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Volltreffer, Fehlgriffe und ein neuer Lenker

Rasta Vechta und seine ausländischen Profs: Die „100“ ist fast voll. Am Samstagabend gastiert der Basketball-Zweitligist bei den Nürnberg Falcons.

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Rastas neuer Taktgeber: Siler Schneider (links), hier im Spiel gegen Karlsruhe. Foto: Schikora

Rastas neuer Taktgeber: Siler Schneider (links), hier im Spiel gegen Karlsruhe. Foto: Schikora

Robin Lodders war bereits zweimal an der Reihe. Der Center von Rasta Vechta musste etwas für seine Teamkollegen ausgeben, weil er den 100. Punkt in einem Spiel gemacht hatte. Eine Runde Donuts wie sonst in Basketball-Kreisen üblich, gab's jedoch nicht. Nach seinen Punkten zum 100:65 gegen Dresden stellte Lodders eine Kiste Alster in die Kabine des Tabellenzweiten der 2. Bundesliga ProA. Und am Mittwoch, an seinem 28. Geburtstag, brachte Lodders eine Kiste Bayreuther Hell mit, um damit auch auf seinen Korbleger zum 100:84 gegen die Karlsruhe Lions anzustoßen.

Eine andere „100“ rückt indes an der Pariser Straße immer näher – gemeint ist der 100. ausländische Profi, der für Rasta I aufläuft. Seit Beginn der Profibasketball-Ära in Vechta, also seit 2009, seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ProB Nord, standen 97 ausländische Spieler bei Rasta unter Vertrag.

Der amerikanische Point Guard Siler Schneider, der am vergangenen Samstag als erste Nachverpflichtung in der laufenden ProA-Saison sein Debüt gab und dabei auch Lodders' 100. Punkt per Assists einleitete, und sein aus dem Farmteam hochgezogener Landsmann J.J. Culver trugen sich beim Sieg gegen Karlsruhe als Nummer 96 und 97 in Rastas Liste der ausländischen Korbjäger ein.

Eine Liste mit diversen Volltreffern wie Richie Williams und Josh Young, wie T.J. Bray und Austin Hollins, wie Steve Vasturia und Ishmail Wainright. Aber auch eine Liste mit diversen Fehlgriffen wie Elijah Obade und Will Conroy, Rakeem Buckles und Trevor Cooney, wie Faisel Aden und Chris Cokley. Letztere absolvierten sogar kein einziges Spiel für Rasta, blockierten aber jeweils eine BBL-Lizenz.

97 ausländische Profis in 14 Jahren, also 6,9 pro Saison – eine beachtliche Quote. Das Heuern und Feuern stand dabei im direkten Zusammenhang mit dem Pendeln zwischen den Ligen. Unter den 97 Importspielern sind 83 Amerikaner; angeführt von Rekordspieler Young (181 Spiele für Rasta), der nach wie vor in den Staaten seine Karriere abseits des Basketballs vorantreibt. Und: Unter den 83 US-Profis waren acht Spieler, die während ihrer Zeit bei Rasta auch einen deutschen Pass hatten – Joe Buck und Markus Hallgrimson waren die ersten, Max DiLeo der letzte. Die 14 restlichen ausländischen Profis kamen aus zwölf verschiedenen Ländern – aus Litauen, Australien (je 2), Kanada, Lettland, Spanien, Polen, Slowenien, Belgien, Serbien, Dominikanische Republik, Nigeria und Uganda.

Zurück in der Gegenwart: Siler Schneider ist der neue Denker und Lenker, der neue Hoffnungsträger auf der Point-Guard-Position. Ein Posten, der Rasta in der Vergangenheit schon sehr viel Freude (Williams, Carter, Bray, Vasturia), aber auch reichlich Kummer (Smith, Machado, Broadus, Peno) bereitet hat. Nun also Schneider. Der 27 Jahre alte und 1,90 m große Rotschopf stammt aus Lansing im US-Bundesstaat Kansas. Zuletzt spielte er in Neuseeland für Vizemeister Auckland Tuatara. Rasta ist seine dritte Station in Europa nach Neptun Constanta in Rumänien und Horsens IC in Dänemark.

„Wir hatten ihn schon länger auf dem Zettel“, sagt Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele im OM-Medien-Gespräch. Nicht im Sommer, aber schon im Laufe der ersten Saisonspiele, als Rasta trotz des Traumstarts mit sieben Siegen das Gefühl beschlich, am Regiepult mit Jordan Johnson vielleicht doch nicht optimal besetzt zu sein. Der Markt wurde sondiert – und Schneider war direkt verfügbar.

Über Johnson, der nach seiner Vertragsauflösung in Vechta direkt einen neuen Kontrakt beim ProA-Gefährten Gladiators Trier unterschrieben hat, will Kersten-Thiele „nicht mehr sprechen“. Er lenkt den Blick lieber auf Schneider. Gegen Karlsruhe sah er bereits „gute Impulse“ sowie Fortschritte in der Ballbewegung und beim Finden der Lücken in der gegnerischen Defense.

Ryan Schwieger fällt in Nürnberg aus

Während Johnson eher von seinem Antritt, von seinem Zug zum Korb lebte, habe Schneider seine Stärken „in der Organisation, in der Ballbewegung und im Lesen von Situationen“, so Kersten-Thiele. Er ergänzt: „Wir haben keinen Alleinunterhalter gesucht, sondern jemanden, der seine Nebenleute einsetzt. Wir brauchen keinen Point Guard, der immer 20 Punkte macht, sondern jemanden, der dafür sorgt, dass wir unsere gesamte Fire-Power nutzen.“

Am Samstag (18.30 Uhr) geht's für Rasta bei den Nürnberg Falcons weiter – natürlich mit Siler Schneider, jedoch ohne Ryan Schwieger, der nach seiner Gehirnerschütterung noch nicht fit ist. Nürnberg verpasste zuletzt durch ein 69:72 in Dresden den dritten Sieg in Serie und so den Sprung in die Verfolgergruppe.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit aufgehört zu verteidigen“, haderte Falcons-Trainer Vytautas Buzas, dessen Team in der Vorsaison beide Duelle gegen Rasta gewann (118:107, 87:69). Übrigens: Gegen kein Team hat Rasta mehr ProA-Spiele absolviert als gegen Nürnberg. Mit Blick auf das 14. Duell (bislang 8:5 für Rasta) sagt Coach Ty Harrelson: „Gegen Karlsruhe haben wir gut drei Viertel lang stark gespielt, jetzt möchte ich diese Konzentration auch einmal über ein gesamtes Spiel sehen.“

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