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Wirbel bei Mühlens Handballerinnen: Espelages werfen die Brocken hin

Nach einem Anruf der Abteilungsleitung reichten die Trainer ihren sofortigen Rücktritt ein. Der Nachfolger ist ein alter Bekannter. Er saß schon am Sonntag beim Spiel in Friedrichsfehn auf der Bank.

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Nicht mehr Trainer in Mühlen: Andreas und Hiltrud Espelage. Foto: Schikora

Nicht mehr Trainer in Mühlen: Andreas und Hiltrud Espelage. Foto: Schikora

Der Notruf aus der Abteilungsleitung ereilte Thomas Kowalski am Freitagabend, zwei Tage später saß er zum ersten Mal bei seinem neuen Team auf der Bank: Der eigentlich für den Sommer geplante Wechsel auf der Trainerbank von Andreas und Hiltrud Espelage zu Thomas Kowalski ist bei den Oberliga-Handballerinnen von GW Mühlen überraschend schon vor dem zweiten Spiel des Jahres vollzogen worden.

Nach einem Anruf von Abteilungsleiterin Christina Fung reichten die Espelages am Freitagabend ihren sofortigen Rücktritt ein. Thomas Kowalski erklärte sich daraufhin bereit, sein Amt bereits jetzt anzutreten und bis zum Saisonende die ersten Damen und die C-Mädchen parallel zu betreuen. Im ersten Spiel unter Kowalskis Regie verlor GWM bei der SG Friedrichsfehn mit 19:21 (9:11).

Christina Fung betonte, man sei mit den Espelages „nicht im Bösen auseinandergegangen. Es war eine gute Zusammenarbeit.“ Es sei auch „definitiv nicht“ die Absicht der Abteilungsleitung gewesen, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden.

Vor allem ein Vorwurf traf die Espelages schwer

Auslöser für den Rücktritt war das Telefonat, in dem einige Dinge kritisch angesprochen wurden. „Es hat zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr so zusammengepasst, wie es vielleicht sein sollte“, sagte Christina Fung. Diesen Eindruck hatte der Handballvorstand auch durch Gespräche mit Spielerinnen gewonnen. „Da fanden wir es fairer, das offene Gespräch zu suchen“, sagte Christina Fung.

Die Tatsache, dass dabei offenbar auch von fehlender Motivation die Rede war, traf die Espelages so schwer, dass sie wenig später von sich aus einen Schlussstrich zogen. „Den Vorwurf, dass wir, aber auch die Mannschaft, nicht mehr voll motiviert wirken, können wir so nicht stehen lassen“, sagte Andreas Espelage und gab zu: „Das verletzt uns ein wenig.“

Er betonte: „Unsere Trainingsbeteiligung als Coaches lag in den vergangenen Jahren nahezu bei hundert Prozent Anwesenheit. Auf der anderen Seite hatten wir aber insbesondere dienstags sehr oft nur eine Handvoll Spielerinnen beim Training. Wenn es nach uns gegangen wäre, hätten wir gerne grundsätzlich dreimal wöchentlich trainiert. Ich weiß nicht, wie da von mangelnder Motivation die Rede sein kann.“ Am Ende trugen wohl auch die Corona-Einschränkungen und die magere sportliche Bilanz zur Unzufriedenheit auf beiden Seiten bei.

„Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen"Mühlens neuer Trainer Thomas Kowalski

Im ersten Spiel unter Thomas Kowalski zeigte Mühlen eine ordentliche Abwehr- und Torwartleistung, tat sich vorne aber gegen die starke FriPe-Keeperin Bianca Bröckerhoff schwer und leistete sich 25 Fehlwürfe, darunter vier verworfene Siebenmeter.

So fiel Mühlen nach einer 5:2-Führung auf 5:8 zurück und schaffte danach nicht mehr den Ausgleich, obwohl gerade in der Schlussphase die Chancen dazu da waren. Kowalski sprach dennoch von „Aufbruchstimmung“ und sagte: „Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen, wie sie mit der Situation umgegangen und wie sie ins Spiel reingegangen ist. Wir schaffen es nur noch nicht, in den Belohnungsmodus zu kommen, was sicher auch der Tabellensituation geschuldet ist.“

Ein Extralob verdiente sich Charlotte Westermann, die vier Tore warf, drei Siebenmeter erkämpfte und in der Abwehr überzeugte.

Weitere Tore: Paula Zerhusen (7/1), Anna Kruse (3), Madeline Matos Ferreira (2), Isabelle Bolles (2/1), Louisa Schuh (1).

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