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Vorsicht, bissiger Hundt!

Nach zwei Jahren in der 2. Liga ProA will sich Jannes Hundt in der Basketball-Bundesliga etablieren – das Braunschweig-Spiel war für den 24 Jahre alten Guard von Rasta Vechta ein Anfang.

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Volle Konzentration beim Freiwurf: Rastas Jannes Hundt im Braunschweig-Spiel. Foto: S. Hübner

Volle Konzentration beim Freiwurf: Rastas Jannes Hundt im Braunschweig-Spiel. Foto: S. Hübner

Nein, der Saisonstart war nicht gut. 0:6 Punkte in der Liga, inklusive Pokal sogar fünf Niederlagen in Serie – auch Jannes Hundt ist alles andere als glücklich mit der bisherigen Ausbeute von Rasta Vechta. „Es hätte besser laufen können“, sagt der 24 Jahre alte Guard des heimischen Basketball-Bundesligisten. Aber der Neuzugang von den Artland Dragons bleibt optimistisch. „Es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Und das passiert auch nicht. Wir haben eine gute Intensität im Training und verbessern uns in vielen Kleinigkeiten. Ich hoffe, dass wir uns bald mit einem Sieg belohnen.“ Klappt's schon am Sonntag? Es werde „sehr schwer“, sagt Hundt mit Blick auf das Gastspiel in Ulm. Aber man werde alles versuchen, um dem Spitzenreiter das Leben schwer zu machen.

100 Punkte hat Ulm in seinen drei Liga-Spielen im Schnitt gemacht. Dieser offensiven Wucht stellt sich nun eine Defense entgegen, die bislang über 90 Punkte pro Partie kassiert hat. „Unser Ziel muss es sein, Ulm unter 85 Punkten zu halten, nur dann haben wir auch eine Chance“, sagt Hundt. Wie soll das funktionieren? „Was die individuelle Qualität angeht, gehören wir nicht zu den Topteams der Liga. Wir müssen über Energie und Einsatz kommen.“

Hundt wünscht sich „mehr Stabilität“

Hundt, einer von vier Guards in Rastas Rotation, wünscht sich „mehr Stabilität“ – und dass das Kollektiv in Stress-Momenten positiv bleibt. Ein Verhalten, das er selbst vorlebt. Sein Credo: Gas geben, ganz egal, was auf der Anzeigetafel steht. Und dass Rasta im dritten BBL-Jahr in Folge mit drei Niederlagen gestartet ist, kommentiert er mit einem Schmunzeln: „Dann sind wir ja voll im Soll.“

Stark in der Defense: Jannes Hundt (rechts), hier im Pokalspiel gegen Göttingen. Foto: SchikoraStark in der Defense: Jannes Hundt (rechts), hier im Pokalspiel gegen Göttingen. Foto: Schikora

Hundt, geboren in Oldenburg und aufgewachsen in Berlin, kam im Sommer nach Vechta. In den letzten zwei Jahren spielte er für die Artland Dragons in der 2. Liga ProA. In 55 Spielen stand er im Schnitt gut 26 Minuten auf dem Parkett und kam dabei auf 9,1 Punkte und 3,8 Assists – sehr solide Werte, die ihm die Tür zur BBL öffneten. Es ist eine Art Rückkehr ins Oberhaus. Zwischen 2015 und 2018 hatte er bereits acht BBL-Kurzeinsätze für Alba Berlin (3) und die Eisbären Bremerhaven (5). Zusammen mit seiner Freundin lebt er nach wie vor in Quakenbrück. Die Entfernung zum Rasta-Dome sei ein Klacks. „Ich komme aus Berlin, da bin ich anderes gewohnt“, sagt er und grinst: „Sind ja nur zwei Ampeln auf 25 Kilometern.“

In der BBL sei er inzwischen angekommen, wie Hundt versichert. Nach drei Pokaleinsätzen à zwölf Minuten war er in München (0:31 Minuten) und gegen Würzburg (2:06) kein Faktor. In Braunschweig, wo Rasta eine gruselige zweite Halbzeit spielte, nutzte Hundt seine Chance und war mit zehn Punkten sowie vier Assists der „einzige Lichtblick“ für Coach Thomas Päch. Und im jüngsten Test gegen Oldenburg avancierte er zu Rastas Topscorer (13 Punkte).

