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Vechtaer Handball-Talent schafft den Sprung in die 3. Liga

Christian Herz erhält beim Team Handball Lippe einen Dreijahresvertrag. 85 Tore in der A-Jugend-Bundesliga.

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Das Tor im Visier: Christian Herzim Einsatzfür die Bundesliga-A-Jugend der HSG Handball Lemgo. Foto: Paul Cohen

Das Tor im Visier: Christian Herzim Einsatzfür die Bundesliga-A-Jugend der HSG Handball Lemgo. Foto: Paul Cohen

Auch Christian Herz traf die Corona-Krise mit voller Wucht. Die Spiele abgesagt, kein Mannschaftstraining mehr und auch die Arbeit als FSJler wurde bis auf Weiteres eingestellt. Doch Christian Herz machte das Beste aus der Situation und nutzte den plötzlichen Zwangsurlaub zu einem längeren Aufenthalt in seiner Heimat Vechta. Die Gelegenheit gab es ja nicht sehr oft in den vergangenen knapp drei Jahren.

Im Sommer 2017 verließ das Handballtalent sein vertrautes Umfeld, zog mit gerade mal 16 Jahren von zu Hause aus und wechselte in die Nachwuchsabteilung des Bundesligisten TBV Lemgo. Dort machte er im vergangenen Sommer sein Abitur – und setzt jetzt seinen Weg in Richtung Profihandball fort. Ende Februar unterschrieb er beim Team Handball Lippe, der Zweitvertretung des TBV, einen Dreijahresvertrag für die 3. Liga, der ab dem 1. Juli gilt.

„Damit habe ich mein Zwischenziel erreicht. Das freut mich riesig“, sagt der 18-Jährige. Parallel dazu beginnt er am 1. August eine Ausbildung zum Marketing- und Kommunikationskaufmann bei den Stadtwerken Lemgo. Zurzeit ist er noch als FSJler beim Gemeindesportverband Augustdorf angestellt und leitet in Schulen und Kindergärten Handball-, aber auch Fußball- und Basketballkurse.

Sportlich absolviert der Rückraumspieler(Jahrgang 2001) sein letztes A-Jugend-Jahr. Mit der HSG Handball Lemgo spielt er in der A-Jugend-Bundesliga. In der Vorrunde musste sich das Team in der Nordstaffel mit Platz acht unter zehn Mannschaften zufrieden geben und verpasste die Meisterrunde. In der Pokalrunde für die weiter unten platzierten Teams lag die HSG bis zur Corona-Pause auf dem dritten Platz unter sechs Mannschaften – mit guten Chancen, noch einen der ersten beiden Plätze und damit das Viertelfinale im DHB-Pokal zu erreichen.

Für Christian Herz persönlich ist es eine erfolgreiche Saison – trotz eines Rückschlags im Winter: Im Dezember erlitt er im Training einen doppelten Außenbandriss im linken Sprunggelenk, lief zeitweise an Krücken und konnte fünf Wochen nicht spielen. Doch die Verletzung warf ihn nicht aus der Bahn. Seinen 60 Toren in der Vorrunde ließ er nach der Verletzungspause 25 weitere in der Pokalrunde folgen. Bei seinem vorerst letzten Einsatz am 8. März gegen Nettelstedt (34:36) traf er gleich acht Mal.

Auch in der 3. Liga gehörte er siebenmal zum Kader und kam zu drei Kurzeinsätzen. „Der Schritt vom Jugendbereich zu den Männern ist unheimlich fordernd“, sagt er. Vor allem in puncto Härte, Spiel-Komplexität und Tempo sei die Umstellung gewaltig. „Es ist halt etwas ganz anderes, ob man gegen einen 39-Jährigen mit Zweitliga-Erfahrung spielt oder gegen einen Spieler des jüngeren A-Jugend-Jahrgangs 2002“, sagt er.

Im Januar bekam es Christian Herz sogar mit erstklassigen Gegenspielern zu tun. Wie schon ein Jahr zuvor durfte er beim Wintercup des TV Verl in Gütersloh wieder im Profiteam des TBV Lemgo aushelfen. „Ich durfte 35 Minuten spielen. Das hat riesig Spaß gemacht“, berichtete er. Als Mitglied des Drittligateams, das übrigens fünfmal die Woche trainiert, rückt er künftig noch näher an den Profibereich heran. Und mit dem 57-maligen Nationalspieler Christoph Theuerkauf bekommt er zudem zur nächsten Saison einen prominenten Mitspieler.

Christian Herz freut sich auf die neue Herausforderung. Zumal mit Kreisläufer Thore Oetjen und Torwart Timon Mühlenstädt auch zwei seiner Mitbewohner aus der Handball-WG in den Drittliga-Kader wechseln. Am 13. Juli soll die Vorbereitung beginnen – wenn es Corona denn zulässt.

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