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Zoran Nikolic coacht den VfL Oythe - mit hohen Zielen

Der neue Trainer der Zweitliga-Volleyballdamen ist da. Er ist 56 Jahre alt und schaut auf eine bewegte Vita.

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Treffen am Oyther Berg: Der neue VfL-Trainer Zoran Nikolic (Mitte) mit Volleyball-Vorstand Hauke Anders (links) und Volleyball-Obmann Matthias Schumacher. Foto: VfL Oythe

Treffen am Oyther Berg: Der neue VfL-Trainer Zoran Nikolic (Mitte) mit Volleyball-Vorstand Hauke Anders (links) und Volleyball-Obmann Matthias Schumacher. Foto: VfL Oythe

Der VfL Oythe hat seine wichtigste Personalentscheidung für die kommende Volleyball-Saison in der 2. Bundesliga getroffen: Zoran Nikolic wird neuer Trainer der VfL-Damen und damit Nachfolger von Ali Hobst, der vier Jahre in Oythe tätig war. Der 56-jährige Serbe hat einen Zweijahresvertrag mit einer Option für zwei weitere Jahre unterschrieben. Das Ziel für die Saison 2021/22 formulierte der Coach am Donnerstag bei seiner Vorstellung so: „Ein Platz unter den ersten Zehn – wir müssen uns erst mal etablieren.“ Aber für die langfristige Perspektive setzt er weit höhere Maßstäbe als den Nichtabstieg: „Ich möchte mit Oythe Meister werden.“ So wie er das in seiner bisherigen Laufbahn schon öfter war.

Den Kontakt zu Zoran Nikolic hatte Oythes Volleyball-Obmann Matthias Schumacher hergestellt. Dessen Sohn Philip spielt mit Nikolic' Sohn Nenad zusammen beim Herren-Zweitligisten FC Schüttorf. Es gab auch schon zwei sportliche Begegnungen des VfL mit Zoran Nikolic, der 2018/19 den Oyther Liga-Nachbarn SV Bad Laer trainiert hat. In Oythe gewann Bad Laer dabei mit 3:2, „obwohl Oythe eigentlich die stärkere Mannschaft war“, schaut Nikolic lachend zurück. Mit seiner neuen Mannschaft hatte er Mitte Mai schon ein Probetraining – und kam gut an, wie VfL-Volleyball-Vorstand Hauke Anders und Matthias Schumacher betonen.

Auch die Gespräche mit dem neuen Coach seien positiv verlaufen, was Nikolic bestätigt: „Es waren gute Gespräche, es gab keine Probleme. Ich freue mich, in Oythe etwas Neues beginnen zu können.“ Er wolle den beim VfL eingeschlagenen Weg, mit regionalen Aktiven zu arbeiten, in Oythe fortsetzen. „Wir sind davon überzeugt, dass er insgesamt sehr gut zu uns passt“, erklärt Matthias Schumacher.

Vertragsunterzeichnung: Zoran Nikolic (Mitte) mit Oythes Vereinschef Wolfgang Büssing (links) und Volleyball-Vorstand Hauke Anders. Foto: SchumacherVertragsunterzeichnung: Zoran Nikolic (Mitte) mit Oythes Vereinschef Wolfgang Büssing (links) und Volleyball-Vorstand Hauke Anders. Foto: Schumacher

Saisonbeginn soll am 11. September mit einem Heimspiel gegen den BBSC Berlin sein; Trainingsstart ist am 2. August. Oythes Kader um Kapitänin Sina Albers umfasst zurzeit acht Damen. Nicht mehr dabei ist neben Anne Jansen und Johanna Fragge auch Christine Aulenbrock, die sich auf ihre Beach-Karriere konzentrieren möchte. Zwei Gastspielerinnen haben sich beim VfL Oythe vorgestellt; die Verpflichtung könnte bald über die Bühne gehen, sagt Matthias Schumacher.

Am Donnerstag wurde noch einmal trainiert, am Freitag reist Nikolic nach Wien (mittlerweile seine Heimat), wo seine Frau Ruza sowie Tochter Tamara (28) und Sohn Nikica (20, Basketball-Halbprofi) leben und wo er bis Ende Juli bei SU Bisamberg unter Vertrag steht. Dort folgt ihm übrigens die frühere Oytherin Danuta Brinkmann (2012 bis 2017) als Trainerin.

Der künftige Oyther Coach, der auch die VfL-Reserve übernehmen wird, schaut auf eine bewegte Vita zurück. Am 28. November 1964 wurde er im damaligen Jugoslawien geboren (Cerna, heute Kroatien). Schon sein Vater war Volleyballprofi. Ende der 1970er Jahre zog die Familie nach Novi Sad (heute Serbien), wo Zoran Nikolic später diplomierter Sportlehrer und Volleyballtrainer wurde. In Novi Sad wurde Zoran Nikolic als Volleyballer 1988 und 1989 jugoslawischer Meister und spielte in der Champions League. Er absolvierte auch knapp über 20 Spiele in der Nationalmannschaft. 1990 kam der Wechsel zu Bayer Wuppertal in die Bundesliga.

„Ich glaube, wir können hier viel bewegen.“ Zoran Nikolic, neuer VfL-Trainer

Nach zwei Jahren stellte sich im Zuge des Jugoslawien-Krieges die Frage nach der Aufenthaltsgenehmigung; die Abschiebung drohte, Nikolic ging nach Salzburg. 1993 wurde er Herren-Spielertrainer in Gleisdorf/Graz, 1994 bekam er mit 29 Jahren den Trainerjob bei Donaukraft Wien (bis 1997); zweimal wurde er Meister, mit dem Nachfolgeklub Hot Volleys Wien später ebenfalls. Stationen bei Eintracht Mendig (1997 bis 2001, Bundesliga Herren), USC Münster (2001/02, Bundesliga Damen) und VC Leipzig (2002 bis 2006, Bundesliga Damen) folgten.

Dann kam die Rückkehr zu den Herren (ein Jahr Slowenien, zwei Jahre Amstetten/Österreich, vier Jahre Wien, ein Jahr Dresden). Ab 2015 trainierte er bei Sokol Schwechat/Wien wieder Damen, ab 2018 folgten Bad Laer und zuletzt zwei Jahre Bisamberg. Und jetzt Oythe. Ab Mitte Juli wird Nikolic hier erwartet; eine Wohnung hat er schon. Er sagt: „Ich glaube, wir können hier viel bewegen.“

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