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Vechtas Handballerinnen starten mit 40-Tore-Gala in die Saison

Das hat Spaß gemacht: Zum Auftakt der neuen Spielzeit bot der Drittligist seinen Fans ein Offensivspektakel. Auf einer Position hat Trainer Nisius jetzt ein Luxusproblem.

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Eine echte Verstärkung: Die junge Maya Janßen (rechts) machte ein gutes Spiel. In der Mitte Svenja Ruhöfer. Foto: Schikora

Eine echte Verstärkung: Die junge Maya Janßen (rechts) machte ein gutes Spiel. In der Mitte Svenja Ruhöfer. Foto: Schikora

Kurz vor Schluss packte Christoph Nisius noch mal der Ehrgeiz. Eine knappe Minute war noch zu spielen, sein Team lag gegen LiT Tribe uneinholbar mit 39:28 in Führung, da beorderte der Trainer der Handballerinnen von SFN Vechta seine Torfrau auf die Bank, um für den letzten Angriff eine siebte Feldspielerin zu bringen. Der Plan ging auf: Rund 30 Sekunden vor Spielende machte Paula Clasen die 40 voll und rundete damit das Spektakel in der Halle West zum Saisonauftakt der 3. Liga Nord auch statistisch ab.

Wenig später war bei 40:29 (17:13) Schluss und die Erleichterung im SFN-Lager groß. Nach dem obligatorischen Abklatschen holte sich Trainer Nisius gut gelaunt die Glückwünsche von Frau und Töchterchen ab und eilte dann zum gemeinsamen Mannschaftssiegerfoto mit den Einlaufkindern.

Nisius fiel nach dem Auftaktsieg „ein Stein vom Herzen“. Die 40 Tore nannte er „eine schöne Momentaufnahme“. Er lobte seine Mannschaft: „Mit so einer Drucksituation muss man erst mal umgehen. Egal, wen ich gebracht habe – alle haben ihren Job erledigt.“

„Ich war schon sehr aufgeregt vorher. Ich glaube, das hat man vor allem in der ersten Halbzeit gemerkt"Neuzugang Maya Janßen

Nur die beiden Torfrauen hatten diesmal keinen guten Tag, was aber auch für ihre Gegenüber aus Lübbecke galt. „Die Torfrauen waren nicht im Spiel, aber die Mannschaft hat das aufgefangen“, sagte Nisius und betonte: „Es werden auch Spiele gekommen, in denen sie uns helfen werden.“

„Schön, dass wir so gut gestartet sind und die ersten zwei Punkte haben. Das wird noch eine harte Saison“, sagte Kapitänin Luca Vodde. Die Dinklagerin verabschiedet sich nun erst mal für sechs Wochen nach Neuseeland – und wird ihrem Team, das nun sogar erster Tabellenführer ist, sechsmal fehlen.

Vechta legte vor 180 Zuschauern mit 3:0 und 5:1 einen Traumstart hin, leistete sich dann aber zu viele Fehler, so dass die Führung bis auf ein Tor schmolz (5:4 bis 12:11). Der Gast aus Lübbecke, bei dem die starke Ex-Vechtaerin Leonie Wöbking nur auf der Tribüne saß (nach Corona noch nicht fit), hatte in Lexa Höinghaus (12/4) und Xenia Hirt (8) zwei schnelle und torgefährliche Spielerinnen in seinen Reihen. Doch das reichte nicht, um die Partie zu kippen.

Nach der Pause (17:13) stand Vechtas Abwehr auch ohne die noch geschonte Klara Germann immer stabiler. Tina Schwarz zeigte von der Siebenmeter-Linie keine Nerven (zehn verwandelte sie direkt, einen im Nachwurf). Und im Offensivspiel glänzte SFN mit Tempo und Spielwitz.

Die junge Maya Janßen, aus Wilhelmshaven gekommen, fügte sich dabei nahtlos ein. Die 20-Jährige bediente die Kreisläuferinnen mit tollen Anspielen, warf selbst vier schöne Tore und zeigte ihr enormes Potenzial. „Sie hat ein sensationelles Spiel gemacht“, lobte Nisius die Mittelfrau, die ihm nun ein Luxusproblem beschert: Schließlich präsentierte sich auch Ria Hacek in guter Form und leitete mit einem Traumpass auf Paula Clasen das schönste Tor des Tages ein.

Maya Janßen selbst gab zu: „Ich war schon sehr aufgeregt vorher. Ich glaube, das hat man vor allem in der ersten Halbzeit gemerkt. Aber die Mannschaft hat mir die Verantwortung abgenommen.“

Begünstigt durch zahlreiche Zeitstrafen gegen LiT, zog Vechta nach Wiederbeginn über 21:15 auf 28:17 (43.) weg. Damit war die Partie früh entschieden. „Glückwunsch an Vechta, der Sieg ist absolut verdient, auch in der Höhe“, gab LiT-Trainer Bert Fuchs zu: „Wenn man so hoch verliert, hat man in allen Bereichen Defizite. Wenn man permanent in Unterzahl spielt, ist es allerdings auch schwer, ins Spiel zu finden.“


SFN Vechta - LiT Tribe  40:29

  • Halbzeit: 17:13
  • Zuschauer: 180
  • Vechta: Rike Kühling, Ellen Loock – Tina Schwarz (13/10), Luca Vodde (6), Paula Clasen, Carla Clasen, Maya Janßen (je 4), Svenja Ruhöfer, Ria Hacek (je 3), Paula Zerhusen (2), Maike Deeben (1), Marie Majewski, Leonie Schreiber, Nele Wessels.
  • Beste Werferinnen Tribe: Lexa Höinghaus (12/4), Xenia Hirt (8), Josephine Kelle (3).
  • Nächstes Spiel: Samstag (10. September, 19.00 Uhr) beim SC Markranstädt.

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