„Das Spiel in Braunschweig hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Ich hoffe, dass ich daran anknüpfen kann“, sagt Hundt. Päch ist davon überzeugt: „Jannes kommt immer besser rein.“ Der Coach lobt die „tolle Arbeitsmoral“ seiner Nummer 20 und sagt mit Blick auf diverse Extraschichten: „Er ist nicht kaputt zu kriegen.“

Hundt definiert seine Rolle im Team über die Defense. Er will den Spielmacher des Gegners nerven, ihm auf die Pelle rücken, bissig sein. „Ich sehe mich defensiv auf einem guten Niveau und denke, dass ich dem Team da einiges geben kann“, sagt er. Ihm ist natürlich nicht entgangen, was sein Vorgänger im Amt des Point-Guard-Backups in den letzten zwei Jahren so angestellt hat. Gemeint ist Max DiLeo, Rastas Ex-Verteidigungsminister, den es nach Hamburg zog. „Es war echt beeindruckend, was er gemacht hat. Unfassbar, wie aggressiv er verteidigt. Ich hoffe, dass ich dieses Niveau auch mal erreiche“, sagt Hundt.


Brüder in der BBL 2020/21

  • Jannes Hundt (24/R. Vechta), Bennet Hundt (22/Bamberg)
  • Max DiLeo (27/Hamburg), Anthony DiLeo (30/Bonn)
  • Jacob Patrick (17/Ludwigsburg), Johannes Patrick (18/Ludwigsburg)
  • Chris Babb (30/Baskets Bonn), Nick Weiler-Babb (24/München)
  • Justus Hollatz (19/Hamburg), Jacob Hollatz (22/Oldenburg)

Und dann wäre da ja noch der 8. Januar 2021. „Das Spiel gegen Bamberg“, sagt er sofort. In Bamberg spielt Bennet Hundt, der jüngere Bruder. „Es wäre unser erstes Duell überhaupt“, erzählt Jannes. 2017/18 hätte es das Bruder-Duell in der ProB geben können, Jannes spielte damals für Cuxhaven, Bennet für Bernau. „Aber im Hinspiel war ich verletzt, im Rückspiel er“, berichtet Jannes Hundt. Bis zum 8. Januar soll aber erst einmal die Rasta-Ausbeute aufpoliert werden.


Infos zum Spiel Ulm - Rasta Vechta

  • Wann wird gespielt? Die Partie beginnt am Sonntag (6. Dezember) um 15.00 Uhr.
  • Wie ist Rastas Bilanz gegen Ulm? Schlecht. Acht Duelle gab's bislang, sieben in der Liga, eins im Pokal – und alle acht verlor Rasta, von extrem knapp (80:81) bis sehr deutlich (62:84) war alles dabei.
  • Wie sieht's personell aus? Jean Salumu (Patellasehne) ist schmerzfrei, Jordan Barnett (Sprunggelenk) noch leicht angeschlagen, Stefan Peno (EM-Quali mit Serbien) seit Mittwochabend wieder im Teamtraining. Und Philipp Herkenhoff (Sehnenverletzung in der Fußsohle) ist laut Coach Thomas Päch „vielleicht einsatzbereit“. Der 21-Jährige hat letztmals im Pokal gegen Göttingen gespielt.
  • Was gibt's Neues aus Ulm? In Christoph Philipps und Thomas Klepeisz sind zwei Leistungsträger verletzt, sie fallen länger aus. Als Ersatz wurde US-Forward Demitrius Conger (30) geholt; er spielte zuletzt für Betis Sevilla.
  • Wie ist Ulm gestartet? In der BBL sehr gut. Es gab drei Siege in Würzburg (90:77), gegen Bayreuth (104:76) und in Gießen (106:81). Die Folge: Platz eins. Im Pokal qualifizierte sich Ulm für das „Final Four“. Im EuroCup gab's drei Siege und fünf Niederlagen.
  • Wer sind Ulms Topscorer? Dylan Osetkowski (19,5) ist intern die Nummer eins vor Andreas Obst (16,3), Troy Caupain (14,0), Aric Holman (12,3), John Petrucelli (11,7) und Per Günther (10,7).
  • Was ist sonst noch wichtig? Ulm, Vizemeister von 2012 und 2016, setzte bereits 15 Spieler ein, darunter auch den Ex-Rasta-Akteur Nat Diallo.
  • Was sagt Thomas Päch über den Gegner? „Ulm ist für mich neben Oldenburg der Hauptkonkurrent von Alba und Bayern. Ulm hat so viele Waffen, und die Quoten sind bislang unglaublich.“

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