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TVC verliert 20 Prozent seiner Mitglieder

Laut des Kreissportbundes Cloppenburg halten sich die Austritte im Coronajahr 2020 aber in Grenzen. KSB-Geschäftsführer Christoph Rohling erwartet einen Rückgang von etwas mehr als zwei Prozent.

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Augen zu und durch: Auch die Volleyballer des TV Cloppenburg (weiße Trikots) sind derzeit noch zum Zuschauen verdammt. Archivfoto: Langosch

Augen zu und durch: Auch die Volleyballer des TV Cloppenburg (weiße Trikots) sind derzeit noch zum Zuschauen verdammt. Archivfoto: Langosch

Noch haben nicht alle Klubs ihre Zahlen an den Kreissportbund (KSB) Cloppenburg gemeldet, doch eine Tendenz ist bereits klar erkennbar: „Wir haben 2020 einen Mitgliederrückgang zu verzeichnen, dieser fällt aber nicht so immens aus“, sagt KSB-Geschäftsführer Christoph Rohling. Er schätzt, dass im von der Coronavirus-Pandemie geprägten vergangenen Jahr etwas mehr als zwei Prozent der Vereinsmitglieder ausgetreten sind. „Das ist sicher nicht schön, bereitet uns aber auch keine allzu großen Sorgen.“ Rohling erwartet „unterm Strich“ wieder mehr als 50.000 Mitglieder in den 172 CLP-Sportklubs. Anfang 2020 waren es exakt 51.141 gewesen. „Damit sind wir in etwa auf dem Stand vom Januar 2019, als die Vereine insgesamt 50 056 Mitglieder gemeldet hatten.“

Eine jüngst veröffentlichte bundesweite Studie der Sport-
hochschule Köln hatte unter den rund 20.000 befragten Vereinen bemerkenswerte Ergebnisse zutage gebracht. Demnach verzeichneten 44 Prozent Mitgliederrückgänge und sogar mehr als die Hälfte der Klubs bangt um seine Existenz (52,4 Prozent).

OM online hat sich bei den drei größten Vereinen im Landkreis Cloppenburg – TV Cloppenburg, VfL Löningen und BV Garrel – umgehört.

"Wir sind unter die 2000er-Marke gerutscht."Uwe Otte, TVC-Geschäftsführer

TV Cloppenburg: Der im vergangenen Jahr mitgliederstärkste CLP-Verein hat den deutlichsten Schwund zu verzeichnen. „Anfang 2020 waren es noch 2505 Mitglieder, mittlerweile sind wir unter die 2000er-Marke gerutscht“, sagt Geschäftsführer Uwe Otte. Das bedeutet ein Minus von mehr als 20 Prozent.

TVC-Chef Karl Heinz Rißmann spricht von einer „unschönen Situation“, die ihm und seinen Vorstandskollegen Sorgen bereite – natürlich auch in finanzieller Hinsicht. „Die Beiträge, die so wegfallen, fehlen uns“, sagt er. „Wir denken intensiv darüber nach, wie wir dem in den kommenden Wochen und Monaten entgegenwirken können. Geld reinzubekommen, ist momentan aber einfach schwierig“, so Rißmann weiter.

Eine Erklärung für die verhältnismäßig hohe Zahl an Austritten könnte das umfangreiche Kursangebot des TV Cloppenburg sein. Denn einige Sportinteressierte, die extra für Kurse in den Verein eingetreten waren, kündigten aufgrund der coronabedingten Absagen. „Mitglieder, die schon viele Jahre dabei sind, haben wir dagegen nicht verloren“, sagt Karl Heinz Rißmann. „Weil wir uns aber nicht präsentieren dürfen, tritt momentan auch niemand in den TVC ein“, nennt er den Hauptgrund für die geschrumpfte Mitgliederzahl.

Der VfL Löningen hat kaum Austritte zu verzeichnen

VfL Löningen: Der Anfang 2020 zweitgrößte CLP-Klub (2281 Mitglieder) beklagt laut seines Vorsitzenden Helmut Pille seitdem nur sehr wenige Austritte. „Es freut uns natürlich sehr, dass uns unsere Mitglieder in diesen schweren Zeiten die Treue halten. Zum Glück bleiben auch Gönner und Sponsoren, die uns schon lange unterstützen, bislang dabei.“

Pille räumt aber ein, dass in drei Abteilungen des VfL finanzielle Einbußen – insbesondere durch den Ausfall von Veranstaltungen – zu spüren sind: Bei den Tennisspielern, wo Stundenabos wegfallen, bei den Fußballern, wo durch den fehlenden Spielbetrieb Einnahmen durch die Gastronomie fehlen, und bei den Leichtathleten, wo bei Sportfesten normalerweise Meldegebühren in die Kasse fließen.

Letztendlich sorgt sich Helmut Pille derzeit jedoch weniger um die finanzielle als vielmehr um die sportliche Zukunft. „Wir hoffen, dass sowohl die Erwachsenen als auch die Kinder und Jugendlichen nach dem Lockdown wiederkommen. Da sind wir uns nämlich nicht ganz sicher“, so der Löninger Vereinsvorsitzende.

"Von den 1725 Mitgliedern haben rund 100 gekündigt."Norbert Bruns, 1. Vorsitzender BV Garrel

BV Garrel: Beim BVG hielt sich der Mitgliederrückgang im Coronajahr 2020 in Grenzen. „Von den 1725 haben rund 100 gekündigt. Diese Zahl bewegt sich im üblichen Rahmen“, sagt der 1. Vorsitzende, Norbert Bruns. Doch anders als sonst durften sich die Garreler in den vergangenen Monaten nicht über neue Mitglieder freuen. „Warum auch? Wir können und dürfen den Leuten momentan ja auch nichts bieten“, so Bruns weiter.

Zwar sei die Lage aktuell auch beim BV Garrel angespannt, nicht aber existenzbedrohend. „Mehr Sorgen machen sich wahrscheinlich große Vereine, die durch professionelle Angebote deutlich höhere Fixkosten haben“, sagt Norbert Bruns. Er fürchtet eher, dass einige Ehrenamtler nach der Corona-Zwangspause nicht zurückkehren könnten. „Vielleicht denkt der eine oder andere, dass es ohne Sport auch ganz ,bequem‘ ist.“

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