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"Wir müssten über die Runden kommen"

Die Drittliga-Handballer des TV Cloppenburg können sich auf ihre Fans und Sponsoren verlassen. Der Verein hat keine Coronahilfen beantragt. Über den weiteren Saisonverlauf wird am Dienstag beraten.

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Vorerst kein Gedanke an Punktspiele, vor allem nicht vor Publikum: Die Drittligahandballer des TV Cloppenburg, hier mit Jannis Koellner (rotes Trikot), dürfen aktuell noch nicht einmal gemeinsam trainieren. Sie blicken gespannt der Videokonferenz des Deutschen Handballbundes entgegen, die am kommenden Dienstag stattfinden wird. Foto: Langosch

Vorerst kein Gedanke an Punktspiele, vor allem nicht vor Publikum: Die Drittligahandballer des TV Cloppenburg, hier mit Jannis Koellner (rotes Trikot), dürfen aktuell noch nicht einmal gemeinsam trainieren. Sie blicken gespannt der Videokonferenz des Deutschen Handballbundes entgegen, die am kommenden Dienstag stattfinden wird. Foto: Langosch

Nach wie vor stochern die Handballmänner des TV Cloppenbug im Nebel, was die Fortsetzung der Saison in der 3. Liga Nord-West anbelangt. Zuletzt waren sie am 31. Oktober im Einsatz, seitdem müssen sie coronabedingt nicht einmal trainieren, geschweige denn Punktspiele bestreiten. Der Deutsche Handballbund (DHB) hatte schon im November den Spielbetrieb bis zum 31. Januar ausgesetzt, es folgte der vom Bund verhängte Lockdown, der unter der Woche bis mindestens zu diesem Datum verlängert worden ist.

Und dann? Gute Frage. Am kommenden Dienstag (12. Januar) hat der DHB zu einer Videokonferenz geladen. „Mal sehen, was dabei herauskommt“, meint Christian Bien, kommissarischer Handballabteilungsleiter im TVC. „Wir wissen nicht worum es gehen wird, die Tagesordnung wird erst zu Beginn der Sitzung bekannt gegeben. Vielleicht präsentiert der DHB einen ganz großen Plan“, sagt Bien mit einem Augenzwinkern. Schließlich ist ihm angesichts der diffusen Lage bewusst, dass konkrete Aussagen kaum möglich sein werden.

Spieler trainieren alleine ode per Video-Anleitung 

Aktuell halten sich die Spieler zumeist individuell fit oder mit Trainingseinheiten im Videochat. Diese bereitet in erster Linie der neue Physiotherapeut der TVC-Handballer, Johannes Weidemeier, vor und führt diese auch durch. Weidemeier, der auch als Athletiktrainer fungiert, ist in der Cloppenburger Sportszene kein Unbekannter, sieben Jahre lang stand er als „Physio“ unter anderem in Diensten der Zweitligafußballerinnen des BV Cloppenburg. Aktuell unterstützt er auch die Drittligahandballfrauen des BV Garrel, die in der 3. Liga Nord-West spielen. Weidemeier beerbt Marlen Osterburg, die aus beruflichen Gründen ihren Posten bei den TVC-Männern niederlegen musste.

Johannes Weidemeier. Foto: LangoschJohannes Weidemeier. Foto: Langosch

Bleibt die Frage, wie die TVC-Handballer zu Coronazeiten wirtschaftlich über die Runden kommen. „Stand heute müssten wir über die Runde kommen“, sagt Maik Niehaus, gemeinsam mit Gorg Engelhardt sportlicher Leiter bei den Cloppenburgern. „Aber wir müssen jeden Cent umdrehen.“ Die Einnahmen aus den Heimspielen fehlen. Bislang hat der TVC erst eine einzige Partie in der neuen Heimspielstätte, der Halle an der Leharstraße, ausgetragen – und das vor leeren Rängen.

Dass es trotzdem reichen sollte, liegt an der „Unterstützung der Spieler“, sagt Niehaus, „und an unseren tollen Fans und Sponsoren, die uns die Treue halten“. Christian Bien zieht jedoch möglich Langzeitschäden in Betracht: „Wenn wir gar nicht mehr in den Spielbetrieb zurückkehren, könnte es natürlich sein, dass der eine oder andere abspringt.“

"Das kann am besten unser Steuerberater erklären"Maik Niehaus

Die vom Bund zur Verfügung gestellten Coronahilfen beansprucht der TVC indessen nicht. „Es hat mehrere steuerrechtliche Gründe, warum wir diese nicht beantragen“, sagt Niehaus. Ligakonkurrent OHV Aurich hat den Antrag im Gegensatz zum Aufsteiger aus Cloppenburg gestellt und inzwischen erinen positiven Bescheid bekommen. Die Ostfriesen sprechen von einem niedrigen fünfstelligen Betrag, der ihnen gewährt worden sei. „Die Gründe, warum wir den Antrag nicht stellen, sind nicht ganz so einfach. Das kann am besten unser Steuerberater erklären“, meint Niehaus schmunzelnd.

Erst einmal richten sich die Blicke des TVC auf den kommenden Dienstag mit der Frage, ob die Videokonferenz des DHB neue Erkenntnisse bringt.

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