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Wagnis und Chance zugleich

Die Landesliga-Fußballer vom SV Bevern haben mit Simon Wehming (27) einen neuen Chefcoach. Er kann auf ein eingespieltes Team bauen.

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„So machen wir's: Trainer Simon Wehming (Mitte) wird mit seinem Team von der Konkurrenz zu den potenziellen Titelkandidaten gezählt. Foto: Wulfers

„So machen wir's: Trainer Simon Wehming (Mitte) wird mit seinem Team von der Konkurrenz zu den potenziellen Titelkandidaten gezählt. Foto: Wulfers

Mit neuer sportlicher Leitung sowie einem personell quantitativ und auch qualitativ veränderten Kader gehen die Fußballer des SV Bevern in ihre nunmehr bereits siebte Landesligasaison. Für das Duo Olaf Blancke/Peter Hölzen leiten jetzt Simon Wehming als „Chef“ sowie Frank Placke als spielender Cotrainer die Geschicke an der Calhorner Straße.

Für den 27-jährigen Wehming ist es die erste Station im höherklassigen Fußball. „Der Verein ist natürlich eine Hausnummer in der Region. Ich habe Respekt vor der Aufgabe, aber sicherlich keine Angst.“ Wehming beendete bereits in der A-Jugend aufgrund diverser Verletzungen seine aktive Zeit, um sich ganz dem Trainerjob zu widmen. Stolze 8 Jahre betreute er die A-Junioren von Rot-Weiß Damme und fungierte dort in den vergangenen zwei Spielzeiten auch als Cotrainer und Teammanager des gerade in die Bezirksliga aufgestiegenen Männerteams.

Für Wehming ist der SVB Chance und Risiko zugleich. Sollte es sportlich rund laufen, hätte er sich „einen Namen“ in der Trainergilde gemacht, sollte der Erfolg indes ausbleiben, so ist speziell im arg kritischen Beverner Umfeld mit heftigem Gegenwind zu rechnen. Zumal die Fußstapfen, in die Wehming tritt, von einer beachtlichen Größe sind. Will heißen: Bezirkspokalsieger und Landesliga-Vizemeister in der vergangenen Saison lauten die nackten Fakten, die das Duo Blancke/Hölzen zuletzt vorzuweisen hatten.

Frank Placke soll in die Rolle des spielenden Cotrainers schlüpfen

„Die Vorsaison zu toppen ist natürlich ein Brett“, schmunzelt Wehming, der sich dann aber nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen will, sondern den Blick in die Zukunft richtet. „Die vergangene Saison interessiert mich nicht und an der lasse ich mich auch nicht messen. Der Verein will auf junge Talente aus der Region setzen und das haben wir jetzt umgesetzt.“

Auch die Tatsache, dass er mit seinen 27 Lenzen als Jungspund im Trainergeschäft daherkommt und somit jünger als einige seiner Spieler ist, bereitet ihm keinerlei Kopfzerbrechen. „Bei den Trainern ist es wie bei den Spielern. Es gibt für mich keine Unterschiede zwischen jungen und alten, sondern nur zwischen guten und schlechten. Außerdem: Wenn man die Mannschaft von etwas überzeugen kann, spielt das Alter schon mal gar keine Rolle.“

Sei's drum: Eine Chance, ohne Vorbehalte seine Vorstellungen von attraktivem Fußball in die Tat umzusetzen, hat Wehming allemal verdient. Zumal er auf ein eingespieltes Team setzen kann. Kapitän Sascha Thale, Bernd Gerdes, Sebastian Sander, Jannis Wichmann, Matthis Hennig, Nico Thoben, Jan Schockemöhle, Kristen Bramscher, Paul Tepe Maxi Hoffmann sowie die Torhüter Till Puncak und Tobias Brengelmann: Sie alle gelten als mögliche Kandidaten für die Erstformation.

