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Was wird aus dem Traum von Olympia?

Beim Algarve-Cup erreichte die 23-Jährige mit den „Foorball Ferns“ den vierten Platz – und eine gute Beurteilung von Neuseelands Nationaltrainer Tom Sermanni.

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Auf dem Sprung: BVC-Spielerin Jana Radosavljevic (schwarzes Trikot, im Spiel gegen Saarbrücken) hat ihr Debüt in der neuseeländischen Nationalmannschaft gegeben. Foto: Langosch

Auf dem Sprung: BVC-Spielerin Jana Radosavljevic (schwarzes Trikot, im Spiel gegen Saarbrücken) hat ihr Debüt in der neuseeländischen Nationalmannschaft gegeben. Foto: Langosch

Das Debüt war keine Eintagsfliege. Im November 2019 erhielt Jana Radosavljevic eine Einladung zu Neuseelands Frauenfußball-Nationalteam, um an einem Turnier in China teilzunehmen. In den Partien gegen die Gastgeberinnen und gegen Kanada überzeugte die 23-Jährige, die in der dritten Saison beim BV Cloppenburg spielt, offenbar. Denn nun gehörte sie wieder zum Aufgebot der „Football Ferns“, das am Algarve-Cup in Portugal teilnahm. Am vorigen Wochenende kehrte Radosavljevic nach Cloppenburg zurück.

„Die Farne“ – die Silberfarn-Flagge ist die inoffizielle Nationalflagge des Inselstaates im südlichen Pazifik – belegten den vierten Platz und Jana Radosavljevic kam im Halbfinale des Algarve-Cups zum Einsatz. In der 73. Minute kam sie für Annalie Longo in die Partie gegen Italien. Zwar war das Halbfinale zu diesem Zeitpunkt bei einem Stand von 0:3 – was auchdas Endresultat sein sollte – bereits entschieden. Aber immerhin, Radosavljevic machte einen guten Job, wenngleich sie im Spiel um Platz drei, das gegen Norwegen mit 1:2 verloren ging, sich mit einem Platz auf der Bank begnügen musste. Das fand auch Nationaltrainer Tom Sermanni. „Ich habe eine positive Beurteilung von ihm bekommen“, meint die BVC-Spielerin.

Nun hofft sie, dass es für eine Nominierung zu den Olympischen Spielen in Tokio reicht. „Wir hatten im Algarve-Cup einen 24-köpfigen Kader, für Olympia gibt es nur 18 Plätze – 16 Feldspielerinnen und zwei Torfrauen“, sagt Radosavljevic. Außerdem werden vier Spielerinnen auf Abruf benannt. „Da ist es schwer für mich, so wie es schwer für jeden ist, der neu in eine Mannschaft kommt. Diejenigen, sie schon seit Jahren dort etabliert sind, räumen ja nicht freiwillig ihren Platz, auch wenn du besser bist.“

Dazu gesellt sich die Frage, ob Olympia überhaupt stattfindet und nicht der allgegenwärtige Coronavirus einen Strich durch die Rechnung macht. Das wäre schon bitter, denn: „Olympia ist nicht nur für mich, sondern für viele Sportler ein riesengroßer Traum, auf den du jahrelang hinarbeitest“, findet die BVC-Spielerin. Immerhin, selbst bei einer Absage wäre der Traum noch nicht gänzlich geplatzt. „Ich bin ja noch jung. Aber die Spiele wären der nächste große Schritt für mich, deshalb hoffe sich inständig, dass es in diesem Jahr klappt“, meint Radosavljevic.

Als Fünfjährige ist sie zum Fußball gekommen. Als Tochter serbischer Eltern hat sie die ersten Lebensjahre in Neuseeland verbracht und ist deswegen auch im Besitz zweier Staatsangehörigkeiten. „In der U17 und U19 habe ich noch für Serbien gespielt, mich dann aber entschieden, für Neuseeland aufzulaufen“, sagt Radosavljevic. Nach den Stationen Roter Stern Belgrad und Töckförs IF in Schweden wechselte sie nach Deutschland. Die 23-Jährige bestreitet inzwischen die dritte Saison in Cloppenburg. Allerdings war sie in der Spielzeit 2018/12019 fast komplett ausgefallen. Im Zweitrundenmatch des DFB-Pokales gegen den damaligen Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hatte sie sich gleich in der Anfangsphase einen Kreuzbandriss zugezogen und steht dem BVC erst seit der Vorbereitung auf die laufende Serie wieder zur Verfügung. Im Testspiel am 12. Juli 2019 gegen Twente Enschede bestritt sie erstmals wieder ein Spiel – nach zehnmonatiger Pause.

Die schwerwiegende Verletzung spielt für sie kaum noch eine Rolle. „Natürlich denke ich ab und zu noch daran, aber wenn ich auf dem Platz bin, dann will ich Fußball spielen und kenne keine Angst.“ Auch mit ihrer neuen Rolle auf der Sechserposition hat sich die 23-Jährige angefreundet. Mehr noch: „Mir gefällt es richtig gut. ich will den Ball haben und den habe ich öfter als vorher, als ich noch auf außen gespielt habe.“

Radosavljevic ist zuversichtlich, mit dem BVC den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu schaffen. „Die ersten beiden Spiele nach der Winterpause waren gut, auch wenn wir gegen Saarbrücken, nach einer 2:0-Führung den Sieg noch verschenkt haben.“ Zuallererst aber wünscht sie sich, dass die Saison bald fortgesetzt wird und die Zwangspause wegen des Coronavirus‘ ein Ende findet: „Es ist frustrierend, dass im Moment nicht gespielt wird. Und keiner weiß, wie es weitergeht. Es wäre toll, wenn die Partie gegen Ingolstadt am 29. März stattfinden würde. Ich m��chte unbedingt wieder spielen, der Sport und vor allem Fußball ist meine große Leidenschaft.“

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