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Zwei Kumpels reisen in die Vergangenheit

Rasta Vechta gastiert am Samstagabend bei den Tigers Tübingen. Für Josh Young und Tyrone Nash ist es eine besondere Partie.

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Da geht's lang: Rastas Josh Young im Spiel gegen Bremerhaven. Foto: Schikora

Da geht's lang: Rastas Josh Young im Spiel gegen Bremerhaven. Foto: Schikora

Nein, es ist definitiv kein Spiel wie jedes andere – zumindest nicht für Josh Young und Tyrone Nash. Die beiden Amerikaner in Diensten des Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta treten am Samstagabend (19.00 Uhr) bei ihrem früheren Klub Tigers Tübingen an – bei jenem Klub also, bei dem sie im jungen Profi-Alter von 23 Jahren erstmals BBL-Luft schnupperten.

„Für mich ist es eine besondere Partie“, erklärt Young, wie Nash inzwischen 33 Jahre alt, aber fünf Monate älter als sein Kumpel. Er habe „sehr viele gute Erinnerungen“ an Tübingen, so Rastas Kapitän: „Die Stadt und der Klub waren als junger Mann sehr wichtig für mich.“ Für ihn ist es das erste Kräftemessen mit den Tigers. „Ich freue mich, viele bekannte Gesichter wiederzusehen“, so Young. Nash hatte dieses Vergnügen bereits vor sechs Jahren (mit Braunschweig).

Young und Nash spielten von 2011 bis 2014 gemeinsam für die Tigers in der 1. Liga, seither sind sie beste Freunde, verstehen sich „auf und abseits des Platzes bestens“, wie Young sagt. Er spricht von einem „besonderen Verhältnis“. Zurück zu den Anfängen in Tübingen: Young hatte vorher bereits ein halbes Jahr für Bayer Leverkusen in der ProB gespielt, Nash kam direkt von der University of Notre Dame in Indiana. Er erinnert sich: „Es war meine erste Station in Übersee. Tübingen war für mich ein toller Ort, um Profi zu werden, um zu lernen, was es bedeutet, ein Profi zu sein. Ich hab' in den drei Jahren in Tübingen viel gelernt.“

Bereit für Tübingen: Tyrone Nash (rechts), hier neben Jannes Hundt. Foto: SchikoraBereit für Tübingen: Tyrone Nash (rechts), hier neben Jannes Hundt. Foto: Schikora

Nash absolvierte 99 BBL-Spiele für die Tigers und kam dabei kurioserweise auf 999 Punkte. Young, für zwei Jahre auch Kapitän der Tübinger, absolvierte 97 BBL-Spiele für die Tigers und lag mit einem Punkteschnitt von 8,8 knapp unter dem Wert von Nash (10,1). Im Sommer 2014 trennten sich die Wege der zwei Freunde; Young wechselte nach Nürnberg, Nash zu Rouen Basket nach Frankreich. Inzwischen spielen sie zum zweiten Mal gemeinsam in Vechta, die erste Wiedervereinigung gab's 18/19.

Aktuelles Ziel von Young und Nash ist es, den jüngsten Aufwärtstrend bei Rasta zu bestätigen. Noch steckt Vechta im Keller der 2. Liga ProA fest, für eine Klettertour müssen weitere Siege her. „Wir müssen uns weiter verbessern“, sagt Nash. Er wähnt das Team aber ähnlich wie Young („Wir spielen jetzt besser und erfolgreicher“) auf dem richtigen Weg. Und wie geht's Nash gesundheitlich? Beim Sieg gegen Bremerhaven konnte er nur 7:25 Minuten mitmischen. Kreislaufprobleme und Schwierigkeiten beim Atmen bremsten ihn aus. Ob's Spätfolgen der Corona-Infektion im Januar waren, vermochte der Big Man nicht zu sagen. Immerhin: Von den Ärzten gab's grünes Licht, er selbst fühlt sich auch „fit für Samstag“.

Rasta trifft erstmals in der ProA auf Tübingen. In der BBL gab's vier Duelle. In der Saison 13/14 behielt Rasta zweimal die Oberhand, drei Jahre später gab's zwei Niederlagen. Das 77:86 in der Paul-Horn-Arena war übrigens die letzte Partie unter der Regie von Trainer Andreas Wagner, der zwei Tage nach der 14. Pleite in Serie entlassen wurde.

Am Samstagabend wird in der Volksbank-Arena im zwölf Kilometer entfernten Rottenburg am Necker gespielt. Grund: Ende Juni hatte ein schweres Unwetter mit Hagen und Starkregen die Paul-Horn-Arena, in der seit Dezember 2020 das Kreis-Impfzentrum untergebracht war, unter Wasser gesetzt. Der kaputte Boden musste herausgerissen werden. Aktuell läuft die 800 000 Euro teure Sanierung, die noch bis Weihnachten dauern soll.

Tübingen hatte bereits acht Auswärtsspiele

Tübingen, von 2004 bis 2018 ununterbrochen in der 1. Liga, aber nie in den Playoffs, spielt seine vierte ProA-Saison. Und es läuft so gut wie noch nie seit dem historisch schlechten Abschneiden in der BBL-Serie 17/18 (2:66 Punkte). Das Team des finnischen Trainers Daniel Jansson, das aufgrund der Hallensituation bereits acht Auswärtsspiele absolviert hat, gewann sieben seiner neun Partien, darunter ein 97:83-Ausrufezeichen in Rostock. Der Lohn: Platz zwei. Die einzigen Niederlagen gab's in Bochum und Paderborn – ein Gefühl, das Rasta auch kennt.

Beim jüngsten Erfolg in Ehingen (98:83) freuten sich die Tigers über das Comeback von Isaiah Crawley, der sich nach auskurierter Knieverletzung und neun Monaten Pause gleich als Topscorer mit 24 Punkten zurückmeldete. Mit Blick auf die bisherige Saison ist Ryan Mikesell mit 21,1 Punkten pro Partie der Tigers-Topscorer, gefolgt von Mateo Seric (15,6) und Janssons Landsmann Aatu Kivimäki (11,7). „Sie haben ein gutes Tempo, spielen guten Team-Basketball. Da müssen wir unsere Erfahrung einbringen, um sie zu stoppen“, sagt Young, der auch gegen seinen früheren Klub seinen Ruf als Freiwurf-König der ProA (49/51) untermauern will.

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