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Zwei Mühlener Handball-Talente fahren zum Vorspielen nach Leipzig

Liselene Zerhusen und Nele Kießlich werden am Samstag gesichtet – vom Landesverband Sachsen. Sie sind sehr gespannt.

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Der Handball ruht: Doch die Scouts sind auch in der Corona-Pause aktiv – manchmal sogar länderübergreifend. Links Liselene Zerhusen, rechts Nele Kießlich. Fotos:  Zerhusen/Kießlich

Der Handball ruht: Doch die Scouts sind auch in der Corona-Pause aktiv – manchmal sogar länderübergreifend. Links Liselene Zerhusen, rechts Nele Kießlich. Fotos:  Zerhusen/Kießlich

Die E-Mail kam aus Sachsen und sie kam überraschend für Liselene Zerhusen und ihre Familie. „Einladung zum sportartspezifischen Sichtungstraining der Eliteschulen für Sport in Leipzig“ hieß es etwas umständlich in der Betreffzeile. Und gleich nach der Anrede kamen die Absender aus dem Jugendkoordinatorteam des HC Leipzig zur Sache: „Ihre Tochter ist uns durch herausragende handballerische Leistungen aufgefallen.“ Und daher wolle der Handball-Verband Sachsen (HVS) sie gerne zum Sichtungstraining nach Leipzig einladen.

Die Verwunderung im Hause Zerhusen in Lohne war groß. Doch auch die Neugier der sportbegeisterten Familie war geweckt. Mit dem Ergebnis, dass Liselene Zerhusen (16) und ihre Mitspielerin Nele Kießlich (15) aus Damme, die beide für die B-Jugend von GW Mühlen spielen, mit ihren Familien an diesem Wochenende in Richtung Osten aufgebrochen sind. Am Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr dürfen die beiden bei der Sichtung zeigen, was sie können.

Zwei Talente aus Niedersachsen im Visier von sächsischen Scouts? Wie es zu dieser ungewöhnlichen Konstellation kam, erfuhr Liselenes Mutter Ines im Telefonat mit den Verantwortlichen in Leipzig. „Die hatten sich die Torschützenlisten aus der C-Jugend-Oberliga angesehen und geguckt, welche Spielerinnen noch keine Auswahlspielerinnen sind“, berichtet Ines Zerhusen. Und da sprang ihnen Liselene ins Auge.

Die Eltern müssen beim Training draußen bleiben

In den acht Spielen der abgebrochenen Saison 2019/20 hatte die flexibel einsetzbare Rechtshänderin beeindruckende 69 Tore geworfen (Schnitt: 8,63) und war damit die Nummer zwei der Liga hinter Mareike Matthies von Jahn Hollenstedt (87 Tore in neun Spielen). Und vom Handball-Verband Niedersachsen (HVN) war die Zehntklässlerin des Lohner Gymnasiums, die bis 2019 für BW Lohne spielte, zwar schon einmal gesichtet und auch zu Maßnahmen eingeladen worden. Aktuell gehört sie jedoch nicht mehr dem Auswahlkader an und rückte damit in den Fokus der Sachsen.

Gleiches gilt für Nele Kießlich. Die Neuntklässlerin des Dammer Gymnasiums ist die Tochter des Mühlener Trainers Maik Kießlich und steht wie einst ihr Vater (bei RW Damme) im Tor. „Im Oktober 2020 sollten wir eigentlich das Final-4-Turnier der C-Jugend-Niedersachsenmeisterschaft in Bremen spielen – da wären die Scouts gewesen. Aber das fiel dann wegen Corona kurzfristig aus“, berichtet Maik Kießlich. Daher mussten die Sichter andere Wege gehen – und stießen so auf die beiden Mühlenerinnen.

Die sind jetzt gespannt, was sie in Leipzig erwartet. Aber würden sie denn im Ernstfall ihre Heimat verlassen, um weit weg von ihrer Familie ein Handball-Internat zu besuchen, wo sie laut Maik Kießlich „sieben bis acht Trainingseinheiten pro Woche“ erwarten würden? Beide schließen das zumindest nicht aus. Aber so weit wollen sie auch noch gar nicht denken. „Sie müssen ja auch erst mal genommen werden“, sagt Ines Zerhusen: „Aber wir haben ihnen schon gesagt: Darauf könnt ihr stolz sein, egal wie es ausgeht.“

Auf das eigentlich übliche Probeschlafen im Internat müssen die beiden Mädchen coronabedingt verzichten. Auch ihre Eltern müssen beim Sichtungstraining draußen bleiben. „Wir dürfen nicht mit in die Halle“, berichtet Ines Zerhusen: „Wir geben die Mädchen morgens ab und holen sie abends wieder ab.“ Familie Kießlich kann die Reise zumindest mit einem Verwandtenbesuch verbinden. Neles Großeltern wohnen in Sachsen-Anhalt zwischen Halle und Magdeburg.

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