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Villumsen zieht es zurück nach Dänemark

Handball-Drittligist TV Cloppenburg muss ab sofort auf einen wichtigen Leistungsträger verzichten. Die Suche nach einem Nachfolger für den Rückraumspieler hat begonnen.

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Zurück in die Heimat: Jeppe Villumsen (rotes Trikot) kehrt nach vier Monaten beim TVC nach Dänemark zurück. Foto: Langosch

Zurück in die Heimat: Jeppe Villumsen (rotes Trikot) kehrt nach vier Monaten beim TVC nach Dänemark zurück. Foto: Langosch

Jeppe Villumsen, dänischer Rückraumspieler des Handball-Drittligisten TV Cloppenburg, kehrt nach nur vier Monaten wieder in seine dänische Heimat zurück. Villumsen, der erst Ende Juli von FIF Frederiksberg zum TVC gewechselt war, plagte schon frühzeitig Heimweh. Obwohl der Rückraumspieler eine Arbeitsstelle und eine Wohnung gefunden hatte, fühlte er sich auf seiner ersten Auslandsstation nie richtig heimisch und wohl.

„Es ist sehr bedauerlich, dass uns Jeppe wieder verlassen hat. Aufgrund der Coronapandemie war es für ihn schwierig, Kontakte zu knüpfen. Mannschaftliche Aktivitäten neben dem Training und den Spielen konnten ebenfalls nicht stattfinden. Mit dem erneuten Lockdown stand für Jeppe fest, wieder nach Hause zurückzukehren“, bestätigte und bedauerte zugleich der Geschäftsführer der TV Cloppenburg Spielbetriebs- und Marketing GmbH, Maik Niehaus, den Abgang.

Da nach der Allgemeinverfügung des Landkreises Cloppenburg ab dem 9. November kein Training mehr möglich war, ist Villumsen zunächst in den Heimaturlaub nach Svinninge in die Nähe von Holbaeck gefahren. „Kurze Zeit später hat er sich dann gemeldet und uns seine Entscheidung mitgeteilt“, so Niehaus, der damit schon gerechnet hatte und nun zusammen mit Georg Engelhardt als sportliche Leitung die Augen offen hält, um eventuell noch einen Nachfolger zu finden und zu verpflichten. TVC-Trainer Akacsos: „Jeppe war nicht nach Deutschland gekommen, um in vier Monaten nur drei Spiele zu bestreiten. Das hat ihm sehr zu schaffen gemacht“. Villumsen selbst mochte sich zu dem Thema nicht äußern.

Kurzes Intermezzo: Jeppe Villumsen (links) absolvierte für den TVC lediglich drei Partien. Foto: LangoschKurzes Intermezzo: Jeppe Villumsen (links) absolvierte für den TVC lediglich drei Partien. Foto: Langosch

Da das Zeitfenster für mögliche Spielerwechsel noch bis in den Februar geöffnet ist, gibt es keinen zeitlichen Druck. Niehaus: „Wir wissen, dass es nicht einfach, wird einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Wir sind aber am Ball.“ Eine Hoffnung bestehe auch darin, dass der etatmäßige Kapitän Erik Gülzow nach seiner Schulteroperation im Mai im neuen Jahr wieder zur Verfügung stehen könnte. Ob es bei Gülzow allerdings mit einem Comeback funktioniert, bleibt offen. Der in Stuhr als Lehrer tätige Gülzow befindet sich im Aufbautraining und macht schon wieder Passübungen. Immerhin bleiben noch zwei Monate bis zum geplanten ersten Spiel im neuen Jahr am 9. Januar bei LIT 1912 Nettelstedt II.

Trainer Barna-Zsolt Alkacsos muss nun umdenken und umbauen. „Mit Jeppe verlieren wir einen sehr wichtigen Spieler in Angriff und Abwehr“, bedauerte er den Weggang. „Einen Spieler dieser Klasse zu ersetzen, ist mega schwer“. Villumsen deutete in den drei Punktspielen mit 15 Treffern an, welche Qualität er in der dritten Liga auf die Platte bringen könnte. Sportlich bedeute der Abgang einen enormen Rückschlag in den Ambitionen des TV Cloppenburg, die Liga zu halten.

"Viele Vereine konnten weitertrainieren"Barna-Zsolt Alkacsos, TVC-Trainer

Ein weiteres Problem: Noch ist nicht entschieden, ob und wann der TV Cloppenburg wieder das Training aufnehmen darf. Akacsos „Viele Vereine konnten weitertrainieren. Das ist schon ein Nachteil“, sagt der Coach, der seine Mannschaft lobt, die in Heimarbeit versucht, das Fitnesslevel zu erhalten.

Ob Anfang Januar überhaupt wieder gespielt werden kann, ist zudem weiterhin fraglich. „Ich kann es mir momentan nicht vorstellen, dass wir dann spielen werden.“

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