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Wegen Corona: Handball-Verband erklärt Saison für beendet

Absteiger soll es nicht geben, wohl aber Aufsteiger in die 3. Liga. Die Trainer der heimischen Teams begrüßen den Beschluss.

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Die Zwangspause geht weiter: Anne Kolbeck vom Handball-Oberligisten TV Dinklage. Foto: Wenzel

Die Zwangspause geht weiter: Anne Kolbeck vom Handball-Oberligisten TV Dinklage. Foto: Wenzel

Am Montagabend schlossen sich der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) und die Vertreter der Gliederungen noch einmal zu einer Online-Konferenz zusammen. Wenig später wurde das Ergebnis per Pressemitteilung verkündet: Die Corona-Saison 2020/21 wird abgebrochen. Von der Oberliga bis zur Landesklasse und auch in sämtlichen Regionsligen wird es in dieser Handball-Spielzeit kein Punktspiel mehr geben.

„Die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen zwingen uns, die Saison für die Mannschaften der Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen für beendet zu erklären“, wird HVN-Präsident Stefan Hüdepohl zitiert. Der Abbruch erfolgt ohne Wertung der bisher ausgetragenen Spiele. Am Dienstagabend wurde der Abbruch dann auch formell vollzogen. Die Regionen wollen sich dem Entschluss einvernehmlich anschließen.

Zuvor hatte sich der HVN bereits mit den Vertretern der Ober- und Verbandsligisten ausgetauscht. In einer schriftlichen Abfrage hatten sich zudem knapp 90 Prozent der 164 teilnehmenden Landesligisten und Landesklassisten dafür ausgesprochen, die Saison abzubrechen bzw. auf eine Wertung zu verzichten.

Diesem Wunsch kommt der HVN nun nach. Da keine Wertung erfolgt, wird es auch keine Absteiger geben. Laut HVN-Vize Jens Schoof hält der Deutsche Handballbund (DHB) aktuell aber daran fest, in den 3. Ligen Aufsteiger aus den Oberligen aufzunehmen. „Das hat zur Folge, dass wir in den nächsten Wochen eine Abfrage bei den Vereinen der Oberligen der Frauen und Männer starten und die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Aufstiegsrunde abfragen“, kündigte Jens Schoof an. Der HVN wolle dann einen Modus zur Ermittlung der Aufstiegsplätze erarbeiten, in den auch Hygiene- beziehungsweise Testkonzepte einfließen müssten.

Da es keine Wertung gibt, ist davon auszugehen, dass auch die geplante Auflösung der Landesklassen um ein Jahr auf 2022 verschoben wird. Darüber will das HVN-Präsidium auf seiner Sitzung am 6. März entscheiden.

Die Vertreter der heimischen Topteams auf Landesebene begrüßen den Abbruch. „Jetzt haben wir zumindest Klarheit, dass nicht mehr gespielt wird“, sagte Trainer Andreas Espelage vom Damen-Oberligisten GW Mühlen. Eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde schließt er als Trainer aus: „Das machen wir nicht. Das ist für uns utopisch.“

Maike Bocklage vom Ligarivalen TV Dinklage schließt eine Teilnahme an einer Aufstiegsrunde ebenfalls aus. Und auch sie begrüßt den Abbruch: „Ich finde es gut, dass nun endlich eine Entscheidung getroffen wurde. Nun hängt man nicht mehr in der Luft“, sagt sie.

Auch Markus Gabler vom Herren-Landesligisten TV Dinklage hält den Abbruch für alternativlos: „Wir wollen gerne wieder Handball spielen. Aber was sollen wir machen? Es ist die richtige Entscheidung. Es bringt ja nichts, jetzt etwas übers Knie zu brechen.“

Unsanft gebremst: Für die Handballer und Handballerinnen in Niedersachsen, hier dei Landesligafrauen des SV Höltinghausen (in Grün)  ist das Saisonaus so gut wie beschlossen. Foto: LangoschUnsanft gebremst: Für die Handballer und Handballerinnen in Niedersachsen, hier dei Landesligafrauen des SV Höltinghausen (in Grün)  ist das Saisonaus so gut wie beschlossen. Foto: Langosch

Die Vereine aus dem Kreis Cloppenburg hatten sich in den vergangenen Wochen schon mit dem Gedanken an den Saisonabbruch angefreundet. „Es ist die absolut richtige Entscheidung, sie ist im Sinne des Sports“, sagt beispielsweise David Tabeling, Trainer der Höltinghauser Landesligafrauen. „Es hat überhaupt keinen Sinn, irgendwelche Harakiri-Ideen zu entwickeln, um vielleicht doch noch einen Punktspielbetrieb hinzubekommen. Wenn es die Coronalage zulässt, können wir Freundschaftsspiele oder -turniere veranstalten, um den Aktiven und den Zuschauern etwas zu bieten. Da wären wir die Ersten, die mitmachen würden.“

HVN-Präsident Hüdepohl stellte unterdessen trotz des Abbruchs klar: „Die Sportler in Niedersachsen brauchen eine Perspektive. Das setzt voraus, dass der Amateursport nicht bis in den Sommer verboten bleibt.“ Ziel müsse sein, zumindest zurück ins Training zu kommen, „um dann Spiele auf freiwilliger Basis in engen regionalen Grenzen nötigenfalls auch auf Rasen oder im Sand zu organisieren“. Hüdepohl kritisierte in diesem Zusammenhang den Stufenplan 2.0 der Landesregierung: „Die Regelungen, die den Sport betreffen, lassen uns fürchten, nicht vor Juni oder gar erst nach den Ferien in die Hallen zurückzukehren. Wir brauchen schnellstmöglich in den Bereichen, in denen die Inzidenz niedrig ist, eine Trainingsmöglichkeit in Gruppen auch in der Halle.“

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