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Vechtaer Brückenlauf feiert begeisternde Premiere

243 Finisher, starke Zeiten und ganz viel Sonne - die Veranstalter waren zufrieden und die Läufer auch. Ein Mega-Pensum spulte Kathi Stark ab: Erst lief sie 26 Kilometer und dann noch 11,6.

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Zwei, die es eilig hatten: Viktor Kuk und Andreas Bröring stürmen die Brücke hinauf. Fotos: Schikora

Zwei, die es eilig hatten: Viktor Kuk und Andreas Bröring stürmen die Brücke hinauf. Fotos: Schikora

Als die beiden „Men in Black“ die Brücke am Bahnhof hochsprinteten, gerieten nicht nur die Passanten ins Staunen. Auch Birgit Beuse, Geschäftsführerin des Marketingvereins „Moin Vechta“, war tief beeindruckt. „So Leute wie Viktor Kuk und Andreas Bröring mal in echt laufen zu sehen, das ist ja echt Wahnsinn. Die rennen ja über die Brücke, als wäre sie gar nicht da“, meinte die Hauptorganisatorin des 1. „Moin Vechta Brückenlaufs“.

Zum ersten Mal hatte „Moin Vechta“ zusammen mit der Leichtathletikabteilung von SFN Vechta das Lauf-Event mit Start und Ziel im Herzen der Kreisstadt aufgezogen. Birgit Beuses Fazit fiel im Anschluss rundum positiv aus – nicht nur wegen des strahlenden Spätsommerwetters. „Wir sind super gut zufrieden“, sagte sie: „Wir hatten perfektes Laufwetter, es hat alles gut funktioniert. Das war eine sehr starke Teamleistung mit SFN zusammen. Ohne die hätten wir das gar nicht wuppen können.“ Für sie steht fest, dass der Lauf zu einer festen Einrichtung werden soll. Im nächsten Jahr soll das Event früher im Jahr stattfinden, vielleicht im Mai. Eine Verbesserung hat sich Birgit Beuse für die zweite Auflage schon vorgemerkt: „Auf der großen Runde werden wir dann eine Getränkestation einrichten.“

Die von SFN-Leichtathletik-Chef Gerd Seelhorst ausgearbeitete Strecke durch Innenstadt, Zitadellenpark und Hochzeitswald forderte den Läufern einiges ab. „Der Tenor bei den Läufern war: anstrengend, aber geil“, berichtete Birgit Beuse. Vor allem die namensgebende Brücke am Bahnhof, die im 11,6-km-Lauf gleich viermal bewältigt werden musste, trieb den Puls der Sportler in die Höhe.

Auch VEC-Topläufer Viktor Kuk, der die 11,6 km in starken 40:03 Minuten gewann, fand die Runde anspruchsvoll: „Es war sehr warm, die Strecke war sehr verwinkelt und es ging ein paar mal hoch. Die Brücke ist schon ganz schön fordernd“, sagte er: „Und es war schwierig, weil einem die Läufer entgegenkamen.“

Ein buntes Feld: Teilnehmer des Hauptlaufs über 11,6 Kilometer auf dem Weg hinaus aus der Stadt.Ein buntes Feld: Teilnehmer des Hauptlaufs über 11,6 Kilometer auf dem Weg hinaus aus der Stadt.

Zudem hatte der Dammer, der in Vechta lebt, diesmal einen echten Gegner. Andreas Bröring aus Lohne – wie Kuk im schwarzen Trikot unterwegs – forderte dem Favoriten alles ab und hatte im Ziel nur 39 Sekunden Rückstand auf Kuk. „Andreas ist echt stark gelaufen. Er hat auf den ersten sechs Kilometern Druck gemacht und ist immer wieder an mich herangelaufen. Ich habe zwischendurch schon gedacht, dass ich das Ding verlieren könnte“, gab der 31-Jährige zu, der zudem gerade einen dreiwöchigen Trainingsblock abgeschlossen hatte: „Ich war schon echt müde.“ Grundsätzlich fand Viktor Kuk: „Schön, dass so ein Event überhaupt zustande kommt. Das war echt eine schöne Veranstaltung.“

Das sah auch die Lohnerin Kathi Stark so, die in 49:36 Minuten den Hauptlauf der Frauen gewann – nur sieben Männer waren schneller. „Eine super Sache. Cool, dass Vechta das durchgezogen hat, gerade unter Corona-Bedingungen“, sagte sie. Der für Sonntag geplante Marathon in ihrer beruflichen Heimat Wolfsburg sei dagegen in einen virtuellen Lauf umgewandelt worden: „Das finde ich eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Denn die Hygienekonzepte funktionieren ja.“ Der Brückenlauf, der zugleich den Auftakt des Volksbanken-Laufcups 2021/22 bildete, war der erste Lauf im Kreis Vechta seit Beginn der Corona-Krise, der fast wieder unter normalen Bedingungen stattfand.

Kathi Starks Siegerzeit kam übrigens unter besonderen Bedingungen zustande. Die Lohnerin nutzte den Lauf als Vorbereitung für den Berlin-Marathon am 26. September, wo sie eine Zeit von unter 2:50 Stunden anpeilt. Und weil ihr Trainingsplan einen „letzten langen Lauf“ vorsah, lief sie vor dem Start kurzerhand noch eine 26,5-Kilometer-Runde nach Lohne und zurück. „Die letzten elf Kilometer vor Zuschauern, das hat schon sehr geholfen“, berichtete sie, gab aber zu: „Ich war auch wirklich am Ende.“

Genauso wie über die Leistungen der Topathleten freute sich Birgit Beuse über das Engagement der vielen Hobbyläufer. „Den größten Applaus gab es, als die beiden letzten Läuferinnen im Hauptlauf zusammen mit den Besen-Fahrrädern ins Ziel kamen. Das war für mich mit einer der schönsten Momente“, sagte die Organisatorin und betonte: „Es soll ja auch ein Lauf für alle sein.“

Insgesamt wurden auf den vier Distanzen 243 Finisher gezählt. „Das war in Ordnung“, sagte Birgit Beuse, auch wenn sie auf 300 gehofft hatte. Einen super Job machten neben den rund 40 SFN-Helfern auch Kommentator Antonius Schröer und Siegerehrungs-Moderator Wolfgang Knabe vom OSC Damme. „Der hat echt die Bühne gerockt“, freute sich Birgit Beuse.

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