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VfL Oythe zieht die Reißleine: Am 7. März ist Schluss

Der Volleyball-Zweitligist stellt einen Antrag auf Härtefallregelung und steigt vorzeitig aus der Saison aus. Zwei Spiele bleiben noch.

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Aufstellung für das nahende Saisonfinale: Oythes Zweitliga-Team, hier am vergangenen Samstag beim BBSC Berlin. Foto: Hylinski

Aufstellung für das nahende Saisonfinale: Oythes Zweitliga-Team, hier am vergangenen Samstag beim BBSC Berlin. Foto: Hylinski

Ausstieg für den VfL Oythe: Der Damenvolleyball-Zweitligist hat nach entsprechenden Beratungen im geschäftsführenden Vereinsvorstand bei der Volleyball Bundesliga (VBL) einen Antrag auf Anerkennung als Härtefall gestellt und seinen Abschied aus der laufenden Saison angekündigt, um in der kommenden Serie 2021/22 sicher in der 2. Liga dabei zu sein. Zu den beiden Auswärtsspielen bei BW Dingden an diesem Sonntag (16.00 Uhr) und beim VC Essen am 7. März wird das Team von Trainer Ali Hobst noch antreten, danach ist Schluss. Der Antrag wird in der kommenden Woche bei der VBL beraten. Es gilt als sicher, so VfL-Volleyballobmann Matthias Schumacher, dass er durchgewinkt wird. Der Mannschaft wurde die Entscheidung in dieser Woche mitgeteilt.

Die VBL hatte den Vereinen bis zum 4. Januar eine Exit-Chance angeboten; nur der BSV Ostbevern hatte seinerzeit vom vorzeitigen und gebührenfreien Ausstieg Gebrauch gemacht, um sich zur neuen Saison eventuell erneut für einen freien Platz in der Liga zu bewerben. Parallel wurde in den VBL-Arbeitskreisen Vereinen angeboten, nach Absolvieren einer vollständigen Hinrunde als Corona-Härtefall eingestuft zu werden. Das macht Oythe jetzt.

Vor allem durch das seit Anfang November bestehende Verbot, Heimspiele in der Antonianumhalle auszutragen, ist die Mannschaft im Spielplan erheblich in Rückstand geraten. Bisher wurden erst drei Heimspiele absolviert. Allein sieben abgesagte Partien sind bislang noch nicht angesetzt worden. Matthias Schumacher sieht keine Möglichkeit, die Saison noch geregelt zu Ende zu bringen.

Angeschlagen: VfL-Mannschafstführerin Sina Albers. Foto: SchikoraAngeschlagen: VfL-Mannschafstführerin Sina Albers. Foto: Schikora

Zwar ist Oythes Team inzwischen vom Landkreis Vechta als zum Profisport zugehörig eingestuft worden, doch die Schulbestuhlung in der Halle stellt den Verein vor unlösbare Probleme, die Arena für Spieltage (oft doppelt an den Wochenenden) aus- und wieder einzuräumen.

Aktuell wurden beide angesetzten Heimspiele gegen Eimsbüttel und Dingden deswegen abgesetzt. Oythes Angebot, beide Partien als Auswärtsspiele zu absolvieren, wurde im Fall Dingden von der VBL angenommen, bei Eimsbüttel unter Hinweis auf Kosteneinsparungen aber abgelehnt, zumal es schon ein Rückrundenspiel gewesen wäre. Oythe ist schon am 22. November nach einem Heimrechttausch in Eimsbüttel angetreten. Der VfL trainiert seit dem 18. Januar in der ULF-Halle, kann hier aber keine Spiele austragen.

„Mit dem Antrag auf Anwendung der Härtefallregelung sind wir auf der sicheren Seite: Wir können jetzt sicher für die nächste Saison in der 2. Liga planen“, sagte Matthias Schumacher. Ihm und den anderen Vorständlern sei es zu vage gewesen, sportlich weiterzumachen und am Ende nicht vom Abstiegsplatz wegzukommen, der dann vielleicht doch noch sportlich gewertet worden wäre. So aber wird Oythe nun als Härtefall außer der Wertung laufen.

Am 27./28. Februar wird bei einer VBL-Tagung auch die Zukunftsplanung auf die Tagesordnung kommen. Nach dem letzten VfL-Spiel in Essen sollen laut Matthias Schumacher die Gespräche mit Trainerteam und Spielerinnen für 2021/22 beginnen. Die Oyther Mannschaft soll derweil auch nach dem 7.  März im Training bleiben und Testspiele gegen Zweit- oder Drittligisten bestreiten – einfach, um weiter am Ball zu bleiben. Schumacher betonte, dass die Corona-Saison vor allem für die Spielerinnen „sehr schwierig und belastend“ sei; auch die ständige Ungewissheit habe genagt.

Oythes Volleyball-Vorstand Hauke Anders sagte zur der Entscheidung: „Wir haben diese Option nach reiflicher Überlegung gezogen. Ich verstehe den Trainer, der enttäuscht ist und natürlich lieber spielt. Auch wir wollten lieber, dass die Spiele noch stattfinden. Aber so sind wir mit unserer vor der Saison verjüngten Mannschaft jetzt auch in der nächsten Saison sicher in der 2. Liga.“

Kapitänin Sina Albers: „Ich bin da zwiegespalten" 

Ali Hobst bestätigte, enttäuscht zu sein, wollte sich aber sonst nicht öffentlich zu dem Thema äußern. Sein Bestreben ist nun, die Mannschaft auf die noch ausstehenden Partien gut vorzubereiten. In Dingden erwartet den VfL ein schwerer Gegner, der sich in der Spitzengruppe hält. Am Mittwoch war die eine Hälfte des VfL-Teams erneut zu einem Trainingsspiel beim Ligarivalen SCU Emlichheim, die andere Hälfte trainierte in Vechta. Am Donnerstag war Abschluss – natürlich mit PCR-Testungen.

Beim Training fehlte nur Sina Albers wegen eines Hexenschusses, der einen Einsatz infrage stellt. Die Kapitänin sagte zur Vorstandsentscheidung: „Ich bin da zwiegespalten. Ich kann die Entscheidung verstehen, weil es kaum noch zu machen ist mit den ganzen Doppelspieltagen.“ Und man habe auch keine Halle, müsste also nur reisen. Sina Albers weiter: „Aber es ist auch total schade, weil der Wettkampf für uns wichtig wäre.“

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