Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Ungewohntes Gedränge auf der Cloppenburger Bank

Cloppenburgs Volleyballfrauen starten in die neue Saison der Dritten Liga West. Auftakt am mit Heimspiel gegen den MTV Hildesheim.¶

Artikel teilen:
Gibt die Richtung vor: Trainer Tomislav Ristoski und die Volleyballfrauen des TV Cloppenburg, hier mit (von links) Tea Terzievska, Kristin Fischer, Ilona Dacevič, Kathrina Rathkamp (verdeckt) und Marita Lüske, starten gegen Hildesheim in die neue Saison. Foto: Langosch

Gibt die Richtung vor: Trainer Tomislav Ristoski und die Volleyballfrauen des TV Cloppenburg, hier mit (von links) Tea Terzievska, Kristin Fischer, Ilona Dacevič, Kathrina Rathkamp (verdeckt) und Marita Lüske, starten gegen Hildesheim in die neue Saison. Foto: Langosch

Nach ziemlich genau einem Jahr gehen die Volleyballfrauen des TV Cloppenburg wieder in ein Punktspiel: Am Sonntag haben sie zum Auftakt der Saison 2021/2022 in der Dritten Liga West den MTV Hildesheim zu Gast. Die Partie in der Cloppenburger Sporthalle an der Leharstraße beginnt um 16 Uhr.

Die Personaldecke beim TVC ist so lang wie seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr. „Seit ich hier übernommen habe, waren wir darauf aus gewesen, einen zahlenmäßig so großen Kader zu haben, dass wir Ausfälle kompensieren können, nun sind wir endlich soweit“, meint Trainer Tomislav Ristoski. Nicht weniger als 15 Spielerinnen umfasst sein Aufgebot für die neue Serie. Da darf sich der Coach, der inzwischen seit zweieinhalb Jahren das sportliche Sagen bei dem Drittligisten hat, auf ein Gedränge auf der Bank einrichten – nachdem er in der Vergangenheit dort häufig ein ziemlich einsames Dasein gefristet hat.

  • TVC-Aufgebot
  • Abgänge: Johanna Kalvelage (private Gründe).
  • Zugänge: Daniela Dellwisch (BTS Neustadt, nach Pause), Patrycja Marszałek, Lisa Walden (TSG Westerstede, nach Pause), Maria Paulat (TSG Westestede, nach Pause).
  • Kader
  • Außen: Ilona Dacevič, Christine Tabeling, Lisa Walden, Tea Terzievska, Janna Eilers.
  • Diagonal: Daniela Dellwisch (auch Außen), Patrycja Marszałek (auch Außen), Katharina Rathkamp, Polina Bizhko.
  • Mittelblock: Lisa Lammers, Marita Lüske, Maria Paulat.
  • Zuspiel: Karoline Meyer, Jule Lampe.
  • Libera: Kristin Fischer (auch Außen).
  • Trainer: Tomislav Ristoski.
  • Teamarzt: Dr. Markus Lühmann.
  • Physio: Michaela Lüpken.
  • Saisonziel: Klassenerhalt.
  • Meistertipp: Hildesheim, Eiche Horn und Ostbevern.

Wir auch immer, über allem steht die Vorfreude auf die neue Saison. „Wir sind so froh, dass es wieder losgeht und das Warten ein Ende hat.“ Präzise am 25. Oktober 2020 war der TVC zuletzt im Einsatz – beim damaligen Tabellenführer FCJ Köln II unterlagen die Cloppenburgerinnen mit 1:3. Es war die vierte Niederlage im vierten Spiel – und danach fiel coronabedingt der Hammer. Keine einzige weitere Partie wurde noch ausgetragen. Der Verband annullierte die Serie 2020/2021 und so bleibt der TVC der Dritten Liga West erhalten. Müßig darüber zu spekulieren, ob das Ensemble um Trainer Ristoski das rettende Ufer auf sportlichem Weg noch erreicht hätte.

