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Vechtas Handballerinnen genießen die Leichtigkeit des Seins

Gegen Pfeffersport Berlin gelingt SFN der zweite Sieg in der Abstiegsrunde der 3. Liga. Dabei musste Vechta auf seine beste Spielerin verzichten. Für sie sprang eine andere in die Bresche.

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Sie kann's auch in der Offensive: Abwehrspezialistin Klara Germann war am Samstag die beste Torschützin bei SFN. Foto: Schikora

Sie kann's auch in der Offensive: Abwehrspezialistin Klara Germann war am Samstag die beste Torschützin bei SFN. Foto: Schikora

Am Ende klappten sogar die unmöglichen Dinge. Die Unbeschwertheit, das Nichts-mehr-müssen, die sehr erträgliche handballerische Leichtigkeit des Seins – all das gipfelte zweieinhalb Minuten vor Schluss in einer Aktion, die Handballfans sonst nur im Fernsehen zu sehen bekommen, und nicht in der 3. Liga der Frauen. Tina Schwarz kam auf Rechtsaußen frei zum Wurf, doch anstatt selbst abzuschließen, passte sie durch den Kreis zurück zu Paula Clasen, die den Ball zum 26:20 nur noch ins leere Tor befördern musste. Begeisterung auf der Tribüne. Wenn es läuft, dann läuft es.

Wenig später war Schluss in der Halle West, und die Handballerinnen von SFN Vechta applaudierten gut gelaunt in Richtung ihrer Fans. Mit 27:22 (11:13) gewannen sie gegen Pfeffersport Berlin auch ihr zweites Spiel in der „Klassenverbleibsrunde“ der 3. Liga. Diesen Klassenverbleib hatten die Vechtaerinnen schon nach dem 22:20-Sieg eine Woche zuvor in Chemnitz sicher.

Dennoch – und trotz einer erneut schwierigen Personalsituation – gaben sie gegen die Gäste aus dem Prenzlauer Berg noch einmal alles. Die Berlinerinnen – auf der Hinfahrt durch eine Reifenpanne bei Braunschweig ausgebremst, weswegen das Spiel erst 30 Minuten später begann – verpassten es damit, den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. Die nächste Chance dazu bekommen sie am Samstag im Heimspiel gegen den TV Oyten. Einen Tag später reist dann SFN Vechta in die Hauptstadt.

"Wir kassieren nur 22 Tore gegen eine Mannschaft, die ihre Gegner vorher an die Wand gespielt hat“Vechtas Trainer Christoph Nisius

„Wir haben Berlin bearbeitet. Wir hatten eine gute Moral und die Abwehr war sehr stark. Wir kassieren nur 22 Tore gegen eine Mannschaft, die ihre Gegner vorher an die Wand gespielt hat“, freute sich Trainer Christoph Nisius.

Dabei musste sein Team neben Nele Müller, Maylin Aumann und Leonie Schreiber auch seine überragende Kapitänin Luca Vodde (Grippe) ersetzen. In der Offensive sprang für sie Klara Germann (8 Tore) ein, die sonst ihren Dienst vornehmlich in der Abwehr verrichtet. „Das hat mich gefreut für Klara. Sie hat Luca mehr als würdig vertreten“, sagte Nisius. Er lobte zudem die jungen Zwillinge Paula und Carla Clasen.

Vechta trat mit nur acht Feldspielerinnen an. Zudem war Tina Schwarz nicht ganz fit und Ria Hacek musste mehrfach an ihrem verletzten Sprunggelenk behandelt werden. Dennoch gelang es SFN, den Gast zunächst mit einer 5-1-Abwehr zu überraschen. Ab dem 6:3 ließ dann die Konzentration nach, beim 6:7 lag Vechta plötzlich hinten.

Beim 11:15 machte Vechta die Schotten dicht - und kassierte fast 14 Minuten lang kein Tor

Eine halbzeitübergreifende 0:5-Serie warf Vechta sogar auf 11:15 zurück. Dann aber machte SFN mit einer 6-0-Abwehr und einer guten Carolin Tiedeken im Tor die Schotten dicht, ließ fast 14 Minuten lang kein Gegentor zu und zog auf 18:15 weg (45.). Pfeffersport glich noch einmal aus (18:18), dann machte SFN mit 21:18, 23:19 und 26:20 alles klar.

„Als wir mit vier Toren geführt haben, haben wir zu schnell zu viel gewollt“, sagte Berlins Trainer Marcus Grande. Er fand: „Wir hatten keine Bereitschaft, die Punkte zu holen. Vielleicht war der Druck auch zu hoch.“

Klara Germann freute sich unterdessen: „Trotz des dezimierten Kaders haben wir uns immer wieder rangekämpft, auch als wir mit vier Toren zurücklagen.“ Ihre gute Trefferquote in der zweiten Halbzeit war auch die Folge eines Pausengesprächs mit Trainer Nisius. „Ich habe mir dann als Ziel gesetzt, nach unten zu werfen“, verriet sie. Der Plan ging auf. Auch Paula Clasen strahlte: „Wir haben alles gegeben. Die Abwehr stand gut und zum Schluss haben wir dann auch getroffen.“


SFN Vechta - Pfeffersport Berlin  27:22 (11:13)

  • Zuschauer: 140.
  • SFN Vechta: Rike Kühling, Carolin Tiedeken – Klara Germann (8), Paula Clasen, Ria Hacek (je 6), Tina Schwarz (3/1), Carla Clasen (2), Svenja Ruhöfer, Jane Müller (je 1), Maike Deeben.
  • Beste Werferinnen Berlin: Fabienne Büch (7/2), Fabienne Kunde (4), Anneke Schmidt, Charleen Hansen (je 3).
  • Nächstes Spiel: Sonntag (22. Mai., 15.00 Uhr) bei Pfeffersport Berlin.

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