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VEC-Teams plädieren für Hin- und Rückrunde

Wie geht's den heimischen Fußball-Landesligisten im Corona-Lockdown? Und wie sehen die Ideen für 2021 aus? Ein Überblick.

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Ein letztes Derby kurz vor der Pause: Mühlens Constantin Westermann (links) Mitte Oktober im Spiel gegen die Steinfelder um Georges Baya Baya (Mitte) und Halil Ablak. Die Falken entschieden das Nachbarschaftsduell mit 2:0 für sich. Foto: Wenzel

Ein letztes Derby kurz vor der Pause: Mühlens Constantin Westermann (links) Mitte Oktober im Spiel gegen die Steinfelder um Georges Baya Baya (Mitte) und Halil Ablak. Die Falken entschieden das Nachbarschaftsduell mit 2:0 für sich. Foto: Wenzel

43 Tage ist es her, als Falke Steinfeld in der Fußball-Landesliga mit 0:3 beim VfR Voxtrup unterlag. Seitdem rollte in der Süd-Staffel des Weser-Ems-Oberhauses kein Ball mehr. Noch mindestens bis zum Jahresende pausiert der Amateurfußball komplett, ein Ende ist in Zeiten der dynamischen Corona-Lage kaum abzuschätzen. Nach aktueller Planung soll am 28. Februar (Sonntag) wieder der Ball rollen. Aber dann muss nicht nur die Corona-Situation mitspielen, sondern auch die Witterung, die in den Monaten Februar und März erfahrungsgemäß für Absagen sorgt.

Geplant war in den beiden Landesliga-Staffeln eine Qualifikationsrunde mit Hin- und Rückspielen. Die je vier besten Teams der beiden Staffeln kämen in eine Aufstiegsrunde, der Rest in eine Abstiegsrunde. Ist der Modus noch haltbar? Wie bereits berichtet, sagte Stefan Brinker als Staffelleiter der Landesliga und Vorsitzender des Bezirksspielausschusses, dass es zwar „definitiv Auf- und Absteiger“ geben werde, der Modus sich aber verändern werde. Wie genau, steht noch nicht fest. Im Dezember treffen sich alle Landesligisten virtuell, um die Lage zu besprechen.

Wie würden die heimischen Vertreter die Zukunft angehen? Wie zufrieden sind sie mit dem bisherigen Saisonverlauf? Und wie halten sich die Teams gerade fit? Ein Überblick:

Duell an der Hasenweide: Dinklages Verteidiger Markus Espelage (links) gegen Oythes Stürmer Jaka Kuhar. Foto: SchikoraDuell an der Hasenweide: Dinklages Verteidiger Markus Espelage (links) gegen Oythes Stürmer Jaka Kuhar. Foto: Schikora

Falke Steinfeld
Das Saisonziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Klar: In der Corona-Abbruchsaison blieben die Falken nur mit Ach und Krach in der Liga, sie holten nur 0,83 Zähler im Schnitt. Ein halbes Jahr später sieht die Welt im Südkreis deutlich besser aus. Aus sieben Partien wurden elf Punkte geholt (1,57 im Schnitt). „Wir spielen ein bisschen mutiger und im Grunde alles oder nichts“, erklärt Falke-Coach Artur Zimmermann. Steinfelds Plan: Viel Ballbesitz, hohes Pressing und spielerische Lösungen statt lange, unkontrollierte Bälle. Zimmermann resümiert: „Das hat phasenweise schon richtig gut geklappt, aber eben nicht immer. Manchmal waren wir zu ängstlich.“ Vor allem die Niederlage in Voxtrup ärgert Zimmermann noch heute. „Da war mehr drin“, sagt er.

Um die Grundfitness zu erhalten, hat der Coach seinen Spielern Trainingspläne mit auf den Weg gegeben. „Die Jungs haben sowieso vorher schon was für sich gemacht. Aber so bleiben wir zumindest in Bewegung und in Kontakt“, sagt Zimmermann. Lauftraining und Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht – insgesamt drei Einheiten pro Woche – sind im Programm enthalten. Bis wieder als Kollektiv trainiert werden darf, dauert's noch. Beim Thema Re-Start ist Artur Zimmermann zuversichtlich und hat bereits eine klare Meinung: „Jede Staffel soll die Hin- und Rückrunde spielen und das dann gewertet werden. Ich glaube auf jeden Fall daran, dass es weitergehen wird.“

TV Dinklage
Auch TVD-Coach Stefan Arlinghaus ist in Sachen Saisonfortführung guter Dinge. Er sagt: „Die Verantwortlichen haben das im Vorfeld sehr gut gelöst mit den beiden Staffeln und haben viele Möglichkeiten abgedeckt. Da wurde ein guter Job gemacht. Wir werden das schon schaffen.“ Apropos guter Job: Mit Felix Schmiederer haben die Dinklager erneut einen der absoluten Top-Torjäger in den Reihen. Er traf bereits achtmal und teilt sich den Platz an der Spitze mit Steinfelds Paul Kosenkow. Beachtlich war vor allem Schmiederers Fünferpack gegen Union Lohne (8:0). „Er ist eine absolute Granate“, so Arlinghaus. Er ist nicht nur mit seinem Stürmer, sondern auch mit seinem jungen Torhüter-Duo zufrieden. Tim Kröger (23) kam sechsmal zum Einsatz, Jan Rohe (19) zweimal: „Wir haben zwei junge und starke Keeper. Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen“, freut sich Arlinghaus.