Nun geht es also in die neue Runde. Mit Johanna Kalvelage, die in der jüngeren Vergangenheit nur ab und an ausgeholfen hatte, gab es nur einen Abgang, dafür kamen vier neue Spielerinnen hinzu. Dabei waren vornehmlich die Kontakte der Spielerinnen ausschlaggebend. So überzeugten sie unter anderem Maria Paulat und Lisa Walden, zum TV Cloppenburg zu kommen. Zuvor hatten sie bei der TSG Westerstede gespielt und dann eine Pause eingelegt. Außerdem zog die Garrelerin Daniela Dellwisch von Bremen zurück in ihre Heimatgemeinde und schloss sich den Cloppenburgerinnen an. In Bremen war sie für BTS Neustadt aktiv gewesen, hatte aber auch zuletzt ausgesetzt.

Neuzugang beim TVC: Patrycja Marszałek. Foto: privatNeuzugang beim TVC: Patrycja Marszałek. Foto: privat

Das Quartett der Neuzugänge komplettiert Patrycja Marszałek. Die 21-jährige Polin ist die Ehefrau des TVC-Handballers Maciej Marszałek. Die beiden sind im Sommer nach Cloppenburg gekommen. Patrycja Marszałek hat vor dem Umzug bei MUKS Volley Płock gespielt. Der polnische Drittligist hatte sich indes 2019 aufgelöst, nun legt Marszałek wieder los. „Ich habe – wie bei den anderen Zugängen auch – einen sehr guten Eindruck von Patrycja“, sagt Ristoski. „Sicherlich hat sie noch einigen Trainingsrückstand, aber man kann sehen, dass sie schon höherklassig gespielt hat. Die Verständigung ist zwar nicht ganz einfach, allerdings verstehe ich zumindest Polnisch, ansonsten versuchen wir es mit Deutsch und Englisch, wobei Hände und Füße die wichtigsten Hilfsmittel sind“, meint Ristoski lachend.

Mit der Vorbereitung ist er einverstanden: „Ein Trainer ist nie zufrieden, aber im Ernst: Die Spielerinnen haben sehr gut mitgezogen und hart gearbeitet. Die Neuzugänge haben sich prima integriert und mit dem großen Kader konnten wir auch gut arbeiten. Nun feilen wir noch an der einen oder anderen Stelle.“

  • Auf- und Abstiegsregelung
  • Die Dritte Liga West umfasst in der Saison 2021/2022 insgesamt 14 Mannschaften.
  • Die Liga wird in zwei Siebenerstaffeln aufgeteilt. In der Gruppe A spielen: VoR Paderborn, FCJ Köln II, SV Bad Laer, BW Aasee, VC Osnabrück, TV Hörde, TSV Bayer Leverkusen II. Gruppe B: TV Cloppenburg, SF Aligse, Union Emlichheim II, USC Münster II, MTV Hildesheim, TV Eiche Horn, BSV Ostbevern.
  • Die beiden Gruppen spielen jeweils eine Vorrunde mit Hin- und Rückserie aus.
  • Damit kommt jede Mannschaft auf zwölf Spiele.
  • Die drei Erstplatzierten jeder Staffel erreichen die Aufstiegsrunde, die Mannschaften auf den Plätzen vier bis sieben treten in der Abstiegsrunde an.
  • In diesen Playoffs sind nur die Teams aus der Parallelstaffel Gegner (in Hin- und Rückrunde), die Ergebnisse gegen die Gegner aus der Vorrunde nehmen die Teams mit. Das heißt: Für die Klubs in der Aufstiegsrunde kommen sechs, für die in der Abstiegsrunde acht Spiele hinzu.
  • Die Vorrunde beginnt am Wochenende 16./17. Oktober und endet am 15./16. Januar.
  • Die Abstiegsrunde legt am 5./6. Februar los, die Aufstiegsrunde startet am Wochenende darauf.
  • Der Erste der Aufstiegsrunde schafft den Sprung in die 2. Bundesliga.
  • Von den acht Mannschaften in der Abstiegsrunde werden mindestens vier in die Regionalliga runter müssen. Zumindest mittelfristig soll die Staffelstärke auf zehn Teams sinken, also ist auch möglich, dass sich die Absteigerzahl noch erhöht.

Ristoski hat einen guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielerinnen zur Verfügung. Diesen repräsentieren die Neuzugänge perfekt: Maria Paulat verfügt mit ihren 39 Jahren über jede Menge Routine, Lisa Walden zählt 27 Lenze, Daniela Dellwisch folgt mit 23 Jahren, Patrycja Marszałek ist – wie erwähnt – erst 21 Jahre jung.

