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20 Kaufinteressenten für Stöhr-Brot Westerstede/Dinklage

Die Großbäckerei Stöhr steht seit April unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Die Mitarbeiterlöhne werden über das Insolvenzgeld getragen. Die Rohstoffversorgung ist bis Ende des Jahres gesichert.

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Der Stöhr-Brot-Standort in Dinklage: Noch herrscht hier Ungewissheit über den weiteren Bestand der Bäckerei. Archivfoto: Böckmann

Der Stöhr-Brot-Standort in Dinklage: Noch herrscht hier Ungewissheit über den weiteren Bestand der Bäckerei. Archivfoto: Böckmann

Das Insolvenzverfahren von Stöhr-Brot ist weiter in Bewegung. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann (Pluta Rechtsanwalts GmbH) führt nach eigenen Angaben derzeit Gespräche mit potenziellen Investoren für die Großbäckerei. Kaufmann vermeldet ein „großes Interesse, das im strukturierten Investorenprozess verzeichnet werden kann. Wir haben bereits mit rund 20 potenziellen Käufern gesprochen.“

Sanierer Kaufmann und sein Team rechnen mit ersten unverbindlichen Angeboten in der kommenden Woche. „Diese Angebote werden wir anschließend umfassend analysieren und beurteilen. Außerdem prüfen wir auch sämtliche weitere Optionen für die Unternehmensgruppe. Unser Ziel ist weiterhin, eine tragfähige Lösung für die Großbäckerei zu erzielen.“

Betrieb an den Standorten läuft derzeit uneingeschränkt fort

Seit April befindet sich die Unternehmensgruppe Stöhr-Brot im Insolvenzantragsverfahren. In den vergangenen Wochen habe das Sanierungsteam zusammen mit der Geschäftsführung den Geschäftsbetrieb „stabilisiert“, Kosten- und Umsatzanalysen erstellt und mit Kunden und Lieferanten gesprochen. In Zusammenarbeit mit der Wayes GmbH um Hamed Omumi aus Oldenburg sei zudem der strukturierte Unternehmensverkaufsprozess gestartet worden.

Seit dem Jahr 2017 wird der Familienbetrieb Stöhr-Brot von Harm Bartels und Angelika Bartels-Stöhr geführt. Harm Bartels ergänzt die Aussagen von Kaufmann: „Der Betrieb läuft uneingeschränkt fort. Unsere Geschäftspartner haben uns ihre Unterstützung zugesichert. Die Rohstoffversorgung ist ebenfalls bis Ende des Jahres gesichert. Das sind gute Voraussetzungen für die kommenden Wochen.“

Nur wenige Mitarbeiter haben die Unternehmensgruppe bislang verlassen

Die weit überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter des Betriebes, dessen Ursprung bis in das Jahr 1947 zurückreicht, sei ebenfalls weiterhin an Bord, hieß es von Seiten der Sanierer. Die Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld gesichert. Die Großbäckerei beschäftigt derzeit rund 280 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Westerstede und Dinklage sowie den weiteren Standorten in Rastede und Reinfeld/Wesenberg bei Lübeck. Nur wenige Mitarbeiter haben bisher die Unternehmensgruppe auf eigenen Wunsch verlassen, geben Harms und Kaufmann an.

Am 21. April dieses Jahres hatte Stöhr-Brot Insolvenzanträge für die drei operativen Gesellschaften der Gruppe gestellt. Das Amtsgericht Oldenburg ordnete am selben Tag die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Stöhr-Brot Ammerländer Großbäckerei GmbH & Co. KG, der Stöhr-Brot GmbH & Co. KG Dinklage und der SB Logistik GmbH & Co. KG an und bestellte Kaufmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter der drei Unternehmen. In seinem Sanierungsteam arbeiten Rechtsanwalt André Gildehaus und der Betriebswirt Jürgen Schendel.

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