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Unglaublich, aber wahr: 320.000 Euro für "SgH"

Die 39. Saison von "Sportler gegen Hunger" endet mit einem sagenhaften Rekord. Menschen-für-Menschen-Sprecher Dr. Sebastian Brandis schwärmt: "Das ist phänomenal."

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Es bahnte sich in den vergangenen Wochen an, und jetzt ist es amtlich: Die Erfolgsgeschichte der OV/KSB-Aktion „Sportler gegen Hunger“ ist um ein weiteres Kapitel reicher. Und nicht nur das: Das Gemeinschaftsprojekt der Oldenburgischen Volkszeitung und des Kreissportbundes Vechta wartet mit einem sagenhaften Rekord auf. Die SgH-Saison 22/23, die 39. Auflage der Aktion, endet mit einem Erlös von 320.000 Euro – unglaublich, aber wahr. Dreihundertzwanzigtausend, das ist auch ausgeschrieben eine geradezu absurde Summe für den Leuchtturm des Heimatsports. 320.000 Euro – ein Endergebnis nach drei Monaten voller SgH-Power, das vor sieben, acht Jahren noch utopisch erschien. Nach den sensationellen Erlösen während der beiden Corona-Winter – 306.000 Euro in der Saison 20/21 und 292.000 Euro in der Saison 21/22 – setzte die große SgH-Gemeinde im Kreis Vechta noch einen obendrauf. Und: SgH hat in nunmehr 39 Jahren exakt 5.750.789 Euro eingespielt.

In der offiziellen SgH-Zeit seit dem 1. Dezember 2022 summierten sich die Spendenbeträge auf den drei SgH-Sonderkonten bis zum Freitag auf 320.322,37 Euro; dieser Betrag wird jetzt entsprechend gerundet. Drei Monate lang trommelten die VEC-Sportler von Visbek im Norden bis Vörden im Süden für ihre SgH- Events, bei denen es keine Corona-Beschränkungen mehr gab. Diverse Klubs feierten furiose Comebacks ihrer Vor-Corona-Hits, einige blieben bei den Alternativ-Veranstaltungen aus Pandemie-Zeiten, andere kombinierten Altes und Neues – in Summe gab’s eine bunte Palette, und das erste Januar-Wochenende mit zehn Veranstaltungen binnen 48 Stunden ging als XXL-Wochenende in die SgH-Historie ein.

Geschichte wurde vielerorts geschrieben. Wie beim Langfördener Power-Wochenende mit einem Erlös von 55.000 Euro oder beim Wintervolksfest des SC Bakum (45.000 Euro). Aber nicht nur beim Topduo schlugen die SgH-Herzen höher. Vier weitere Events hatten ein fünfstelliges Ergebnis – der OV-Supercup im Rasta-Dome (25.940 Euro), der 24-Stunden-Lauf in Lutten (16.250 Euro), das Weihnachtssingen in Lohne (15.716 Euro) sowie das Hobbyfußballturnier von Halter 05 (12.605 Euro). Keine Frage: Die sechs großen Brocken trieben das Spendenbarometer mit einer Gesamtsumme von 170.000 Euro nach oben, aber die breite SgH-Basis hatte einen ebenso großen Anteil am Erfolg. Der Kassensturz für die Saison 22/23 ergab, dass es 34 (!) Aktionen oder Events mit einem Erlös zwischen 1000 und knapp 9000 Euro gab, davon lag alleine achtmal ein Ergebnis über 5000 Euro. Und: Hinzu kamen wieder diverse Privatspender, die SgH seit Jahren die Treue halten.

Acht Missionsprojekte erhalten Unterstützung

Angesichts des riesengroßen Erfolgs des SgH-Winters 22/23 erhalten in diesem Jahr acht statt sechs Missionsprojekte von heimischen Vertretern eine finanzielle Unterstützung in Höhe von jeweils 15.000 Euro. Bedacht werden die sechs Ordensschwestern Klara Lüers (Visbek/Malawi), Jordana Rechtien (Holdorf/ Südafrika), Klara Kohorst (Steinfeld/Namibia), Beda Siewe (Lohne/Südafrika), Änne Thölking (Lohne/Südafrika) und Regina Kuhlmann (Oythe/Sambia) sowie Reimund Berding (Dinklage/SOS-Kinderdorf Mosambik) und Bischof Johannes Bahlmann (Visbek/Uganda).

Das Gros des Erlöses, nämlich 200.000 Euro, fließt in das fünfte Großprojekt von SgH in Äthiopien. In Zusammenarbeit mit der Karlheinz-Böhm-Stiftung „Menschen für Menschen“ (MfM) entsteht in Awedi Gulfa ein kleinstädtisches Wasserversorgungssystem. Der Ort mit seinen 560 Haushalten gehört zum 659 Quadratkilometer großen Bezirk Dano, im dem MfM seit 2013 tätig ist und in dem auch die SgH-Schulen in Kelecha Jibat und Dobi stehen. Nur elf Prozent der Bewohner von Awedi Gulfa können sich mit hygienisch einwandfreiem Wasser versorgen, die anderen holen es sich aus ungesicherten Stellen und Gewässern. In Awedi Gulfa entstehen ein Pumphaus mit Generator, ein Reservoir, Wasserleitungen sowie diverse Wasserentnahmestellen – in Summe ein arbeits- und zeitintensives SgH-Projekt, dessen Kosten bei rund 330.000 Euro liegen und zu dem auch der Bau von Duschhäuschen gehört.

Die vierte SgH-Schule, die Ijaji Higher Secondary School im Bezirk Illu Gelan, steht unterdessen unmittelbar vor der Inbetriebnahme. Der Neubau für über 2000 Schüler und Schülerinnen der Klassen neun und zehn ist bereits komplett finanziert.

MfM-Vorstandssprecher Dr. Sebastian Brandis, gerade erst zurückgekehrt von einer Äthiopien-Reise, richtete im OM-Medien-Gespräch ein „riesiges Dankeschön für diese Wahnsinns-Rekordleistung“ an alle SgH-Vertreter. Er sagte: „Das ist phänomenal. Großen Glückwunsch an alle, die mitgemacht haben.“ Brandis hatte bereits vor der SgH-Saison in einem Beitrag für das Magazin „Stiftung & Sponsoring“ die Beharrlichkeit, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit der SgH-Initiative herausgestrichen.

Äthiopien, das nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) unter der schlimmsten Dürre seit 1981 leidet, brauche „dringend Unterstützung“, so Brandis. Das gelte auch für den Bildungsbereich. Im Bürgerkrieg, der vor allem den Norden des Landes heimsuchte, seien über 1000 Schulen komplett zerstört worden, sagte Brandis: „Kinder können nicht normal zur Schule gehen. Jede neugebaute Schule ist gerade ein Segen.“ MfM werde sich am Wiederaufbau „massiv beteiligen“, für die nächsten anderthalb Jahre wurden 16 Schulen zugesagt. Brandis sagte in Richtung SgH: „Macht bitte weiter, der Bedarf ist riesig.“ Das Thema Wasser sei auch extrem wichtig. „In einigen Regionen im Süden und Osten gibt’s große Probleme“, erklärte Brandis.


Lesen Sie zum SgH-Rekorderlös hier einen Kommentar von Carsten Boning.

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