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Vechtas Handballerinnen zwischen Vorfreude und Demut

Mehr als 10 Monate nach ihrem letzten Punktspiel starten die SFN-Damen am Samstag mit einem Heimspiel in die neue 3.-Liga-Saison. In der Vorbereitung lief nicht alles nach Plan.

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Im Anflug auf eine ganz schwere Saison: Vechtas Spielmacherin Ria Hacek bei einem Testspiel in Wuppertal. Foto: Gabi Müller

Im Anflug auf eine ganz schwere Saison: Vechtas Spielmacherin Ria Hacek bei einem Testspiel in Wuppertal. Foto: Gabi Müller

Ganz ist der Ärger noch nicht verraucht bei Kai Freese, doch trotz aller Rückschläge in der Personalplanung – jetzt überwiegt die Vorfreude bei ihm und seinen Spielerinnen. Am Samstag (17.30 Uhr/Halle West) starten die Handballerinnen von SFN Vechta mit einem Heimspiel gegen die HG Owschlag-Kropp- Tetenhusen aus Schleswig-Holstein in die neue Drittliga-Saison. Für SFN ist es das 1. Punktspiel seit dem 31. Oktober 2020, also seit mehr als 10 Monaten. Damals verlor die ranghöchste Handballmannschaft aus dem Kreis Vechta ein Geisterspiel gegen Borussia Dortmund II mit 27:30 (11:14).

„Wir freuen uns sehr drauf. Es haben alle keinen Bock mehr auf Vorbereitung. Wir sind ja schon seit Mai wieder in der Halle“, sagt Kai Freese, der das Team schon seit 2015 betreut. Die Saison in der Nordstaffel A der in 6 Staffeln unterteilten 3. Liga geht er mit gemischten Gefühlen an. „Voller Energie, aber auch mit einer gewissen Demut“, wie er sagt: „Denn es gibt viele neue Gegner, die wir gar nicht kennen.“

Hinzu kommt, dass buchstäblich die Hälfte der Zwölferstaffel in diesem Jahr gegen den Abstieg spielen wird. Die Teams auf den Plätzen 7 bis 12 nehmen nach dem Ende der Vorrunde Anfang April an einer Abstiegsrunde mit Mannschaften aus der Nordoststaffel B teil. Und nur die ersten 2 Teams dieser 5er- bzw. 6-Gruppe bleiben in der 3. Liga.

Als 6. in der Liga würde SFN dieser Abstiegsrunde entgehen – doch das ist schon ein ehrgeiziges Ziel. Denn der Vechtaer Kader sieht nicht so aus, wie Kai Freese sich das ursprünglich vorgestellt hatte. „Ich habe eine etwas andere Planung gehabt“, sagt er. Gleich vier Rückschläge musste er in diesem Sommer hinnehmen. Pia Döpke von Werder Bremen zog ihre schon gegebene Zusage zurück und wechselte stattdessen zum TV Hannover-Badenstedt. Patricia Akalovic schloss sich laut Freese trotz gegebener Zusage Werder Bremen an. Torfrau Neza Curk verabschiedete sich sang- und klanglos nach Slowenien. Und Lisa Noack kehrte nach der Corona-Saison und nur zwei Einsätzen für SFN zum BV Garrel zurück. Besonders die Umstände der Weggänge von Döpke, Akalovic und Curk ärgern Freese immer noch.

Verstärkung fürs Tor: Aleksandra Sach aus Polen. Foto: Gabi MüllerVerstärkung fürs Tor: Aleksandra Sach aus Polen. Foto: Gabi Müller

Immerhin konnte er mit der Polin Aleksandra Sach eine neue Torfrau nach Vechta holen, die dem Team auf der Sorgenposition zwischen den Pfosten weiterhelfen könnte. „Sie wird uns einen Schritt nach vorne bringen“, glaubt der Coach, lobt aber zugleich die junge Carolin Tiedeken: „Caro hat in der Vorbereitung auch gut gehalten.“

Mit Malin Pods, Leonie Schreiber, den Zwillingen Paula und Carla Clasen sowie Maylin Aumann, die noch A-Jugend spielen kann, kam zudem ein Quintett an Talenten, die den Altersschnitt der Truppe noch einmal deutlich nach unten drücken. Malin Pods verpasste wegen ihres Staatsexamens als Physiotherapeutin allerdings einen Großteil der Vorbereitung und soll auch am Samstag nicht im Kader stehen. Torfrau Aleksandra Sach ist nach einem Muskelfaserriss noch angeschlagen.

Das Gerüst der Mannschaft bilden weiter die etablierten Kräfte: Kapitänin Luca Vodde, Tina Schwarz, Ria Hacek, Svenja Ruhöfer, Klara Germann und die Müller-Schwestern Jane und Nele – wenn sie denn alle an Bord sind. „Wir dürfen kein Verletzungspech haben. Und die ersten Urlaubsanträge liegen auch schon vor“, sagt Freese.

Die Testspiele verliefen durchwachsen. Es gab Licht (wie beim Sieg in Oyten) und Schatten (wie bei der Niederlage in Wuppertal). Vor allem die 5-1- als Alternative zur 6-0-Deckung funktioniert noch nicht. Die Testspiel-Ergebnisse sind für Freese ohnehin zweitrangig. „Letztes Jahr haben wir alle Testspiele gewonnen, und als dann die Saison losging, die ersten beiden Spiele gleich verloren“, erinnert er sich.

Mit der Hallensituation ist Trainer Freese nach wie vor unzufrieden

Weiterhin unzufrieden ist der SFN-Coach mit der Hallensituation in Vechta. „Da wünschen wir uns mehr Unterstützung von der Stadt“, sagt er: „Es kann nicht sein, dass wir als Drittligist nicht 3-mal in der Woche in der Halle trainieren können, in der wir spielen. Und auch für den Jugendbereich haben wir zu wenig Trainingszeiten.“ Eine Konsequenz daraus ist, dass es die beliebten Freitagabendderbys in dieser Saison nicht geben wird – ansonsten müssten zu viele Trainingseinheiten für andere SFN-Mannschaften wegfallen.

In Sachen Corona setzt Vechta auf „3G“ – das heißt, auch mit einem Test darf man in die Halle. Kassenwart Karl Triphaus schließt aber nicht aus, dass später die 2G-Regel zum Einsatz kommt. Die Zuschauerkapazität soll vorerst auf 150 begrenzt werden. Es gibt Kontakterfassung und Maskenpflicht auf dem Weg zum Platz.

Trotz aller Widrigkeiten ist die Freude groß, dass es endlich wieder losgeht. „Wir hoffen sehr, dass nicht noch mal ein Lockdown kommt. Das ist erst mal das Wichtigste“, findet Freese. Highlights der Saison sind natürlich die Derbys gegen den BV Garrel, aber auch die Duelle gegen den TV Oyten und den Nachwuchs aus Oldenburg, Bremen und Buxtehude. Und auf den 6. November freut man sich bei SFN besonders. Dann kommt der TSV Wattenbek nach Vechta – und es gibt ein Wiedersehen mit Ute Zimmermann und Mette Müller.

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