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Vechtas Handballerinnen nach Heimniederlage restlos bedient

Gegen Buxtehude II zeigte der Drittligist eine Klasseleistung und ging doch leer aus. Der Trainer war anschließend stocksauer.

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Sieben Tore für SFN: Ria Hacek in Aktion gegen Buxtehude II. Foto: Gabi Müller

Sieben Tore für SFN: Ria Hacek in Aktion gegen Buxtehude II. Foto: Gabi Müller

Ria Hacek ließ sich rücklings auf den Hallenboden fallen, Luca Vodde suchte Trost in den Armen ihres Vaters und Trainer Christoph Nisius war in der ersten Erregung drauf und dran, den Schiedsrichtern an den Kragen zu gehen. Als das 30:31 (14:14) gegen den Buxtehuder SV II besiegelt war, herrschten bei den Handballerinnen von SFN Vechta Wut und Enttäuschung.

Es war ein Ende, das eigentlich so gar nicht zu diesem Abend in der Halle West passte. Denn trotz des bitteren Finales dürften sich die meisten der 150 Zuschauer einig gewesen sein: Dieses Heimspiel war eines der besten, das die Vechtaerinnen in dieser Drittliga-Saison abgeliefert haben – auch wenn am Ende die achte Saisonniederlage stand und sich die Gefahr, in die Abstiegsrunde (ab Platz 7 abwärts) zu rutschen, weiter erhöht hat.

Nachdem Christoph Nisius seinen Unmut vor allem über die Stürmerfoul-Auslegung der Referees Max Eilers/Phillip Jandt (Großenkneten/Oldenburg) kundgetan hatte, sah auch er das Positive, gerade im Vergleich zur 21:36-Pleite im Hinspiel: „Wenn man das mit heute vergleicht, ist das eine andere Welt“, sagte Nisius und stellte fest: „Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert. Gegen ein Top-3-Team mit einem Tor zu verlieren, ist keine Schande. Und wir haben einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Aber wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. In den letzten fünf Minuten waren wir leider zu hektisch.“

„Aus den letzten zwei Spielen müssen wir jetzt vier Punkte holen“SFN-Spielmacherin Ria Hacek

Bis dahin hatte Vechta sowohl kämpferisch als auch spielerisch überzeugt. Trotz zwölf Fehlwürfen in den ersten 30 Minuten sowie einiger Unaufmerksamkeiten in Angriff und Abwehr, die die spielstarke Buxtehuder Bundesliga-Reserve (diesmal ohne Verstärkung) sofort bestrafte, ging es mit einem 14:14 in die Pause.

Angeführt von einer spielfreudigen Ria Hacek hatte SFN aus einem 7:11-Rückstand (18.) eine 12:11-Führung (24.) gemacht. Ärgerlich: Bei 14:13, eigenem Ballbesitz und noch 15 Sekunden auf der Uhr, verlor Vechta völlig unnötig den Ball und kassierte den Ausgleich.

Hier deutete sich schon an, was am Ende in die Niederlage führen sollte: Vechta machte gar nicht so viele Fehler – aber immer im ungünstigsten Moment.

So zeigte SFN beim 18:21 (40.) erneut Moral, ging vom 24:23 bis zum 27:26 (53.) immer wieder selbst in Führung. Doch dann: ein Fehlwurf im falschen Moment, ein schwaches Anspiel – Kleinigkeiten, die das Spiel am Ende entschieden.

Der letzte Pass nach vorne landete an der Hallentrennwand

Dazu gehörten auch zwei verworfene Siebenmeter und zu viele Gegentore aus sehr spitzem Winkel, vor allem durch Buxtehudes Rechtsaußen Amelie Gabriel. „Da haben die Torhüter leider keinen Zugriff bekommen“, sagte Nisius. Der letzte weite Pass nach vorne von Leonie Schreiber landete dann in Bedrängnis (Nisius: „Ein klares Foul“) an der Hallentrennwand. Das war's.

„Wir haben gut gekämpft und gut gespielt. Leider hatten wir Probleme, Buxtehudes erste und zweite Welle zu schließen“, sagte Ria Hacek: „Sie haben zu viele einfache Tore gemacht.“ Sie fordert: „Aus den letzten zwei Spielen müssen wir jetzt vier Punkte holen.“

Kapitänin Luca Vodde fand: „Es ist super ärgerlich, wenn man sich so reinkämpft und dann an sich selbst scheitert. Gefühlt haben wir in dieser Saison immer Pech. Wir sind aber auch alle kaputt. Wir können mit jedem mithalten – um so ärgerlicher ist es, wenn man dann verliert.“

Buxtehudes Co-Trainer Skaven Ottens, der in Vechta Chefcoach Adrian Fuladdjusch vertrat (war mit der Ersten unterwegs), gab zu, dass er auch mit einem Punkt hätte leben können. Dennoch freute er sich: „Das war eine 1-a-Kampfleistung. Am Ende haben wir gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind.“

Das galt allerdings auch für Vechta, das die Fans mit sehenswerten Toren begeisterte, wobei sich auch die junge Carla Clasen einbrachte (Nisius: „Sie hat heute Mut gezeigt“). Am Ende war es nur ein Tor zu wenig.

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