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Vom grünen Rasen aufs glatte Bühnenparkett

Neben dem Fußball entdeckte Daniel Schnieders sein zweites großes Hobby: Seit sechs Jahren ist „Wutzi“ fester und nahezu unverzichtbarer Bestandteil auf der Bühne des Höltinghauser Theatervereins.

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Technik funktioniert noch immer: Daniel Schnieders spielte zehn Jahre in der ersten Mannschaft des SV Höltinghausen und fungierte weitere zehn Jahre als Betreuer. Foto: Wulfers

Technik funktioniert noch immer: Daniel Schnieders spielte zehn Jahre in der ersten Mannschaft des SV Höltinghausen und fungierte weitere zehn Jahre als Betreuer. Foto: Wulfers

Nach zehn Jahren als Spieler der ersten Mannschaft folgten für Daniel Schnieders weitere zehn Jahre als Betreuer beim SVH. Der 41-Jährige wohnt zwar in Cloppenburg, hat beim SV Höltinghausen allerdings ohne Frage seine sportliche Heimat gefunden.

Dabei war eine Karriere beim SVH für den jungen Daniel so gar nicht abzusehen. Nur wenige Meter vom Emsteker Sportplatz steht sein Elternhaus, so dass Schnieders seine fußballerischen Anfänge beim Höltinghauser Erzrivalen verbrachte. Vater Manfred, selbst lange Spieler im Emsteker Herrenteam, war in der F-Jugend sein erster Trainer. Bis zur A-Jugend kickte Schnieders an der Ostlandstraße, dann erst folgte der Wechsel zum Nachbarn. „Emstek hatte damals in der A-Jugend nur noch eine Neunermannschaft. Mein bester Kumpel, Dirk Lanfermann, spielte in Höltinghausen, so dass ich mich zu einem Wechsel entschieden habe“, erinnert sich Schnieders.

Der Transfer stieß in Emstek nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Den Wechsel nehmen mir heute noch einige Leute übel“, schmunzelt Schnieders, der beim SVH indes gleich einmal einen tollen Erfolg verbuchte. Unter der sportlichen Leitung von Trainer Joachim Hochartz gelang der A-Jugend 1998 mit Schnieders als Kapitän die Bezirksliga-Meisterschaft. In der folgenden Saison gelang ihm der Sprung in die erste Mannschaft unter dem damaligen Trainer Hans Borchers.

Sieger beim Höltinghauser Turnier 2009. Oben von links: Cord Albers, Johannes Holzenkamp, Christoph Holzenkamp, Sebastian Knorr, Christoph Hüsing, Mathias Wendeln, Florian Sieverding, Tobias Sieverding, Christian Bohmann (verdeckt), Julian Blanke, Stephan Klaus. Unten von links: Christopher Robke, Stephan Krause, Ralf Böhmer, Peter Johannes, Felix Wilken, Bernd Wilken, Daniel Schnieders.Sieger beim Höltinghauser Turnier 2009. Oben von links: Cord Albers, Johannes Holzenkamp, Christoph Holzenkamp, Sebastian Knorr, Christoph Hüsing, Mathias Wendeln, Florian Sieverding, Tobias Sieverding, Christian Bohmann (verdeckt), Julian Blanke, Stephan Klaus. Unten von links: Christopher Robke, Stephan Krause, Ralf Böhmer, Peter Johannes, Felix Wilken, Bernd Wilken, Daniel Schnieders.

In der Jugend noch Libero beackerte Schnieders im Erwachsenenbereich die Außenbahn oder setzte als Sechser gegnerische Spielmacher matt. Bis ins Jahr 2009 erlebt er unter den Trainern Manni Wübbelmann, Helmut Ortmann, Manni Nienaber, Martin Sommer, Bernd Diekmann und Leo Wieborg sportlich mehr oder weniger erfolgreiche Jahre. „Unser größter Triumph war die Kreisligameisterschaft 2000. Ansonsten haben wir jedes Jahr gefeiert, dass wir nicht abgestiegen sind“, lacht Schnieders

Nach dem Ende der aktiven Karriere blieb er dem SVH selbstredend erhalten. „Leo Wieborg hat mich damals gefragt. Zuerst war ich Cotrainer, danach hab ich die Rolle des Betreuers übernommen.“ 2019 war dann Schluss, für Schnieders jedoch kein Grund zur Untätigkeit. Abteilungsleiter Breitensport, 3. Vorsitzender, Altherrenobmann und Mitglied des Vergnügungsausschusses lauten seine derzeitigen Funktionen.

„Du musst nur im Bett liegen und zwei, drei Sätze sagen, hat sie gemeint."Daniel Schnieders, zehn Jahre Betreuer beim SVH

Reichlich Aufgaben für den Fertigungsleiter bei einem Vechtaer Brennschneidebetrieb. Zumal er seit sechs Jahren ein neues Hobby entdeckte. Schauspielerisches Talent, auf dem Fußballplatz eher nicht gefragt, galt es nunmehr zu demonstrieren. Auch wenn es (noch) nicht die Bretter sind, die die Welt bedeuten, bei der tollen Truppe des Höltinghauser Theatervereins ist Schnieders längst ein unverzichtbarer Bestandteil. „2014 fiel sechs Wochen vor der Premiere einer aus. Unsere Vorsitzende, Rita Wilken, hat mich gefragt ob ich nicht einspringen könnte. Du musst nur im Bett liegen und zwei, drei Sätze sagen, hat sie gemeint. Am ersten Übungsabend kriegte ich das Textbuch und hatte prompt die Hauptrolle.“

Seitdem gibt es für ihn die „Wutzi-Spezialrollen“. Zusammen mit dem gesamten Team reißt er die Zuschauer bei den stets ausverkauften Vorstellungen immer wieder zu Beifallsstürmen hin. „Theater ist anstrengender als Fußball. Riesigen Spaß macht aber beides.“

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