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Vechta schafft Fakten im Kaugummi-Prozess

Am Mittwoch konferierten die VEC-Klubs mit dem NFV-Kreisvorstand. Ergebnis: Alle 26 Vereine wollen einen Saison-Abbruch nur mit Aufsteigern.

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Wünscht sich ein schnelleres Verfahren: NFV-Kreischef Martin Fischer. Foto: Schikora

Wünscht sich ein schnelleres Verfahren: NFV-Kreischef Martin Fischer. Foto: Schikora

Die Mühlen in Barsinghausen mahlen langsam. Sehr langsam. Die Entscheidung, wie mit der aktuell unterbrochenen Amateur-Fußballsaison 2019/2020 umgegangen werden soll, hat sich längst zu einem Kaugummi-Prozess entwickelt. Es zieht sich ohne Ende. Abbruch, Annullierung oder Fortsetzung – der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat noch nichts beschlossen, alles ist offen. Im NFV-Kreis Vechta kam am Mittwochabend im Vergleich dazu richtig Bewegung rein. „Wir haben Tatsachen geschaffen“, berichtete Kreischef Martin Fischer nach der Telefonkonferenz mit Vertretern der 26 VEC-Vereine. Seitdem steht fest: Alle Klubs sind für einen Saison-Abbruch nach Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Spiele), bei dem es nur Auf- und keine Absteiger gibt.

Die drei anderen Varianten, die der NFV den Vereinen am Samstag von 11.30 bis 13.00 Uhr bei zwei Web-Seminaren ebenfalls vorstellen will, sind für die VEC-Fußballer damit vom Tisch. Niemand setzte sich für einen Abbruch mit Auf- und Absteigern nach Quotientenregelung, eine Annullierung der Saison und eine Fortsetzung des Spieljahres im Herbst ein. Neuerdings wird wohl auch noch ein fünfter Vorschlag aus Hannover hinzukommen – eine Abwandlung der in Vechta präferierten Variante, bei der der Erste und der Zweite aufsteigen.

Martin Fischer zeigte sich nach der Mittwoch-Konferenz sehr glücklich. „Wir haben eine sehr konstruktive, ruhige, sachliche Diskussion geführt“, sagte der Fußball-Funktionär. Mit einem einstimmigen Votum für die „Variante 2“ des NFV-Papiers habe er nicht gerechnet. Auch der Kreis-Vorstand, der Kreisspielausschuss und der Jugendausschuss halten diese Lösung für die beste, zumal eine Annullierung rechtlich kaum durchzusetzen wäre.

Sattes Grün, aber kein Fußball: Die Corona-Krise hat den Amateur-Fußball gestoppt. Foto: LünsmannSattes Grün, aber kein Fußball: Die Corona-Krise hat den Amateur-Fußball gestoppt. Foto: Lünsmann

Als stärkster Befürworter einer Fortsetzung steht der Kreis Gifhorn indes fast alleine da. Und ist irgendwie dennoch in guter Gesellschaft: Trotz klarer Ablehnung bleibt das NFV-Präsidium dabei, auch diese Variante berücksichtigen zu wollen. „Unser Präsident ist einfach nicht zu bekehren und hält an dieser Variante fest“, sagt Martin Fischer. Er macht keinen Hehl daraus, dass er bei dieser Thematik „ungehalten“ ist. Die Vereine zeigen eine ähnliche Haltung. Fischer versicherte, „dass wir Kreise sehr wohl gegenüber dem Präsidenten gesagt haben, dass Variante 4 eigentlich tot ist und nicht zur Diskussion steht“.

Zwei Klubs präsentieren Lösungsansatz

Aber dem Vechtaer Kreisverband sind die Hände gebunden, es bleibt wohl beim Kaugummi-Prozess. Nach den Web-Seminaren am Samstag folgt am Mittwoch (20. Mai) eine weitere Verbandsvorstandssitzung. Zwei Tage später will der NFV einen virtuellen außerordentlichen Verbandstag einberufen – dieser soll spätestens am 27. Juni stattfinden. Der NFV-Kreis Vechta hat hier sieben Stimmen, die Delegierten werden am Dienstag auf der Vorstandssitzung in Mühlen benannt. Für den Jugendspielbetrieb wird es einen Antrag des Verbandsjugendausschusses geben. Hier wird ab kommendem Mittwoch getagt.

Am Rande der Vechtaer Telefonkonferenz stellten Jan-Bernd Hohnhorst (Varenesch) und Ludger Hilgefort (Carum) noch einen Vorschlag zum Übergang in die neue Saison vor. Dieser enthält zwei Lösungsansätze, um die Staffelstärken auch ohne Absteiger überschaubar zu halten: erstens eine zweigleisige Oberliga, zweitens eine Rückkehr der Bezirksklasse. Fischer betonte: „Das ist der zweite Schritt.“ Zuerst brauche man eine Lösung für die aktuelle Saison, danach könne jeweils auf Verbands-, Bezirks- und Kreisebene über Ansätze für die nächste Spielzeit beraten werden. Klar ist: Vechta will den Abbruch mit Quotientenregelung – mit Aufsteigern, ohne Absteiger. Fischer: „Dafür werden wir kämpfen.“

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