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Von der Landstraße auf die Rennstrecke

Der Vechtaer Student Tim Böhme hat ein spezielles Motorradhobby. Ein Titel in der German Moto Masters ist sein Ziel.

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Schnell unterwegs: Tim Böhme in Schräglage auf der Rennstrecke. Foto: Rudolph

Schnell unterwegs: Tim Böhme in Schräglage auf der Rennstrecke. Foto: Rudolph

Vor über vier Jahren ging es für Tim Böhme zum ersten Mal auf eine Motorradrennstrecke. Ein Kumpel hatte ihm Appetit darauf gemacht. Immerhin war der damals 20-Jährige auf seinem Motorrad regelmäßig auf den deutschen Landstraßen unterwegs – oft zu schnell. „Ja, ich gebe es zu. Ich bin oftmals viel zu schnell gefahren und es hätte etwas passieren können“, sagt Tim Böhme, der mittlerweile bereits in seine dritte Saison als Hobbymotorradrennfahrer geht – in der Rennserie „German Moto Masters“ (GMM).

Heute ist Tim Böhme 24 Jahre alt und studiert seit vier Jahren an der Universität Vechta. Der gebürtig aus Mainsche (Landkreis Nienburg) stammende Böhme hat nach dem Bestehen seines Bachelors in Geographie und Sozialwissenschaften vor einem Jahr in Vechta mit dem Masterstudiengang „Geographien ländlicher Räume“ angefangen. Böhme sagt: „Mir gefällt es hier echt gut und ich könnte mir im Umkreis auch eine Zukunft vorstellen.“ Kein Wunder: Seit seiner Zeit in der Kreisstadt geht es für ihn im Motorradrennsport steil bergauf.

2016 fuhr er im tschechischen Most erstmals auf einer Rennstrecke. „Das war eigentlich nur just for fun – und dann hat es mich erwischt“, erzählt er. In der Folge nahm Tim Böhme weitere Trainingstermine wahr und steigerte sich kontinuierlich. „Ich war wirklich überrascht und dachte mir, dass das nicht einfach Zufall sein kann“, sagt er rückblickend über seine Trainingsergebnisse. Er war auf Anhieb einer der besten 20 Hobbyfahrer – von 135. Das Ziel stand für ihn danach fest: „Ich möchte weiter nach oben.“

Große Ziele: Der 24-jährige Tim Böhme.  Foto: LiebigGroße Ziele: Der 24-jährige Tim Böhme.  Foto: Liebig

Oschersleben, Sachsenring, Zandvoort und so weiter: Böhme war schon auf prominenten Strecken unterwegs. Mittlerweile fährt er seit zwei Jahren in der lizenzfreien Rennserie „German Moto Masters“. Die GMM ist eine Hobbyliga, an der jeder teilnehmen kann. Tim Böhme erklärt dazu: „Jeder muss Fahrpraxis vorweisen können. Das ist nicht nur irgendetwas, sondern höchst professionell. Man kann sagen, dass es die Unterstufe der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft ist.“ Dies ist die höchste nationale Motorradrennserie. Nur durch einen Zufall bekam Böhme – der nebenbei Co-Trainer beim American-Football-Klub Lohne Longhorns ist und sich im Fitnessstudio fit hält – einen Platz in der Rennserie: „Es gab eine komplette Neuausschreibung, ich hatte das große Glück und war dabei.“

Seitdem hat er an Dutzenden GMM-Veranstaltungen teilgenommen. Die Rennwochenenden erstrecken sich meistens über drei Tage. Sie bestehen aus freien Trainings, einem Qualifying und umfassen zwei Rennen.

Nach der ersten Saison 2018, die Tim Böhme als Aufbaujahr nutzte, landete er 2019 in der Gesamtwertung bereits auf dem 14. Platz unter 40 Fahrern. Noch besser lief die vergangene GMM-Saison, die trotz der Corona-Pandemie zumindest abgespeckt stattfand: Mit seiner Yamaha R1 erreichte Tim Böhme am Ende den vierten Platz in der 1000-ccm-Klasse.

Der Ehrgeiz vor der vierten Saison ist ungebrochen

Ausschlaggebend für seine Erfolge war auch sein Motorrad, das er seit 2019 fährt: „Ich habe die richtige Maschine für mich gefunden“, sagt er. Zuvor war Böhme bereits mit zwei anderen Modellen unterwegs. Aber viele technische Fehler und der Mangel an Ersatzteilen veranlassten ihn zu einem Wechsel.

Seit Ende September ist jetzt erst mal Winterpause. „Da werden Reparaturen am Motorrad vorgenommen – und ich halte mich fit“, erklärt Böhme, der von zwei Vechtaer Firmen gesponsert wird. Im nächsten April startet er dann in seine vierte Rennsaison. Sein Ehrgeiz in der GMM ist ungebrochen: „Ich will den Meistertitel gewinnen“, legt sich Tim Böhme fest.

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