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Zuschuss vom Staat lässt Rasta aufatmen

Der Klub erhält Corona-Hilfen in Höhe von rund 740.000 Euro. Aber: Möglicherweise muss ein Teil davon zurückgezahlt werden.

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Rastas Kapitän Josh Young. Foto: Schikora

Rastas Kapitän Josh Young. Foto: Schikora

Die gute Nachricht erreichte Stefan Niemeyer telefonisch. Am Montag bekam Rasta Vechtas Klubboss einen Anruf aus Quakenbrück. Und was die „Wirtschaftsbund GmbH Steuerberatungsgesellschaft“ dem Rasta-Macher mitzuteilen hatte, ließ die Stimmung im Lager des Basketball-Bundesligisten inmitten des Corona-Lockdowns schlagartig steigen. Rastas Steuerberatungsbüro hatte soeben vom Bundesverwaltungsamt (BVA) eine Mitteilung bekommen, die den Klub in schweren Zeiten bis auf weiteres von finanziellen Sorgen befreit.

Rund 740.000 Euro erhält Rasta aus den im Sommer vom Bundestag beschlossenen „Corona-Hilfen des Bundes für den Profisport“. „Am Ende ist es das, was wir uns erhofft hatten und was wir insgeheim auch erwartet hatten“, sagte Rastas Geschäftsführer Werner Themann und sprach von einem „sehr positiven Signal“: „Es war das Maximale, was wir rausholen konnten.“

Rasta liegt damit nur knapp unter der Höchstsumme von 800.000 Euro pro Verein, die das Bundesinnenministerium festgelegt hatte. Der Klub erhält die Summe als Ausgleich für entgangene Zuschauereinnahmen in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Dezember 2020. Laut Rasta entsprechen die 740.000 Euro „zu 80 Prozent den ausgefallenen Ticketeinnahmen“ gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Werner Themann, der mit einer Überweisung des Geldes bereits innerhalb der nächsten Tage rechnet, betonte: „Das Geld ist nicht da, um Gewinn zu machen.“ Zum 31. Dezember 2020 müsse man in der Bilanz „genau auf null kommen. Jeder Euro der darüber liegt, muss zurückgezahlt werden.“ Am Saisonende werde die Bilanz dann noch einmal überprüft. Mit Blick auf die Geisterspiele in der Bundesliga betonte Themann aber: „Uns ist es lieber, wir spielen vor möglichst vielen Zuschauern und zahlen das Geld dann zurück.“

Auch bei Klubchef Niemeyer war die Erleichterung groß. „Es ist super, dass wir die Zusage bekommen haben. Das bedeutet für uns sehr, sehr viel, und es ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen“, sagte der 60-Jährige. „Diese 740.000 Euro, die wir bekommen haben, helfen uns, die nächsten Monate zu überstehen und auch unsere Strukturen und alles, was wir bislang geschaffen haben, beizubehalten.“ Rasta habe „sehr hohe Strukturkosten durch Hallenmieten und Unterhaltung der Hallen“.

Niemeyer betonte: „Wenn wir dieses Geld nicht bekommen hätten, wäre am Ende dieser Saison bestimmt der Verlust, den wir damit gemacht hätten, sehr groß und hätte uns doch für die kommenden Jahre sehr, sehr stark belastet. Ob wir das überstanden hätten, kann ich heute nicht sagen. Aber es wäre schon ein großes Problem gewesen.“

Klubchef Niemeyer glaubt noch nicht an eine Rückkehr der Fans

Wie Niemeyer ausführte, habe Rasta den von der Politik in Aussicht gestellten Zuschuss bei der Kaderplanung für die laufende Saison schon berücksichtigt, letztendlich auch um „in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein“.

Dank der Hilfen des Bundes könne sich Rasta auch ohne Zuschauereinnahmen „zwar eine Zeit lang über Wasser halten. Aber entscheidend zum Überleben des Sports ist, dass die Fallzahlen sinken, ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht und wir – sobald gesundheitlich vertretbar – wieder Zuschauer in unseren Arenen begrüßen dürfen“, sagte Niemeyer.

Beim Thema Fans ist er allerdings skeptisch. „Ob wir dann ab Januar auch wieder mit einigen Zuschauern rechnen dürfen, oder ob das grundsätzlich überhaupt diese Saison möglich sein wird, mag ich nicht zu sagen. Wenn ich mir aktuell das Geschehen angucke, glaube ich es ganz persönlich im Moment eher nicht. Es wäre schön, wenn es überhaupt für ein paar Leute wieder möglich wäre, in die Halle zu kommen.“ Niemeyer gibt zu: „So wie es jetzt ist, macht es eigentlich keinen Spaß, das Spiel direkt in der Halle zu sehen, weil die Stimmung einfach fehlt.“

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