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TVD schlägt ein neues Kapitel auf

Die Dinklager Fußballer starten mit Neu-Coach Stefan Arlinghaus in die neue Landesliga-Spielzeit. Die Vorsaison hat die Brust breiter werden lassen.

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TV Dinklage: Hinten von links Fußballobmann Benedikt Bünger, Tim Neumann, Stefan Richter, Aljoscha Wilms, Stefan Wulfing, Tobias Nordlohne, Benedikt Blömer, Kevin Dahlmann und Betreuer Michael Ostermann; Mitte von links Betreuer Ludger Wessels, Torwarttrainer Christian Bokern, Willi Kampers, Steffen Espelage, Felix Schmiederer, Lukas Bornhorst, Arne Blömer, Markus Espelage, Physiotherapeutin Stefanie Kruse und Trainer Stefan Arlinghaus; vorne von links Michael Bockhorst, Wilke Weßling, Daniel Nuxoll, Jan Rohe, Tim Kröger, Lasse Barz, Leon Albers und Thomas Wulfing. Foto: Bockhorst

TV Dinklage: Hinten von links Fußballobmann Benedikt Bünger, Tim Neumann, Stefan Richter, Aljoscha Wilms, Stefan Wulfing, Tobias Nordlohne, Benedikt Blömer, Kevin Dahlmann und Betreuer Michael Ostermann; Mitte von links Betreuer Ludger Wessels, Torwarttrainer Christian Bokern, Willi Kampers, Steffen Espelage, Felix Schmiederer, Lukas Bornhorst, Arne Blömer, Markus Espelage, Physiotherapeutin Stefanie Kruse und Trainer Stefan Arlinghaus; vorne von links Michael Bockhorst, Wilke Weßling, Daniel Nuxoll, Jan Rohe, Tim Kröger, Lasse Barz, Leon Albers und Thomas Wulfing. Foto: Bockhorst

Aller Anfang ist schwer – vor allem, wenn noch eine Pandemie dazwischenkommt. „Auf jeden Fall“, sagt Stefan Arlinghaus zur Frage, ob Corona seinen Start als neuer Trainer beim Fußball-Landesligisten TV Dinklage erschwert hat. Doch seit dem Vorbereitungsstart am 6. Juli hatte der 42-Jährige, der von GW Brockdorf zum TVD kam, genügend Zeit, seine Mannschaft kennenzulernen. „Man kommt hier in eine gefestigte Truppe“, sagt er zum Charakter des Teams. Die Chemie stimmt. Rein atmosphärisch hat der Trainerwechsel also schon mal geklappt. Nach zwei Monaten hoffen alle nun, dass sich das zum Saisonstart auch auf dem Platz widerspiegelt.

Mit der Verpflichtung von Stefan Arlinghaus hat der TV Dinklage ein neues Kapitel in seiner Landesliga-Historie aufgeschlagen. Bereits Ende Januar hatte der TVD diese Personalie verkündet und bekannt gegeben, sich im Sommer von Steffen Bury zu trennen. Ein Schritt, der den einen oder anderen im Dinklager Umfeld überrascht hatte. Benedikt Bünger aus dem Fußballvorstand hatte damals erklärt, man wolle „den Dinklager Weg weitergehen, mit jungen Spielern aus der eigenen Jugend und der Region“. Aus einer größeren Abschiedsfeier wurde nichts mehr – wie in vielen anderen Fällen ging auch Burys Zeit beim TVD nach zwei Jahren wegen Corona eher leise zu Ende. Dafür stand nach dem Saisonabbruch mit dem fünften Rang die zweitbeste Platzierung der Vereinsgeschichte.

Beim TV Dinklage sieht man sich nun nicht gezwungen, erneut in die „Top 5“ vorpreschen zu müssen. Aber dennoch liebäugelt man mit einem Einzug in die Aufstiegsrunde – primär, um die größte Sorge „Abstieg“ früh beiseite zu wischen. „Grundsätzlich geht es immer noch gegen den Abstieg“, sagt Arlinghaus, „wir wissen, dass wir zuerst nach unten gucken müssen“.

Ein Bramscher Torgarant und ein "flinker Fuß" aus Westrhauderfehn

Dennoch will man in Dinklage schon etwas mehr als nur den Klassenerhalt. Die zurückliegende Saison hat die Brust breiter werden lassen. Hinzu kommt laut Arlinghaus: „Der Kader ist in der Breite besser geworden.“ Zweifelsohne sind die Abgänge der Cloppenburger Matthis Hennig und Nico Thoben (beide zum SV Bevern) sportlich große Verluste – aber man ist sich sicher, diese mit den Transfers aufgefangen zu haben. Mit Lasse Barz (FCR Bramsche) und Wilke Weßling (Westrhauderfehn) kamen zwei Akteure, die das Offensivspiel beim TVD beleben sollen.

Barz hat für Bramsche in der Kreisliga in 77 Spielen 79 Tore geschossen. Seine Top-Position ist eigentlich die im Sturmzentrum – doch da dürfte beim bewährten System mit einer Spitze der Platz für den erneuten Landesliga-Torschützenkönig Felix Schmiederer reserviert sein. In den Vorbereitungsspielen wich Barz daher manchmal schon auf eine Außenposition aus. Torgefährlich blieb er trotzdem. „Er ist flexibel einsetzbar“, betont Arlinghaus – und „sehr ehrgeizig“.