Beim Thema „bisheriger Saisonverlauf“ klingt der Trainer nicht mehr ganz so euphorisch. Er sei „insgesamt wohl zufrieden“, wie er sagt – aber: „Es hätte mit Blick auf die Spielverläufe mehr sein können, mehr sein müssen.“ Seine Spieler treffen sich wöchentlich zum Fitnesstraining via Zoom und gehen zudem in Eigenregie laufen. „Ohne Pflicht“, erklärt Arlinghaus.

VfL Oythe
Bei den Oythern geht's in Sachen Training während der Corona-Pause entspannt zu. „Es gibt keinen Plan für diese Zeit“, sagt Trainer Raphael Dornieden. Von Vorgaben für das Home-Workout hält er wenig: „Dann braucht im Nachhinein keiner verantwortungsbewusste Spieler für sein Team fordern, wenn man ihnen nicht vertraut.“ Lediglich mittwochs treffen sich die Oyther Spieler freiwillig virtuell und machen gemeinsame Kraft- und Stabilitätsübungen. Dornieden sagt: „So können wir zumindest ein bisschen den Kontakt halten.“ Denn: Das letzte Spiel ist schon ein bisschen her. Anfang Oktober verlor der VfL beim SC Melle mit 0:1 – es war die erste Niederlage in einer noch sehr jungen Saison, in der Oythe coronabedingt bislang nur vier Spiele absolvieren konnte. „Ein Fazit zu ziehen, fällt mir schwer. Ich bin aber mit der Punktausbeute generell zufrieden, auch wenn es zwei Punkte mehr sein könnten“, erklärt Dornieden: „Wir haben noch nicht das gezeigt, was wir potenziell eigentlich können.“

Potenzial steckt definitiv im jungen Oyther Team. Sechs der acht Neuzugänge im Sommer waren 21 Jahre oder jünger. Dornieden sagt: „Wir sind nach wie vor in der Umbruchphase. Unser Ziel ist es, das Team über einen längeren Zeitraum zusammenzuhalten.“ Und damit meint er über die Saison 20/21 hinaus. Zu einer Liga-Fortsetzung im neuen Jahr hat Dornieden eine klare Meinung: „Ich bin guter Dinge. Wir können alle froh sein, wenn man die beiden Staffeln getrennt zu Ende spielen kann.“ Und selbst dann hätte der VfL Oythe mit 14 Spielen ein strammes Programm vor der Brust.

GW Mühlen
Seine elfte Spielzeit als GWM-Trainer hatte sich Ingo Soremba sicher anders vorgestellt. „Ich vermisse den Sportplatz und die Spieler“, sagt der Coach wehmütig. Und das, obwohl der Start in die Spielzeit alles andere als geglückt war. Die Mühlener stehen auf dem drittletzten Platz und gewannen nur eine ihrer sechs Partien. „Das große Ziel ist, dass wir nicht absteigen“, erklärt Soremba, der seine Spieler wie Oythe-Coach Raphael Dornieden an der langen Leine lässt. Soremba sagt: „Die Spieler sind komplett vom Training freigestellt. Sie halten sich freiwillig fit. Sie wissen aber, dass in der ersten Trainingswoche direkt ein Leistungstest ansteht.“ Für Defensivspieler Jan Bünnemeyer steht schon seit Monaten individuelles Training auf dem Plan – er fällt aufgrund einer Kreuzbandglättung aus und befindet sich im Aufbautraining. In der Zeit vor dem Lockdown absolvierte er dieses Training im Kreise des Teams mit einer Physiotherapeutin. Zum geplanten Start der Rückrunde werde Bünnemeyer wieder fit sein, sagt Soremba: „Er ist ein wichtiger Baustein für die Mannschaft.“

Wie es weitergeht, ist auch für Soremba noch unklar. Er kann sich allerdings wie seine Kollegen eine staffelinterne Wertung durchaus vorstellen. „Ich freue mich auf den Tag, wenn ich alle gesund wiedersehe“, so Soremba: „Wenn der Impfstoff zugelassen ist, werden wir auch wieder auf dem Platz trainieren können. Ich hoffe auf Ende Januar.“

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

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