Regional- und Oberliga-Erfahrung: Lennart Blömer (rechts) wechselte vom VfL Oldenburg zum SV Bevern. Foto: WulfersRegional- und Oberliga-Erfahrung: Lennart Blömer (rechts) wechselte vom VfL Oldenburg zum SV Bevern. Foto: Wulfers

Mit Rami Kanjo, Joshua König, Albi Dosti, Julius Liegmann und Efti Stoimenou haben zwar fünf Spieler, die zumindest zum erweiterten Stammpersonal zählten, den Klub verlassen. Dafür dürften die Neuzugänge die Qualität im Beverner Kader allemal verbessern.

Allen voran Frank Placke: Der von Blau-Weiß Lohne zum SVB gewechselte Routinier gilt als spielender Cotrainer nicht nur als Wehmings verlängerter Arm auf dem Spielfeld, sondern machte bereits in der Vorbereitung deutlich, defensiv wie offensiv zur echten Verstärkung werden zu können. Nach sechs Spielzeiten bei den Lohnern war für den 31-Jährigen der Zeitpunkt gekommen, etwas Neues in Angriff zu nehmen. „Ich habe noch Aufstieg und Pokalsieg mitgemacht, das waren tolle Erlebnisse. Ich möchte nach meiner Zeit als Spieler schon als Trainer arbeiten, aber noch sehe ich mich in erster Linie als Spieler.“

Lennart Blömer kommt vom VfL Oldenburg. Mit seinen gerade einmal 26 Jahren verfügt der Stürmer bereits über die Erfahrung von weit über 100 Spielen in Regional- und Oberliga. Ebenfalls in vorderster Front ist Fynn Dauny zu Hause, der von Falke Steinfeld zum SVB wechselte. „Er ist bei uns der schnellste. Wenn er einmal weg ist, holt ihn keiner mehr ein“, sagt Wehming.

"Wir gehen mit einer klaren Nummer eins in die Saison."Simon Wehming, Beverns Trainer

Ein Duo angelte sich Bevern von Sparta Werlte. Johannes Heitgerken ist als 6er oder 8er einsetzbar, Dominik Brinker gilt als schneller und variabler Umschaltspieler. Auch der von Frisia Goldenstedt gekommene Marek Gorzolka ist als physisch starker Spieler im Mittelfeld variabel einsetzbar.

Große Stücke hält Wehming auch auf die Youngster Thorben Kühling und Jan Kalvelage. „Sie werden ihre Einsatzzeiten bekommen, aber wir geben ihnen auch die Zeit, um sich zu entwickeln.“

Neunter Zugang ist Nils Kordon. Der vom TuS Emstekerfeld zum SVB gewechselte Torhüter ist zuallererst für die zweite Mannschaft vorgesehen, stünde bei Bedarf allerdings zur Verfügung und fungiert zudem als Torwarttrainer.

Und da gilt es gleich einmal eine durchaus heikle Frage zu beantworten. Wer bekommt das Trikot mit der Nummer eins? Till Puncak und Tobias Brengelmann sind die Protagonisten, für Wehming eine durchaus schwere Entscheidung. „Beide haben sich in den Testspielen abgewechselt und sind auf einem Niveau. Wir beabsichtigen aber kein Wechselspiel, sondern gehen mit einer klaren Nummer eins in die Saison.“

Derartig festlegen mag und muss sich der Coach bei den Feldspielern indes nicht. Der im Vergleich zur Vorsaison aufpolierte Kader lässt dem Trainer alle Möglichkeiten. „Jeder hat sicher seine Sahneposition, aber fast alle sind auch variabel einsetzbar.“

