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Vivien Endemann: Aufs Happy End folgt die Kaugummi-Pause

Die Fußballerin fiebert lange auf den Bundesliga-Start hin - und blickt zwiegespalten auf die letzte Saison zurück. Zudem spricht sie über ihren Traum.

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Gefragte Gesprächspartnerin: Vivien Endemann beim Interview mit dem Streamingdienst MagentaSport. Foto: Gehrmann

Gefragte Gesprächspartnerin: Vivien Endemann beim Interview mit dem Streamingdienst MagentaSport. Foto: Gehrmann

So eine Bundesliga-Pause kann auch mal lang werden. Sehr lang sogar. Am 15. Mai hat Vivien Endemann ihr letztes Fußballspiel absolviert – und erst Mitte September, also vier Monate später, wird sie wieder im deutschen Oberhaus gegen den Ball treten. Zwar sind noch die ersten beiden DFB-Pokalrunden vorgeschaltet, aber dennoch kann sich die Dinklagerin auf eine Kaugummi-Vorbereitung einstellen. Der Grund dafür ist die Fußball-EM, die vom 6. bis zum 31. Juli in England stattfindet. Für Vivien Endemann beginnt hingegen schon an diesem Dienstag das Training für die noch sehr weit entfernte neue Spielzeit 2022/23.

„Jetzt beginnt der erste Block, der dauert vier Wochen. Danach ist zwei Wochen Heim-Training – und dann kommt der zweite Block“, berichtet die Angreiferin, die beim TV Dinklage das Fußballspielen gelernt hat. Hinter ihr liegen schon ein paar fußballfreie Wochen. Die hat die 20-Jährige unter anderem für einen Kreta-Urlaub mit ihrer Mutter genutzt, um nach ihrer ersten Saison beim Bundesligisten SGS Essen Kraft für die nächste zu tanken. Vor einem Jahr war sie vom Bundesliga-Absteiger SV Meppen zu ihrem neuen Klub gewechselt, wo sie einen Vertrag bis 2024 unterschrieben hat.

Den Schritt vom Emsland, wo der SVM kürzlich die Erstliga-Rückkehr feierte, ins Ruhrgebiet hat die Südoldenburgerin nicht bereut. Auch wenn die zurückliegende Saison nicht den Verlauf genommen hat, den sie sich gewünscht hätte. Genau wie in Meppen hieß nämlich auch in Essen die Realität Abstiegskampf – nur dass es diesmal ein Happy End gab. Nach dem 3:0 gegen Schlusslicht Carl Zeiss Jena am letzten Spieltag stand der Klassenerhalt. Essen belegte letztlich den ersten Nichtabstiegsplatz vor Jena und dem SC Sand.

Vivien Endemann gehört zu Essens Dauerbrennerinnen

Vivien Endemann gibt zu: „Niemand hat damit gerechnet, dass erst am letzten Spieltag der Klassenerhalt klar sein würde.“ Zum Druck im Kampf um den Liga-Verbleib sagt sie: „Natürlich ist es persönlich schon belastend.“ Nach ihrer Meppen-Erfahrung hätte sie gerne auf dieses Déjà-vu verzichtet.

Ihre individuelle sportliche Weiterentwicklung ist hingegen nicht von der Hand zu weisen. Die frühere U-19-Nationalspielerin (drei Einsätze) kam als eine von vier Essenerinnen in allen 22 Bundesliga-Partien zum Einsatz (1343 Minuten) und schoss dabei sieben Tore. Die vereinsinterne Toptorschützin landete damit in der Torjägerliste auf dem 13. Platz und war unter anderem gleichauf mit Nationalspielerin Linda Dallmann vom FC Bayern München. Die Torjägerkanone ging indes an Bayerns Lea Schüller (16 Tore).

Vivien Endemann will sich zu Begehrlichkeiten nicht äußern

Jung, schnell, torgefährlich – man muss kein Experte sein, um zu erahnen, dass das Profil von Vivien Endemann bei anderen Klubs Begehrlichkeiten wecken dürfte. Die Dinklagerin blockt bei diesem Thema jedoch schnell ab. „Da kann ich mich konkret nicht zu äußern“, sagt sie mit einem Lachen. Ihr Name dürfte jedenfalls bei anderen Bundesligisten auf dem Zettel stehen.

Dass ihr Name auch irgendwann mal auf dem Zettel der Bundestrainerin steht, ist zwar nicht ihr erklärtes Ziel, aber es wäre für sie das Nonplusultra. „Es ist eher ein Traum. Aber das ist ja bei jeder Fußballerin so“, sagt sie. Vivien Endemann will weiterhin mit großem Ehrgeiz ihre Aufgaben angehen und dann schauen, was am Ende dabei herumkommt.

Mit Tempo vorbei: Vivien Endemann in Aktion. Foto: GehrmannMit Tempo vorbei: Vivien Endemann in Aktion. Foto: Gehrmann

Klar ist: Am Leben als Profifußballerin hat sie Gefallen gefunden: „Ich könnte mir im Moment nichts Besseres vorstellen.“ Sie wohnt in Essen und studiert parallel weiterhin Fitnessökonomie und Fitnesswissenschaft per Fernstudium. Auch dafür ist noch Zeit, die Sommerpause ist ja lang genug – wenn man nicht gerade zur EM „muss“.

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