Weßling hat die Rolle des klassischen Zehners inne. Seine Qualitäten passen dazu. „Er hat die Übersicht, spielt gute Bälle in die Tiefe und hat einen feinen Fuß“, beschreibt der Trainer den Neuzugang, der in Vechta studiert. In der Landesliga-Saison 2017/18 mit Westrhauderfehn kam Weßling in 25 Spielen auf insgesamt 19 Vorlagen. Hinzu kommen mit den Nachwuchsspielern Benedikt Blömer (Lohne), Arne Blömer (TVD) und Willi Kampers (Brockdorf) drei Talente für den Defensivbereich. „Sie machen das gut“, lobt Arlinghaus. „Mal gucken, wie weit es dann wirklich reicht.“

Seine neue Aufgabe beim TVD sieht Arlinghaus darin, eine Mannschaft mit „ortsnahen Spielern“ aufzubauen, die auf Landesliga-Niveau bestehen kann. „Aber nicht nur mit jungen Spielern“, fügt er hinzu. Es seien ja auch bei den etablierten Kräften „richtig gute Leute dabei“. Er nennt hier exemplarisch Steffen Espelage (27), der schon ewig zur Ersten gehört und dennoch noch einige Jahre vor sich haben dürfte. Auch Daniel Nuxoll (30), der das Kapitänsamt vom neuen spielenden Co-Trainer Michael Bockhorst (33) übernommen hat, zählt zum starken Gerüst. Bockhorst ist für Arlinghaus „der Kopf der Mannschaft“ und „trotz seines Alters nicht zu ersetzen“.

Der neue Kapitän in Aktion: Der Dinklager Daniel Nuxoll (links), hier im Zweikampf mit Goldenstedts Lars Feder, übernahm das Amt von Michael Bockhorst. Foto: SchikoraDer neue Kapitän in Aktion: Der Dinklager Daniel Nuxoll (links), hier im Zweikampf mit Goldenstedts Lars Feder, übernahm das Amt von Michael Bockhorst. Foto: Schikora

Derweil scheint Abwehrchef Markus Espelage (28) nach langer Leidenszeit seine Probleme an der Patellasehne in den Griff bekommen zu haben; jedenfalls konnte er einige Testspiele über die volle Distanz absolvieren. Ein Lazarett gibt es in Dinklage trotzdem: Lukas Bornhorst (Außenbandriss), Stefan Wulfing (Muskelanriss in der Wade) und Leon Albers (Muskelfaserriss) werden den Saisonstart verpassen. Dafür ist Kevin Dahlmann aus dem Aufbautraining zurückgekehrt.

Spielerisch wird der TVD wohl an der bewährten Taktik mit einer Viererkette und einem Stürmer festhalten. „Die Mannschaft fühlt sich damit am sichersten“, erklärt Gymnasiallehrer Arlinghaus. Man habe es in der Vorbereitung auch mal mit zwei Spitzen versucht, aber diese Umstellung erfordere Geduld. „Und die Frage ist, ob man in dieser Saison die Geduld haben kann.“

Offen ist derzeit noch, wer hinter der Viererkette stehen wird. Tim Kröger (23) und Jan Rohe (18) stehen als Torhüter zur Wahl. Bauchschmerzen bereitet Arlinghaus diese Position nicht. Im Gegenteil. „Es ist ein großer Vorteil für uns, dass wir zwei hervorragende Keeper haben“, sagt er.

Ähnlich zufrieden ist er mit der Qualität in der Offensive, wo es viele Möglichkeiten gibt. Ganz vorne dürfte Schmiederer gesetzt sein. „Er ist absolut geil aufs Toreschießen“, so Arlinghaus, „das kannst du im Training schon sehen.“ Mindestens bis Februar kann er auf den 24-Jährigen bauen. Danach könnte es sein, dass er sich studienbedingt für eine gewisse Zeit ins Ausland verabschieden wird. Erst soll Schmiederer aber noch dabei helfen, sich einer Sorge zu entledigen. Per Einzug in die Aufstiegsrunde.


Zur Übersicht der Fußballsaison 20/21


TV Dinklage - Kader 20/21

  • Abgänge: Matthis Hennig, Nico Thoben (beide SV Bevern), Nils Bornhorst, Philipp Krapp (beide zweite Mannschaft).
  • Zugänge: Lasse Barz (1. FCR 09 Bramsche), Wilke Weßling (TuRa Westrhauderfehn), Arne Blömer (eigene A-Jugend), Benedikt Blömer (A-Jugend BW Lohne), Willi Kampers (A-Jugend GW Brockdorf).
  • Tor: Tim Kröger (23), Jan Rohe (18).
  • Abwehr: Lukas Bornhorst (26), Leon Albers (21), Markus Espelage (28), Daniel Nuxoll (30), Benedikt Blömer (19), Stefan Richter (28), Kevin Dahlmann (27), Willi Kampers (18).
  • Mittelfeld: Steffen Espelage (27), Tobias Nordlohne (27), Aljoscha Wilms (21), Stefan Wulfing (28), Wilke Weßling (24), Arne Blömer (19), Michael Bockhorst (33), Philipp Wendeln (28).
  • Angriff: Felix Schmiederer (24), Thomas Wulfing (24), Lasse Barz (21), Tim Neumann (20).
  • Trainer: Stefan Arlinghaus (42), neu; vorher GW Brockdorf.
  • Saisonziel: Top 4 in der Süd-Staffel, Aufstiegsrunde erreichen.
  • Meistertipp: SC Melle, SV Bevern, SV Holthausen-Biene.
  • Der "Anstoß 20/21" der Oldenburgischen Volkszeitung mit den Vereinen aus dem Landkreis Vechta ist mit der Ausgabe am Samstag, 5. September erschienen - gedruckt oder als ePaper in der App und hier im Online-Kiosk.

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