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Vorfreude auf Handball-WM ist riesengroß

Experten aus dem Landkreis Cloppenburg freuen sich auf das Turnier, das am Mittwochabend beginnt. Der deutschen Nationalmannschaft räumen sie gute Außenseiterchancen ein.

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Kräftig zupacken: Sebastian Firnhaber (links) und die deutsche Handball-Nationalmannschaft präsentierten sich im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich insbesondere in der ersten Halbzeit in einer hervorragenden Verfassung. Foto: Picture Alliance/DPA/Marius Becker

Kräftig zupacken: Sebastian Firnhaber (links) und die deutsche Handball-Nationalmannschaft präsentierten sich im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich insbesondere in der ersten Halbzeit in einer hervorragenden Verfassung. Foto: Picture Alliance/DPA/Marius Becker

Mit dem Eröffnungsspiel zwischen den Männer-Teams des Gastgebers Ägypten und Chile beginnt am heutigen Mittwochabend um 18 Uhr die 27. Auflage der Handball-Weltmeisterschaft. Weil der Sport aufgrund der Corona-Pandemie derzeit fast überall zum Stillstand gekommen ist, ist die Austragung der Titelkämpfe alles andere als unumstritten. OM-Online hat Handball-Experten aus dem Landkreis Cloppenburg nicht nur diesbezüglich nach ihrer Meinung gefragt. Wir wollten von ihnen zudem wissen, was sie der deutschen Mannschaft und ihren Heimatländern zutrauen. Denn unter den Befragten waren mit Katarzyna Kolodziejska (Polen), Adam Pal (Ungarn) und Mikkel Beck (Dänemark) auch drei Akteure, die ihre Wurzeln im Ausland haben.

Theo Niehaus, Handball-„Urgestein“ des TV Cloppenburg, hat auf der einen Seite Zweifel, ob es so glücklich ist, dass die WM durchgezogen wird. "Wenn man sieht, was auf der Welt los ist, kann man es nicht so richtig verstehen", sagt er. In sportlicher Hinsicht freut sich Niehaus allerdings sehr auf die Partien - nicht nur auf die deutschen. "Was zeitlich geht, werde ich mir ansehen."

Deutschland traut er trotz der coronabedingten Absagen wichtiger Nationalspieler zumindest den Einzug ins Viertelfinale zu. "Im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich hat mir vor allem die Abwehr sehr gut gefallen. Das macht Mut", sagt Theo Niehaus. Während der langjährige TVC-Coach der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason letztlich nur Außenseiterchancen auf den Titel einräumt, sieht er die Skandinavier wie Dänemark und Norwegen als Topfavoriten.

Katarzyna Kolodziejska. Foto: BV GarrelKatarzyna Kolodziejska. Foto: BV Garrel

Katarzyna Kolodziejska (36), die im Frühjahr 2020 zum Drittligisten BV Garrel gewechselt war, wird "ihre" Polen auf jeden Fall am Fernseher oder im Internet unterstützen. Und das nicht alleine. "Mein Mann Mateusz, der beim BV Garrel Fußball spielt, ist natürlich dabei - wenn es unsere anderthalb Jahre alte Tochter Mia denn zulässt", sagt die 36-fache polnische Nationalspielerin mit einem Augenzwinkern.

In der Vorrunde hat es Polen nicht nur mit Spanien und Tunesien, sondern auch mit Brasilien zu tun. Das passt Kolodziejska nicht wirklich. Denn sie mag den Spielstil der Südamerikaner. "Ich habe früher mal mit Brasilianerinnen zusammengespielt. Sie spielen sehr virtuos und elegant und sind in der Defensive gut ausgebildet. Aber natürlich drücke ich in der Gruppenphase Polen die Daumen", sagt sie.

Für Adam Pal ist die Weltmeisterschaft eine äußerst willkommene Abwechslung in der doch arg tristen Coronazeit. "Ohne Handball ist es echt schwierig", sagt der Rückraumspieler des TV Cloppenburg (3. Liga).

Adam Pal. Foto: LangoschAdam Pal. Foto: Langosch

Daher freut sich der 25 Jahre alte Ungar unheimlich auf das Turnier. Bereits in der Vorrunde trifft sein Heimatland auf Deutschland. "Keine Frage, unser junges Team wird gewinnen und den Titel holen", sagt er und lacht.

Pals Teamkollege Mikkel Beck - ein Däne - ist etwas zurückhaltender, was die Chancen seiner Skandinavier angeht. "Wir gehören immer zu den Favoriten, andere Mannschaften aber auch", sagt der Regisseur (21). Die Deutschen seien darüber hinaus nicht zu unterschätzen. "Natürlich fehlen ihnen sehr gute und wichtige Spieler. Doch dank der tollen Torhüter, der starken Defensive sowie Coach Gislason sind sie sehr gefährlich", so Beck. Der Einzug ins Halbfinale sei auf jeden Fall möglich.

Auch Mikkel Beck wird sich so viele Begegnungen wie möglich ansehen. Dass der Weltverband in letzter Minute entschied, aufgrund der Corona-Pandemie nun doch keine Zuschauer zu den Spielen zuzulassen, sieht er mit einem weinenden Auge. "Wahrscheinlich ist es gut so, aber ohne Fans fehlt einfach immer etwas. Vor allem Gastgeber Ägypten wird die Unterstützung von den Rängen fehlen."

Kerstin Wichmann. Foto: LangoschKerstin Wichmann. Foto: Langosch

Kerstin Wichmann, mittlerweile Co-Trainerin der Landesliga-Handballerinnen des SV Höltinghausen, fiebert dem WM-Start entgegen. "Es ist ja momentan sonst nichts los, insofern freue ich mich sehr." Das ersatzgeschwächte DHB-Team hat Wichmann durchaus auf dem Zettel. "Jetzt müssen halt die Youngster zeigen, was sie können."

Günter Witte, früher unter anderem Männer-Coach der
HSG Friesoythe, hat beim Gedanken an die WM etwas Bauchschmerzen. "Es ist schon merkwürdig, dass sie stattfindet, bei allem, was gerade so passiert. Ich sehe das schon sehr kritisch. Hoffentlich geht alles gut." Nichtsdestotrotz wird auch Witte die Titelkämpfe intensiv verfolgen und den Deutschen die Daumen drücken. „Die Vorrunde ist absolut machbar. Wie es dann weitergeht, hängt davon ab, auf wen wir in der Hauptrunde treffen."

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