hervor. Es sei gelungen, zahlreiche ortsnahe Angebote zu machen. Sie lobte die gute Zusammenarbeit der Träger aus Wirtschaft, Landwirtschaft, und der finanzierenden Landkreise Vechta und Cloppenburg. Bei der Durchführung arbeiten die Wirtschaftsförderungen mit der Firma „Stafftastic“ zusammen.

Bemerkenswert sei die hohe Zahl an Gymnasiasten gewesen, die teilgenommen hätten, so Meyer. Man spüre, dass in den Lehrplänen der höheren allgemeinbildenden Schulen Berufspraktikaphasen wie man sie aus Oberschulen kenne, fehlen: „Da darf die Politik gerne reagieren und nachbessern.“

Viele Gymnasiasten nutzen die Möglichkeit zum Kurzpraktikum

Stephanie Scheele hob für Riesselmann hervor, dass die Kurzpraktika ein gutes Mittel seien, um für den Betrieb zu interessieren. 19 Tagespraktikanten hat Riesselmann an seinen Standorten in Dinklage, Molbergen und Damme in diesen Sommerferien begrüßt. Der Betrieb habe durchaus Vorteile durch die Kurzform der Praktika: „Wir erhalten einen Eindruck von einem jungen Menschen, der sich möglicherweise später auf eine Lehrstelle bewirbt. Da ist das Tagespraktikum wertvoller als ein halbstündiges Bewerbungsgespräch.“ Auch „die Kollegen begrüßen diese Kurzform sehr.“ Praktika seien generell von großem Wert: „Der Praktikant kann sich selbst einschätzen – und der Betrieb den Praktikanten natürlich auch.“ Bei ihr selbst bildete ein Praktikum die nötige Orientierung, um ein duales Studium der Holzbetriebswirtschaftslehre zu beginnen.

Bei Automatisierungstechnik Högemann in Garrel schnupperte“ beim Besuch von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg (rechts) Praktikant Renke Labohm (links) beim Auszubildenden Bill Stamma. Foto: RühlBei Automatisierungstechnik Högemann in Garrel „schnupperte“ beim Besuch von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg (rechts) Praktikant Renke Labohm (links) beim Auszubildenden Bill Stamma. Foto: Rühl

Renke Labohm war einer der Praktikanten beim Garreler Unternehmen Högemann. Der 19-Jährige aus Tungeln hatte sich für das „Schnuppern“ beim Spezialisten für Automatisierungstechnik entschieden, „weil ich den Beruf des Fachinformatikers interessant finde“, erzählte er beim Besuch von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg in dem zur Big-Dutchman-Gruppe gehörenden Unternehmen. „Das ist sehr cool hier“, beurteilte er seinen Einblick bei Högemann, für das ihm eigens der Azubi Bill Stamma als Betreuer an die Seite gestellt wurde. Wimberg freute sich ebenfalls über den großen Erfolg der Praktikumswoche, die er als wichtiges Projekt der Wirtschaftsförderung zur Fachkräftesicherung bezeichnete.

Für alle Beteiligten steht fest, dass es eine Neuauflage der Praktikumswoche im OM geben soll. Ob sie wieder in den Sommerferien stattfindet, das werde die „Nachlese“ ergeben, die für September geplant ist, so Meyer. Dann werde sich zeigen, „wie das Schnupperangebot noch zu verbessern ist“.

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