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Verzicht auf "One-Love"-Armbinde: Nicht mal ein Protestchen

Thema: Das Verbot der One-Love-Binde bei der WM.

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Wann ist die WM endlich vorbei? Man würde sich gerne auf den Fußball konzentrieren, aber die Empörungsdrüsen sind noch nicht ausgequetscht. In jeder Sendung, in jedem Podcast, in jedem Artikel werden die immergleichen Kritikpunkte wiederholt. Das ist auch verständlich – und die Funktionäre haben es sich selbst eingebrockt. Aber Spaß macht das doch keinem.

Der Gastgeber und die Fifa bereiten auch noch rund um den Start immer weiteren Nährboden für Diskussionen: erst die gekauften Fans, dann das Bierverbot, jetzt das Verbot der One-Love-Kapitänsbinde als Zeichen für Weltoffenheit.

Die Fifa – mit dem mittlerweile völlig durchgedrehten Teilzeit-Katari Gianni Infantino an der Spitze – will so etwas nicht sehen. Sollte uns das jetzt noch empören? Eher nicht.

"Aus Angst vor Sanktionen auf ein Statement für Menschenrechte zu verzichten – das ist peinlich."Steffen Lünsmann

Dass die Weltverschlossenen weiter weltverschlossen bleiben werden, war doch klar. Dass die Weltoffenen nicht in aller Konsequenz für ihre Werte einstehen, ist traurig. Aus Angst vor Sanktionen auf ein Statement für Menschenrechte zu verzichten – das ist peinlich. Die nationalen Verbände ziehen den Schwanz ein, die Fifa gewinnt, Katar sowieso. Und jetzt liegt die Verantwortung wieder bei den kleinsten Rädchen im WM-System: den Spielern. Riskieren sie Strafen oder verzichten sie drauf? Verlangen darf man von ihnen nichts.

Die One-Love-Binde wäre ohnehin maximal ein Protestchen gewesen, von den richtigen Regenbogenfarben hat man vorher schon die Finger gelassen. Ein wirksamer Protest funktioniert so nicht. DFB und Co. hätten die Macht, die Fifa unter Druck zu setzen. Aber sie wollen es wohl nicht.

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