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Werder siegt in Lohne: Ein strahlender Debütant und ein Pechvogel

Der Fußball-Zweitligist aus Bremen hat Heracles Almelo im Amasyaspor-Stadion mit 2:0 geschlagen. Dabei stand Neuzugang Mitchell Weiser gleich in der Startelf. Und ein Stürmer hatte Abschlusspech.

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Großes Engagement, aber kein Torerfolg: Werder-Stürmer Niclas Füllkrug (links) war in Lohne im Pech. Foto: nordphoto/Kokenge

Großes Engagement, aber kein Torerfolg: Werder-Stürmer Niclas Füllkrug (links) war in Lohne im Pech. Foto: nordphoto/Kokenge

Als Mitchell Weiser nach etwas mehr als einer Stunde mit einem breiten Grinsen im Gesicht den saftigen Rasen im Amasyaspor-Stadion verlassen hatte, hatten seine müden Füße Feierabend. Von da an waren nur noch seine Finger gefragt. Eine Handvoll Autogrammjäger, die gerade so über die Bande gucken konnten, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem Rechtsverteidiger ein paar Unterschriften abzuluchsen. Und der Fußballer signierte gerne all das, was die Kids ihm so entgegenhielten. So wie er es erst tags zuvor mit dem Leihvertrag bei Werder Bremen gemacht hatte. Mitchell Weiser war am Tag der Schließung des Transferfensters von Bayer Leverkusen in die Hansestadt gewechselt. Und von dort aus am Mittwoch direkt mit nach Lohne gefahren. Beim Bremer 2:0 (1:0)-Testspielsieg gegen den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo im Stadion des Bezirksligisten Amasyaspor Lohne gab er ein unauffälliges 68-minütiges Debüt.

Die etwas mehr als 200 Zuschauer, die sich am Mittwochnachmittag zur Anlage am Amasyaweg begeben hatten, wurden mit einem langen Sonnenbad belohnt. Außerdem gab es ein schönes Ambiente mit türkischer Musik aus der Amasyaspor-Playlist vor und nach dem Spiel sowie ausgiebiger Verpflegung. Und Fußball wurde ja auch noch gespielt.

Ein Spektakel war es definitiv nicht, was die Mannschaften von Werder-Trainer Markus Anfang und Almelo-Coach Frank Wormuth zeigten. Doch insbesondere Anfang wirkte im ersten Durchgang recht zufrieden. Er lobte viel und verteilte verbalen Zwischenapplaus. „Gut, Pavlas!“, rief er etwa des Öfteren seinem Keeper Jiri Pavlenka zu – der Tscheche gab in Lohne nach Rückenproblemen sein lang ersehntes Comeback.

Der Neue am Ball: Rechtsverteidiger Mitchell Weiser. Foto: nordphotoKokengeDer Neue am Ball: Rechtsverteidiger Mitchell Weiser. Foto: nordphoto/Kokenge

Es war eine sehr entspannte Rückkehr für den Torwart, der auch die EM hatte absagen müssen. Er hatte kaum etwas zu tun – nur einmal musste er bei einer Doppelparade (66.) sein Können zeigen. Ansonsten dominierte Werder eigentlich durchweg das Geschehen in der Partie, die von Bundesliga-Schiedsrichter Sven Jablonksi aus Bremen souverän geleitet wurde.

Die Werder-Tore erzielten am Mittwoch zwei Talente: Oscar Schönfelder drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie (22.), bevor Abdenego Nankishi im zweiten Durchgang per Nachschuss den Treffer zum 2:0 erzielte (56.).

Es war zweifelsohne ein gerechtes Endresultat. Aber einen Bremer dürfte es trotzdem gewurmt haben: Niclas Füllkrug. Der Angreifer war in den bisherigen fünf Zweitliga-Spielen ohne Torerfolg geblieben – und diese Durststrecke setzte sich auch in Lohne fort. Trotz vieler Chancen. Im ersten Abschnitt verzog er nach einer schönen Drehung deutlich (13.), ehe in der zweiten Halbzeit ein Versuch kurz vor der Linie geklärt wurde (61.). Danach scheiterte er auch noch aus guter Position an Keeper Koen Bucker (74.). Es war der Nachschuss nach einem Freistoß von Innenverteidiger Marco Friedl, der das jüngste Rostock-Spiel (3:0) noch aufgrund von Wechsel-Absichten bestreikt hatte. Später lenkte Bucker dann auch noch einen strammen Füllkrug-Schuss an die Latte (87.).

Werder-Coach Markus Anfang war mit dem ungefährdeten Testspielsieg zufrieden. Die in der zweiten Halbzeit eingewechselten jungen Spieler hätten „das wirklich gut gemacht“. Für Weiser gab es nach seinem ersten Arbeitstag ein kleines Sonderlob. Er sei ohne vorherigen Kontakt zur Mannschaft direkt zum Einsatz gekommen. „Ich finde, das ist anspruchsvoll, aber er hat es dafür echt gut gemacht“, hielt Anfang fest.


Werder Bremen - Heracles Almelo 2:0 (1:0)

  • Bremen: Pavlenka - Weiser (69. Poznanski), Friedl, Jung, Park - Schmidt (46. Schneider), Rapp (46. Löpping), Schönfelder (64. Straudi) - Nankishi, Füllkrug, Assale.
  • Tore: 1:0 Schönfelder (22.), 2:0 Nankishi (56.).
  • Zuschauer: 230 im Amasyaspor-Stadion in Lohne.

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