Prognose: Simon wer? Die Fußballinteressierten im Kreis Cloppenburg wussten mit dem Namen des neuen Beverner Trainers bei dessen Verpflichtung zunächst einmal wenig anzufangen. Beverns Verantwortliche schenkten Simon Wehming jedoch das Vertrauen. Gut so: Dass Fußball ein reiner Ergebnissport ist, darüber ist sich der Trainer im Klaren. Wichtig wäre nach dem Aus im NFV-Pokal (13:14 nach Elfmeterschießen gegen SV Steimbke) ein guter Start in die Punktrunde, denn sonst wird's für Mannschaft und Trainer ganz schnell ungemütlich an der Calhorner Straße. Beverns großes Plus: Die Leistungsträger wurden gehalten, sodass eine eingespielte Truppe zur Verfügung steht. Sollten die Neuzugänge einschlagen, so wird es erneut eine erfolgreiche Saison. Deshalb: Bevern spielt bis zum Schluss um den Titel mit und belegt am Ende Rang 3.

Oben von links: Dominik Brinker, Lennart Blömer, Jan Kalvelage, Johannes Heitgerken, Marek Gorzolka, Paul Tepe, Nico Thoben. Mitte von links: Trainer Simon Wehming, Physiotherapeutin Stefanie Kruse, Frank Placke, Sebastian Sander, Fynn Dauny, Jan Schockemöhle, Thorben Kühling, Torwarttrainer Nils Kordon, Fußballobmann Lukas Ortmann. Unten von links: Betreuerin Kira Zachert, Sascha Thale, Tobias Brengelmann, Till Puncak, Bernd Gerdes, Physiotherapeutin Sarah Napierski.Oben von links: Dominik Brinker, Lennart Blömer, Jan Kalvelage, Johannes Heitgerken, Marek Gorzolka, Paul Tepe, Nico Thoben. Mitte von links: Trainer Simon Wehming, Physiotherapeutin Stefanie Kruse, Frank Placke, Sebastian Sander, Fynn Dauny, Jan Schockemöhle, Thorben Kühling, Torwarttrainer Nils Kordon, Fußballobmann Lukas Ortmann. Unten von links: Betreuerin Kira Zachert, Sascha Thale, Tobias Brengelmann, Till Puncak, Bernd Gerdes, Physiotherapeutin Sarah Napierski.

  • Abgänge: Rami Kanjo (TuS Bersenbrück), Joshua König (SC Melle), Albi Dosti (BW Lüsche), Julius Liegmann (unbekannt), Efthimios Stoimenou (Karriereende), Tim Kröger (VfL Oythe), Luka Luniku (VfL Oythe).
  • Zugänge: Frank Placke (BW Lohne), Marek Gorzolka (Frisia Goldenstedt), Lennart Blömer (VfL Oldenburg), Thorben Kühling (A-Jugend JSG Emstek/Bethen Höltinghausen), Johannes Heitgerken (Sparta Werlte), Dominik Brinker (Sparta Werlte), Fynn Dauny (Falke Steinfeld), Nils Kordon (TuS Emstekerfeld), Jan Kalvelage (A-Junioren JFV Cloppenburg).
  • Tor: Till Puncak, Tobias Brengelmann, Nils Kordon.
  • Abwehr: Matthis Hennig, Jannis Wichmann, Frank Placke, Jan Schockemöhle, Maximilian Hoffmann, Jan Kalvelage.
  • Mittelfeld: Kristen Bramscher, Bernd Gerdes, Nico Thoben, Marek Gorzolka, Lennart Blömer, Thorben Kühling, Johannes Heitgerken, Dominik Brinker, Fynn Dauny.
  • Angriff: Sebastian Sander, Sascha Thale, Paul Tepe.
  • Trainer: Simon Wehming.
  • Cotrainer: Frank Placke.
  • Torwarttrainer: Nils Kordon.
  • Betreuer: Mark Overmöhle, Heinrich Möller, Kira Zachert.
  • Physiotherapeutin: Stefanie Kruse und Sarah Napierski.
  • Saisonziel: Als Mannschaft zusammenwachsen. Guten Fußball bieten und oben mitspielen.
  • Meistertipp: SV Holthausen-Biene, SC Melle 03, Hansa Friesoythe.

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