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Zum Abschluss noch eine Enttäuschung

Nach der Niederlage im Wildcard-Verfahren spielt Rasta Vechta in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga ProA. Hier gibt's die Reaktionen zum letzten Akt einer verkorksten Spielzeit.

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In der 2. Liga ProA geht's weiter: Rastas Coach Derrick Allen. Foto: Schikora

In der 2. Liga ProA geht's weiter: Rastas Coach Derrick Allen. Foto: Schikora

Als die letzte Schlacht geschlagen war und beim glückseligen Widersacher die Sektkorken knallten, präsentierte sich Stefan Niemeyer als fairer Verlierer. „Gießen ist ein sehr guter Standort, ich kann ihnen nur gratulieren. Es ist in Ordnung so – und wir kämpfen weiter“, sagte der Klubchef von Rasta Vechta, als der letzte Funken Hoffnung auf einen Verbleib in der 1. Basketball-Bundesliga erloschen war. Die letzte Niederlage der Saison 20/21 gab es nicht auf dem Parkett, sondern in einer digitalen Versammlung der BBL-Klubs. Im Wildcard-Verfahren um den 18. Platz im Teilnehmerfeld für die Erstliga-Saison 21/22, der durch den Aufstiegsverzicht von ProA-Vizemeister Bayer Leverkusen frei geworden war, zog Rasta gegen die Gießen 46ers den Kürzeren. Damit ist Vechtas dritter Abstieg in die 2. Liga ProA nach 2014 und 2017 perfekt.

„Jetzt gerade ist die Enttäuschung schon extrem groß“, gab Niemeyer zu. Der 60-Jährige, der mit seinem Unternehmen Miavit die Wildcard-Gebühr von bis zu 700.000 Euro übernommen hätte, ergänzte: „Das muss man erst mal sacken lassen.“ Die beiden sportlichen Absteiger – Gießen war Tabellenvorletzter mit 16:52 Punkten, Rasta Letzter mit 14:54 Zählern – waren die einzigen Bewerber.

Über die erste Wildcard seit 2015 (Rückzug der Artland Dragons) entschied die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH am Freitagnachmittag in einer Telefonkonferenz. Sie besteht aus dem Präsidenten der AG Basketball Bundesliga (Alexander Reil aus Ludwigsburg) und dem Vertreter des Deutschen Basketball Bundes.


2. Bundesliga ProA, Saison 2021/22

  • 17 Teams: Rasta Vechta (Absteiger), Bayer Giants Leverkusen, Science City Jena, Rostock Seawolves, Artland Dragons, VfL Kirchheim Knights, Eisbären Bremerhaven, Panthers Schwenningen, Gladiators Trier, Uni Baskets Paderborn, PS Karlsruhe Lions, Phoenix Hagen, Tigers Tübingen, Nürnberg Falcons, Team Ehingen Urspring, VfL Bochum (Aufsteiger), Itzehoe Eagles (Aufsteiger).

Dem finalen Votum war eine Konferenz der Arbeitsgemeinschaft der BBL-Klubs vorausgegangen. Die Bewerber Gießen und Rasta rührten hier noch mal die Werbetrommel, für Vechta sprach Niemeyer. Die Abstimmung der Klubs, die via Notar an den AG-Präsidenten Reil übermittelt wurde, ergab nach OM-Medien-Informationen ein 10:5 für die Gießen 46ers bei einer Enthaltung. Niemeyer bedankte sich bei allen Klubs, „die uns ihre Stimme gegeben haben“. Beide Klubs hätten eine „starke Bewerbung“ abgegeben.

Der Rasta-Geschäftsführer vermutete, dass am Ende die geografische Lage des Standorts Gießen entscheidend gewesen sei. „Für viele Teams liegt er einfach günstiger als Vechta“, so Niemeyer. Er deutete allerdings auch an, dass Gießen „starke Aussagen von Unterstützern“ ins Feld geführt habe. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sowie Kanzleramtsminister Helge Braun, die beide aus Gießen kommen, machten sich für die 46ers stark.

Rasta richtet nun den Blick auf seine fünfte Saison in der ProA (zuvor zweimal Meister, einmal Vizemeister, einmal 10.). Coach Derrick Allen hat jetzt Gewissheit für die Kaderplanung. Niemeyer sagte: „Natürlich werden wir versuchen, möglichst schnell in die BBL zurückzukommen.“ Der Wiederaufstieg sei aber „nicht so einfach“, so der Klubchef: „Die ProA ist eine sehr starke Liga geworden.“ Erstmals seit der BBL-Serie 13/14 gibt's wieder Derbys gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück.

Bei den Gießen 46ers, die bereits 2009 und 2012 eine Wildcard für 100.000 bzw. 250.000 Euro erworben hatten, war derweil die Erleichterung riesig. Das Gründungsmitglied der BBL, das seit 1966 nur zwei Jahre nicht in der 1. Liga gespielt hat, geht im Herbst in seine 54. Erstliga-Saison. Geschäftsführer Stephan Dehler sagte: „Wir sind überglücklich.“ Er dankte den Klubs, dem DBB, der BBL GmbH und den 46ers-Gesellschaftern, „die mit ihrem schnellen Handeln für diese Wildcard gesorgt haben und unsere Tradition in der BBL ohne zusätzliche Belastung fortleben lassen“. Der neue Sportdirektor Sebastian Schmidt meinte: „Wir gehen diese Wildcard demütig und besonnen an. Uns ist es wichtig zu erwähnen, dass es beide Klubs nach dieser Saison verdient hätten, in der Liga zu bleiben. Leider gab es nur eine Wildcard. Wir wünschen Rasta Vechta alles erdenklich Gute für die kommende Saison.“

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz gratulierte Gießen. Die Hessen hätten „ihre Präsentationsmöglichkeit überzeugend dazu genutzt, um nochmals die Argumente für ihren Standort vorzubringen“. Rastas Vortrag sei „nicht minder eindrucksvoll“ gewesen. Man drücke Vechta bei aller gebotenen sportlichen Neutralität die Daumen für eine baldige Rückkehr in die BBL.

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