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TVC-Trainer Akacsos: „Jeder Punkt wäre ein Wunder“

Die Pause neigt sich für die Drittligahandballer des TV Cloppenburg dem Ende zu. Die Spieler freuen sich auf den Ligapokal und trotzen einigen Widerständen.

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Endlich wieder Handball: Für den TV Cloppenburg (hier: Bence Lugosi, rotes Trikot, im Testspiel gegen Opladen) steht am Samstag das erste Spiel im Ligapokal an.Foto: Langosch

Endlich wieder Handball: Für den TV Cloppenburg (hier: Bence Lugosi, rotes Trikot, im Testspiel gegen Opladen) steht am Samstag das erste Spiel im Ligapokal an.Foto: Langosch

Die Pause neigt sich für die Drittligahandballer des TV Cloppenburg dem Ende zu. Seit sage und schreibe dem 31. Oktober stecken sie im Corona-Lockdown, am letzten Tag im Oktober verloren sie beim GSV Eintracht Baunatal mit 32:34. Es war eines von nur drei Punktspielen in der regulären Saison in der 3. Liga Nord-West.

Inzwischen hat der Deutsche Handballbund (DHB) den Saisonabbruch zwar vermieden, dafür aber „Krücken“ gefunden, um die Spielzeit 2020/2021 fortzuführen. Einerseits gibt es eine Aufstiegsrunde, für die 14 der bundesweit 72 Drittligisten im Männerbereich gemeldet haben. Andererseits ist da der neu geschaffene Ligapokal, an dem auch der TV Cloppenburg teilnimmt. Der Wettbewerb findet auf freiwilliger Basis statt, letztlich machen 23 Mannschaften mit. Sportlicher Anreiz sind Plätze im DHB-Pokal.

Der TVC trifft in der Nordstaffel auf den OHV Aurich, den ATSV Habenhausen, den Oranienburger HC, die Füchse Berlin Reinickendorf II, die SC Magdeburg II Youngsters sowie den TSV Altenholz. Letzteres Team aus Schleswig-Holstein (Altenholz liegt vor den Toren Kiels) ist am Samstag Gastgeber für den TVC im Auftaktmatch. Spielbeginn ist um 18 Uhr.

„Es geht für uns weniger um den sportlichen Erfolg als vielmehr darum, endlich wieder Handball zu spielen. Die Jungs sind heiß darauf, ich bin heiß. Endlich geht es wieder los. Aber ich glaube nicht, dass wir mithalten können. Jeder Punkt für uns wäre ein Wunder. Wir werden uns allerdings auch nicht abschlachten lassen, wir werden unser Bestes geben“Cloppenburgs Trainer Barna-Zsolt Akacsos

Cloppenburgs Trainer Barna-Zsolt Akacsos, der seinen Posten am Saisonende an Leszek Krowicki abgibt, setzt die Prioritäten für den Ligapokal klar: „Es geht für uns weniger um den sportlichen Erfolg als vielmehr darum, endlich wieder Handball zu spielen. Die Jungs sind heiß darauf, ich bin heiß. Endlich geht es wieder los. Aber ich glaube nicht, dass wir mithalten können. Jeder Punkt für uns wäre ein Wunder. Wir werden uns allerdings auch nicht abschlachten lassen, wir werden unser Bestes geben.“

Die kurze Vorbereitung ist ein Problem. „Wir trainieren seit dem 8. März wieder und haben nach einer viermonatigen Pause seitdem erst elf Einheiten ohne ein einziges Testspiel absolviert. Zum Vergleich: In der Vorbereitung auf die ,normale‘ Saison im Sommer hatten wir nach zweieinhalb Monaten Pause 71 Einheiten und zwölf Spiele“, sagt Akacsos. „Die Gefahr von Verletzungen ist riesengroß. Wir hoffen sehr, dass wir davon verschont und gesund bleiben.“

In der Vorbereitung halten sich die Cloppenburger streng an ihr Hygienekonzept. Vor jedem Training steht ein Schnelltest an, die Mannschaft meidet die Kabinen und zieht sich auf der Tribüne um. Zwischen jeder Einheit liegt ein „Sicherheitsabstand“ von 48 Stunden. Wie wichtig und nützlich diese Maßnahme ist, hat sich schon herausgestellt. Jannis Koellner hat sich auf der Arbeit mit Corona infiziert.

Freiwillige Schnelltests vor der Abfahrt

„Ohne die zweitägige Pause hätte die gesamte Mannschaft in Quarantäne gemusst“, sagt Akacsos. Am Samstag werden die TVC-Männer vor der Abfahrt nach Altenholz freiwillig einen Schnelltest machen, vor Betreten der Halle folgt ein weiterer, den der DHB vorgeschrieben hat. „Meine Nase ist schon ziemlich wund“, meint Akacsos augenzwinkernd. „Aber die Tests sind wichtig und wir wollen jedes Risiko vermeiden.“

Der Kader wird recht ausgedünnt sein. Die beiden Dänen, Jeppe Villumsen und Mikkel Beck, haben den TVC verlassen, dazu kommen weitere Ausfälle, wie nun etwa Jannis Koellner. „Ich werde Spieler aus der A-Jugend und der zweiten Herrenmannschaft hochziehen, damit wir wenigstens zwölf, 13 Namen auf dem Spielberichtsbogen eintragen können“, sagt Akacsos. „Neben den Ausfällen haben wir noch den Nachteil, dass wir im Gegensatz zu unseren meisten Gegnern nicht durchtrainieren konnten. Aber es ist, wie es ist. Wir haben uns trotzdem entschieden, am Ligapokal teilzunehmen und wir freuen uns unheimlich auf diese Spiele.“

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