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TVC-Handballern geht in Habenhausen die Puste aus

Die Cloppenburger kassierten im Auswärtsspiel des Ligapokals in der 3. Liga eine 21:30-Niederlage. Die Taktik von Trainer Barna-Zsolt Akacsos ging beim ATSV Habenhausen am Ende nicht mehr auf.

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Wo ist die Lücke? Der Cloppenburger Bence Lugosi sieht sich einer Habenhauser Übermacht gegenüber. Foto: Langosch

Wo ist die Lücke? Der Cloppenburger Bence Lugosi sieht sich einer Habenhauser Übermacht gegenüber. Foto: Langosch

Manchmal sind 60 Minuten für ein Handballspiel einfach zu lang. Diese Erkenntnis dürften die Drittligamänner des TV Cloppenburg in ihrem Auswärtsspiel beim ATSV Habenhausen gewonnen haben. Knapp 40 Minuten lang hielten sie in der 5. von 6 Partien des Ligapokals mit, mussten aber am Ende eine deutliche 21:30-Niederlage (13:13) quittieren.

Dass der TVC bei seinem Auftritt in Bremen einen schweren Stand haben würde, war schon im Vorhinein klar gewesen. Trainer Barna-Zsolt Akacsos hatte schon im Vorfeld von „einem Wunder“ gesprochen, sollte es zu einem Punktgewinn oder gar noch mehr reichen. Dazu war und ist die Personallage im Cloppenburger Lager zu angespannt.

Umso mehr dürfte dem Coach der couragierte Auftritt seiner Mannschaft gefallen haben. Die Gäste in der Habenhauser Hinni-Schwenker-Halle begannen sehr engagiert, wenngleich beide Teams zunächst sehr fahrig und nervös agierten. Vergebene Chancen, Ballverluste und technische Fehler prägten die Anfangsphase. So dauerte es gut 4 Minuten, bevor Niels-Uwe Hansen mit dem 1:0 für Cloppenburg das erste Tor der Begegnung markierte.

Matchplan geht in Schlussphase nicht mehr auf

Der TVC behielt die Nase vorn, weil er taktisch sehr diszipliniert auftrat. Mit viel Ruhe und Geduld baute er seinen Angriff auf, Trainer Akacsos – an und für sich ein großer Befürworter von Tempohandball – hatte seine Taktik auf den begrenzten Kader zugeschnitten. Seine Mannschaft nahm sich die Zeit, um auf ihre Chancen zu warten. Dieser Plan ging auf. Nicht nur, dass Cloppenburg stets knapp die Nase vorn hatte, zudem gelang es, den ATSV aus dem Konzept zu bringen. „Wir haben Habenhausen in der ersten Halbzeit aus dem Rhythmus gebracht und damit richtig genervt und gestresst“, meinte Akacsos.

Sein Gegenüber, Bremens Coach Matthias Ruckh, fand den Auftritt der Seinen in den ersten 30 Minuten wenig berauschend: „10 Fehlwürfe und ähnlich viele technische Fehler haben wir uns erlaubt und damit Cloppenburg ins Spiel geholt. Hätten wir vor der Pause so gespielt wie nach dem Seitenwechsel, hätten wir wohl schon zur Halbzeit mit 5, 6 Toren vorn gelegen.“

Am Ende klarer Sieger: ATSV-Coach Matthias Ruck. Foto: LangoschAm Ende klarer Sieger: ATSV-Coach Matthias Ruck. Foto: Langosch

So ging es mit einem 13:13 in die Kabine. Im zweiten Durchgang sollten die Hausherren mehr und mehr das Kommando übernehmen. Die deutlich besser besetzte Bank sollte sich auszahlen. Während den Gästen die personellen Alternativen fehlten, hatte Ruckh die Möglichkeit, ständig durchzuwechseln. „Mit zwei, drei Spielern mehr hätten wir hier etwas holen können“, sagte TVC-Trainer Akacsos. Da die aber nicht zur Verfügung standen, war den Cloppenburgern förmlich anzusehen, wie ihnen die Puste ausging. „Ich war schon in der Halbzeitpause mächtig am pumpen“, gestand Rückraumspieler Matthias Andreßen ein, der verletzungsbedingt einen guten Teil der ohnehin sehr kurzen Vorbereitung verpasst hatte. „Aber ich musste – wie alle anderen auch – in der zweiten Halbzeit noch durchhalten.“

Das gelang nur noch leidlich. Beim 16:15 in der 41. Minute lagen die Cloppenburger letztmalig in Führung, danach nahm das Unheil seinen Lauf. Geschlagene 10 Minuten gelang kein Treffer mehr, während Habenhausen mit einem 8:0-Lauf zum 23:16 das Spiel zu seinen Gunsten entschied. "Wir haben viel weniger Fehler gemacht und konzentrierter abgeschlossen", meinte ATSV-Coach Ruckh. „Wir wollen den DHB-Pokal erreichen, dafür müssen wir erst einmal selbst die letzten beiden Spiele gewinnen. Das erste haben wir nun für uns entschieden, nun schauen wir mal, was nächste Woche gegen die Füchse Berlin Reinickendorf II für uns drin ist.“ Unterdessen hofft der TVC, zum Abschluss des Ligapokals gegen den SC Magdeburg II noch ein Erfolgserlebnis zu feiern.


ATSV Habenhausen - TV Cloppenburg 30:21 (13:13)

  • Habenhausen: Daniel Sommerfeld, Antonio Berdar – Felix Meier (7), Bjarne Budelmann (7/1), Mirko Ahrens (5), Luc Schludroff (5), Janik Schludroff (2), Lukas Feller (1), Bjarne Tore Ruthke (1), Etienne Steffens (1), Martin Vulic (1), Marcel Fischer, Lino Hintke, Fabian Rojahn, Tim Steghofer, Björn Wähmann.
  • Cloppenburg: Hendrik Legler, Paulus Götting – Niels-Uwe Hansen (5), Bence Lugosi (3), Adam Pal (3/3), Matthias Andreßen (2), Ole Harms (2), Jannis Koellner (2), Mohamad-Aljawaad Sibahi (2), Max Borchert (1), Vincent Saalmann (1), Nils Goepel, Mark Schulat (ohne Einsatz).
  • Nächstes TVC-Spiel: Am kommenden Freitag (21. Mai, 19.30 Uhr) gegen die SC Magdeburg II Youngsters (von Samstag vorgezogen).

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