Quasi ein weiterer Zugang ist Janna Eilers. Sie ist zwar schon lange beim TVC, hatte aber mit vielen Problemen an der Schulter zu kämpfen. Daher profitierte die Außenangreiferin letztlich sogar von der Coronapause; sie verschaffte ihr Zeit, um die Blessuren nachhaltig auszukurieren. Gemeinsam mit Physiotherapeutin Michaela Lüpken steckt sie im Aufbautraining.

Für die 30-Jährige kommt aber ein Einsatz im Auftaktspiel gegen Hildesheim nicht infrage. Außerdem liegt für Patrycja Marszałek die Spielberechtigung noch nicht vor und Lisa Walden droht mit Rückenproblemen auszufallen. Fraglich ist ein Mitwirken von Katharina Rathkamp, die während der Beachsaison umgeknickt war und das Gelenk noch nicht wieder zu 100 Prozent belastbar ist. Die finale Entscheidung, ob die Diagonalangreiferin dabei ist, fällt kurzfristig in Absprache mit Teamarzt Dr. Markus Lühmann. Unabhängig davon tritt gleich zum Start der Fall ein, dass das eigentlich große Aufgebot schon ein Stück weit ausdünnt.

  • Der TVC-Spielplan der Vorrunde
  • TV Cloppenburg – MTV Hildesheim Sonntag, 17. 10., 16:00
  • USC Münster II – TV Cloppenburg Samstag, 23. 10., 15:00
  • TV Cloppenburg – Union Emlichheim II Sonntag, 07. 11., 16:00
  • BSV Ostbevern – TV Cloppenburg Samstag, 13. 11., 19:00
  • TV Cloppenburg – SF-Aligse Sonntag, 14. 11., 16:00
  • TV Eiche Horn – TV Cloppenburg Sonntag, 21. 11., 16:00
  • MTV Hildesheim – TV Cloppenburg Sonntag, 28. 11., 16:00
  • TV Cloppenburg – USC Münster II Sonntag, 05. 12. 16:00
  • TV Cloppenburg – BSV Ostbevern Sonntag, 19. 12., 16:00
  • SF-Aligse – TV Cloppenburg Samstag, 08. 01., 16:00
  • TV Cloppenburg – TV Eiche Horn Sonntag 23. 01., 16:00
  • Union Emlichheim II – TV Cloppenburg Samstag, 29. 01., 20:00

Angesichts der Erfahrungen mit Corona hat der Verband sich dazu entschlossen, die Serie 2021/2022 anders zu gestalten. Die Staffel West wird in zwei Siebenerguppen aufgeteilt. Nach einer „normalen“ Runde mit Hin- und Rückserie werden die am besten platzierten Teams beider Gruppen in einer Meisterrunde den Aufsteiger ermitteln, die übrigen Teams klären in Playdowns die Abstiegsfragen (Details siehe Kasten „Auf- und Abstiegsregelung). „Ich finde den Modus misslungen“, sagt Tomislav Ristoski. „Ich weiß, dass man es niemandem recht machen kann, aber bei uns sind drei, vier der Favoriten in der Staffel. Es wird unheimlich schwer, überhaupt die Meisterrunde zu erreichen.“ Für den TVC steht indes der Klassenerhalt als Ziel auf dem Zettel, wobei: „Wenn wir antreten, wollen wir auch gewinnen“, sagt Ristoski.

An der geplanten Saison stört den TVC-Coach auch der späte Beginn: „Wir hätten doch problemlos wie üblich Mitte September beginnen können, dann lägen jetzt schon vier, fünf Spieltage hinter. Und im Winter drängen sich dann die Termine.“

Das Auftaktprogramm ist happig: Mit Hildesheim, USC Münster II und Ostbevern tritt der TVC in den ersten vier Spielen gleich gegen drei der Topfavoriten an. Ristoski nimmt es gelassen: „Dann wissen wir wenigstens schnell, wo wir stehen.“

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Ungewohntes Gedränge auf der Cloppenburger Bank - OM online