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VfL Oythe hofft auf ruhiges Fahrwasser

Das Ziel für die 18. Saison in der Landesliga lautet schlicht und einfach "Klassenerhalt". Zudem gibt es neue Gesichter auf und neben dem Platz.

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Duell auf außen: Oythes Linksverteidiger Lukas Büssing (rechts) im Zweikampf mit Garrels Co-Trainer Stefan Wulfing. Foto: Langosch

Duell auf außen: Oythes Linksverteidiger Lukas Büssing (rechts) im Zweikampf mit Garrels Co-Trainer Stefan Wulfing. Foto: Langosch

Puuh, das war nichts für schwache Nerven, nichts für Zartbesaitete. Der VfL Oythe musste in der vergangenen Saison durch ein Stahlbad. Erst die verkorkste Hinrunde inklusive quälend langer Sieglos-Serie, 1:7-Debakel gegen Mühlen und einem zweifachen Trainerwechsel binnen drei Wochen, dann im Frühjahr der Wirbel um den Rückzug der Reserve und der Fehlstart in die Abstiegsrunde. Es sah überhaupt nicht gut aus für den Landesliga-Dauerbrenner. Pleiten, Pech und Pannen – rund um die Oyther Hasenweide jagte ein Tiefschlag den nächsten, es drohte der Abstieg im Jubiläumsjahr. „Es war gar nicht so leicht, den Kopf oben zu behalten“, sagte Coach Daniel Roth später.

Aber: Oythe trotzte allen Widrigkeiten, schaffte es mit Beharrlichkeit auf die Überholspur und zog den Kopf doch noch aus der Schlinge. Auferstanden aus Ruinen, könnte man auch sagen. Und so heißen die Gegner weiter Holthausen, Melle oder Dinklage und nicht Thüle, Altenoythe oder Lüsche.

Die jüngsten Erfahrungen sollen nun helfen, eine weitere Zitterpartie zu verhindern. Der VfL Oythe nimmt seine 18. Saison im Weser-Ems-Oberhaus in Angriff; im Wissen um drohende Schwierigkeiten und Baustellen, aber auch im Vertrauen auf die eigenen Nehmerqualitäten. „Wir haben im letzten halben Jahr gelernt, worauf es ankommt“, sagt Roth, der sich als Krisenmanager mit unerschütterlichem Optimismus und einer gewissen Leidensfähigkeit bewährt hat. „Nicht jammern“, so lautete sein Credo beim Kampf gegen Widerstände. „Das Beste daraus machen“, noch so ein Leitmotiv, das der 41-Jährige immer wieder predigte.

Oythe will sich unten raushalten

Das Ziel für die neue Saison lautet schlicht und einfach „Klassenerhalt“. Klingt logisch: Wer gerade mal so über dem Strich geblieben ist, sollte keine großen Töne spucken. Macht Roth auch nicht. Er sagt: „Wir wollen uns so schnell wie möglich da unten raushalten und das Mittelfeld ansteuern. Das wird sehr schwer, denn das wollen ja alle.“ Auch für Oythe gilt: Sechs Mannschaften hinter sich zu lassen, ist eine Herkulesaufgabe, für die ein langer Atem unabdingbar ist.

Coach Roth hofft auf ruhigeres Fahrwasser für das VfL-Schiff – und darauf, dass seine Mannschaft gleich zu Beginn der Saison ein paar Punkte einsammelt, um nicht sofort wieder mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Das hatte man schließlich in der Abstiegsrunde lange genug. Aber: Das Startprogramm hat's in sich. Holthausen, Voxtrup, Melle, Bevern und Mühlen sind die ersten fünf Gegner. Dass die Partie in Voxtrup am Stoppelmarkt-Sonntag stattfindet, passt ins Bild. Eine Verlegung scheiterte. „Ist jetzt halt so“, sagt Roth in bewährter Das-Beste-daraus-machen-Manier.

Oythe startete relativ spät in die Vorbereitung

Nach der enorm kräftezehrenden Serie 21/22 mit der Rettung am letzten Spieltag Mitte Juni legte der VfL Oythe eine vierwöchige Pause ein (Roth: „Das tat allen gut“) und startete relativ spät – sechs Tage nach dem Jubiläumsspiel gegen BW Lohne (0:8) – in die Vorbereitung. Oythe absolvierte auch nur drei Testspiele, zwei beim Supercup in Höltinghausen (3:2 gegen Garrel, 0:7 gegen Friesoythe) sowie eins bei Amasyaspor Lohne (2:2). Die herbe Pleite gegen Friesoythe wurmte Roth. Er sprach von einem „Nackenschlag“ und einem „lehrreichen Dämpfer“. Ansonsten war die Vorbereitung für ihn „vollkommen in Ordnung“.

Es wurde gut trainiert – mit hoher Beteiligung und Intensität und ohne dabei einen großen Umbruch bewerkstelligen zu müssen. Daniel Roth: „Alle hauen sich voll rein.“ Ein paar Veränderungen gibt's allerdings. Mit dem Ex-Dinklager Tim Kröger und dem Ex-Lohner Kai Winkler hat Oythe zwei neue Torhüter geholt. Kröger hat die Nase vorn, da Winkler erst in der letzten Woche der Vorbereitung kam.

Auffällig in der Abwehr: Marcel Hesselmann ist nach acht Jahren und 188 Liga-Spielen für Oythe nicht mehr da. Ein Kandidat für die Nachfolge ist Jakob Kühn (22); der bisherige Kapitän des VfL Bückeburg (auch Landesliga) hat eine Ausbildung zum Tischler in Vechta begonnen und sich dem VfL angeschlossen. Ein weiterer Neuzugang ist Luka Luniku, zuletzt Teamkollege von Kröger beim SV Bevern. Für ihn sowie die A-Junioren gilt: „Wir müssen ihnen Vertrauen und Zeit geben“, sagt Roth. Erfreulich für ihn: Die lange verletzten Nico Emich, Janek Jacobs und Markus Kohls sind wieder im Training.

Bissig im Zweikampf: Oythes Nils Schmedes (li.). Foto: SieverdingBissig im Zweikampf: Oythes Nils Schmedes (li.). Foto: Sieverding

Neue Gesichter gibt's auch im Team hinter dem Team. Betreuer-Urgestein Werner Mucker (70) und Torwarttrainer-Ikone Kalle Egbers (75) sind nach 26 bzw. 17 Jahren im VfL-I-Tross nicht mehr dabei. Als Nachfolger wurden Matthias Sieverding bzw. Markus Tegenkamp installiert. Dass sich neue Abläufe erst mal einspielen müssen, ist klar. Einige Aufgaben wurden auch innerhalb der Mannschaft verteilt. „Die Jungs dürfen auch ruhig mal merken, dass nicht alles selbstverständlich ist“, sagt Roth.

Der Coach möchte auf der Basis des bewährten 4-2-3-1-Systems „Altes ein bisschen aufbrechen“ und „neue Strukturen“ im Teamgefüge entwickeln. Ein Kandidat für mehr Verantwortung ist Jan Ostendorf, dessen Vielseitigkeit geschätzt wird. Die Abstiegsrunde mit Happy End, als eine junge Garde um Lorenz Holzenkamp, Jacob Büssing und Nils Schmedes ins kalte Wasser geworfen wurde und ablieferte, stärkt Roths Glauben an ein Gelingen. Der ein oder andere Rückschlag müsse sicher einkalkuliert werden, so der Coach: „Aber wenn alle Gas geben, dann funktioniert es.“

Hinten von links:	Vincent Warnking, Lie Sillah, Lukas Büssing, Süleyman Odabasi und Stephan Stukenborg. Mitte von links:	Fußball-Vorstand Hannes Lücker, Co-Trainer Christian Stevic, Justus Stärk, Lennart Feldhus, Markus Kohls, Markus Lübberding, Niklas Ellmann, Jan Ostendorf, Sebastian von Merveldt, Björn Willms, Janek Jacobs, Scout Malte Wessel, Physiotherapeutin Anke Ahlrichs, Betreuer Matthias Sieverding, Trainer Daniel Roth und Fußballobmann Peter Zeglin. Vorne von links:	Nils Heseding, Jacob Büssing, Felix Schneppe, Nico Emich, Tim Kröger, Jan Ole Böske, Luka Luniku, Majid Bero und Nils Schmedes. Foto: SchikoraHinten von links: Vincent Warnking, Lie Sillah, Lukas Büssing, Süleyman Odabasi und Stephan Stukenborg. Mitte von links: Fußball-Vorstand Hannes Lücker, Co-Trainer Christian Stevic, Justus Stärk, Lennart Feldhus, Markus Kohls, Markus Lübberding, Niklas Ellmann, Jan Ostendorf, Sebastian von Merveldt, Björn Willms, Janek Jacobs, Scout Malte Wessel, Physiotherapeutin Anke Ahlrichs, Betreuer Matthias Sieverding, Trainer Daniel Roth und Fußballobmann Peter Zeglin. Vorne von links: Nils Heseding, Jacob Büssing, Felix Schneppe, Nico Emich, Tim Kröger, Jan Ole Böske, Luka Luniku, Majid Bero und Nils Schmedes. Foto: Schikora

VfL Oythe:

  • Abgänge: Lukas Katarius (Leher TS), Tizian Kolhoff (Frisia Goldenstedt), Torsten Schmedes (Karriereende), Marcel Hesselmann (VfL Wildeshausen III), Johannes Finkenstädt (Studium Ausland), Jonas Suffner (Trainer Jugendbereich VfL Oythe).
  • Zugänge: Tim Kröger, Luka Luniku (beide SV Bevern), Jakob Kühn (VfL Bückeburg), Kai Winkler (TSV Wetschen), Jan Ole Böske, Nils Heseding, Vincent Warnking, Björn Willms, Bero Majid (alle eigene A-Jugend).
  • Tor: Tim Kröger (25), Kai Winkler (29).
  • Abwehr: Jan Ostendorf (22), Lukas Büssing (22), Markus Lübberding (24), Nils Heseding (19), Nils Schmedes (23), Justus Stärk (23), Jakob Kühn (22), Süleyman Odabasi (28), Björn Willms (18).
  • Mittelfeld: Stephan Stukenborg (31), Sebastian von Merveldt (29), Felix Schneppe (27), Markus Kohls (30), Janek Jacobs (28), Nico Emich (28), Jacob Büssing (19), Lorenz Holzenkamp (22), Vincent Warnking (18), Luka Luniku (23), Bero Majid (18).
  • Angriff: Lennart Feldhus (28), Lie Sillah (23), Niklas Ellmann (24), Jan Ole Böske (19).
  • Trainer: Daniel Roth (41), seit Oktober 2021.
  • Saisonziel: Klassenerhalt.
  • Meistertipp: Hansa Friesoythe, SV Holthausen/Biene, SC Melle.

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