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TVC-Frauen triumphieren nach sechs Matchbällen

Cloppenburgs Volleyballdrittligist gewinnt bei den SF Aligse mit 3:1. Drei wichtige Punkte im Abstiegskampf

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Durchgesetzt: Ilona Dacevic (links) überwindet hier den Aligser Block mit Annika Hein (links) und Leonie Rothbart. Der TVC gewann am Ende mit 3:1. Foto: Langosch

Durchgesetzt: Ilona Dacevic (links) überwindet hier den Aligser Block mit Annika Hein (links) und Leonie Rothbart. Der TVC gewann am Ende mit 3:1. Foto: Langosch

Nach genau zwei Stunden Gesamtspielzeit, vier Sätzen und nicht weniger als Matchbällen hatten es die Volleyballfrauen des TV Cloppenburg geschafft: Mit einem ebenso schwer erkämpften wie verdienten 3:1-Erfolg (25:17, 25:21, 9:25, 31:29) bei den SF Aligse holten sie drei wichtige Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Dritten Liga West.

Denn diese Zähler nimmt der TVC auf alle Fälle mit in die Abstiegsrunde, die im Februar beginnt. Denn sowohl die Cloppenburgerinnen als auch die Sportfreunde Aligse werden an den Playdowns teilnehmen und die Ergebnisse aus den direkten Duellen in der Vorrunde gehen in die Wertung ein. „Ich bin stolz auf meine Spielerinnen. Nicht nur, weil sie gewonnen haben, sondern vor allem, wie hart sie in der Weihnachtspause gearbeitet haben. Obwohl wir wegen Hallensperrungen kaum gemeinsam trainieren konnten“, meinte Coach Tomislav Ristoski.

Durch die Sporthalle Lehrte-Mitte zog zu Spielbeginn ein italiensches Flair. Zuschauer waren aufgrund der Coronabestimmungen zwar nicht zugelassen, aber die erste Herrenmannschaft der SFA hatte sich bereits eingefunden und stimmte sich auf ihre eigene Drittligapartie gegen Köln im Abschluss an das Spiel der Aligser Frauen mit Spaghetti Bolognese ein.

"Schön war es nicht, aber jede Menge Kampf. Ab was zählt, sind die drei Punkte."Katharina Rathkamp, Diagonalangreiferin des TVC

Von den kulinarischen Verlockungen ließen sich die Cloppenburgerinnen indes nicht ablenken. Zwar ging der erste Punkt an Aligse, aber das 1:0 sollte die einzige Führung im Auftaktdurchgang für die Gastgeberinnen bleiben. Fortan war der TVC klar „Chef im Ring.“ Schon beim 10:3 war klar, wohin die Reise in diesem ersten Teilstück gehen sollte. Mühelos hielten die Gäste ihren Gegner auf Distanz. Daran änderte auch der Umstand nichts, dass das Ristoski-Team drei Satzbälle und 24 Minuten brauchte, um mit 25:17 die 1:0-Führung unter Dach und Fach zu bringen.

Die Cloppenburger Überlegenheit bröckelte aber im zweiten Satz. Zum einen ließ der TVC nach, in gleichem Maß legte Aligse zu – folgerichtig wurde es spannend, wenngleich nicht immer hochklassig. Nach verteiltem Beginn (5:5) wechselte die Führung hin und her, bevor Aligse beim 21:18 scheinbar auf die Siegesstraße einbog. Doch eine imponierende Aufschlagserie von Tea Terzievska wendete das Blatt. Die Nordmazedonierin, am Silvestertag 23 Jahre alt geworden, stellte Aligse mit ihren Angaben vor unlösbare Probleme. Gleichwohl, das 25:21 nach 28 Minuten sieht souveräner aus als es tatsächlich war.

Die Gastgeberinnen jedoch steckten die beiden Satzverluste locker weg und drehten im dritten Durchgang auf, während Cloppenburg so gut wie gar nichts mehr gelingen wollte. Bezeichnend, dass Terzievska beim Stande von 7:18 mit einem völlig verunglückten Aufschlag ihre am Netz postierte Kapitänin, Marita Lüske, „abschoss“. Nach 20 Minuten hatte der Spuk ein Ende. Der dritte Satz war mit sage und schreibe 9:25 futsch und die Sportfreunde zurück im Spiel.

Doch der TVC schüttelte sich und riss sich wieder zusammen und sollte sich mit den SFA einen vierten Satz liefern, der an Dramatik nicht zu überbieten ist. Es ging hin und her, nach mehrfachem Führungswechsel schienen die Cloppenburgerinnen bei Vorsprüngen von 22:19 und 23:20 die Partie auf ihre Seite zu ziehen. Doch der fulminante Schlussakkord sollte noch ausstehen. Aligse glich beim 23:23 aus, wehrte die erste Matchbälle ab, um selbst die erste Chance auf den Satzausgleich zu vergeben. Das Nervenspiel ging also weiter. Als beim Stande von ein Aligser Angriffsball ins Aus segelte und der erste Schiedsrichter, Jens Tiedemann, den Punkt für Cloppenburg gab, brach riesiger Jubel im TVC-Lager aus. Der allerdings erstarb Sekunden später, Tiedemann korrigierte sich und entschied wegen einer Blockberührung auf Cloppenburger Seite zurecht für Aligse.

  • SF Aligse - TV Cloppenburg 3:1
  • 1. Satz: 17:25 (24 min)
  • 2. Satz: 21:25 (28 min)
  • 3. Satz: 25:9 (20 min)
  • 4. Satz: 29:31 (39 min)
  • Wertvollste Spielerin: Gold: Katharina Rathkamp ; Silber: Inga Thiele.
  • TVC: Karoline Meyer, Tea Terzievska, Marita Lüske, Katharina Rathkamp, Ilona Dacevic, Lisa Lammers, Kristin Fischer, Christine Tabeling, Polina Bizhko, Jule Lampe (ohne Einsatz), Patrycja Marszalek (o. E.), Lisa Walden (o. E.).
  • Zuschauer: keine
  • Nächstes TVC-Spiel: Am Sonntag (23. Januar, 16 Uhr) gegen TV Eiche Horn.

Die Gäste aber schafften es, sich umgehend wieder auf die Fortsetzung des Spiels zu konzentrieren. Zwar vergaben sie auch die fünfte Chance auf den Sieg, weil Karoline Meyers Aufschlag an der Netzkante hängenblieb. Aber dann war es endlich so weit. Eine unsaubere Annahme bei Aligse nutzte Marita Lüske, um den Ball zum entscheidenden 31:29 ins SFA-Feld zu tippen. Nach nicht weniger als 39 Minuten war dieser Satz und damit das Spiel gewonnen.

„Schön war es nicht, sondern eine Menge Kampf“, meinte Diagonalangreiferin Katharina Rathkamp, die zur wertvollsten Spielerin der Partie gekürt wurde. „Aber was zählt, sind die drei Punkte.“ Dem pflichtete Trainer Tomislav Ristoski bei: „Wir haben es uns durch einige ,Danke-Bälle' am Ende des vierten Satzes selbst schwer gemacht. Aber egal, wir haben gewonnen und drei Punkte geholt. Und wir haben mit dem Heimspiel gegen Eiche Horn und dann in Emlichheim noch zwei Chancen, unser Konto weiter aufzustocken.“ Aligses Coach, Harald Thiele, war unterdessen bedient und ging mit seinem Team hart ins Gericht: „Wir haben versagt, einfach versagt. Mit so vielen Fehlern, wie wir sie in den ersten beiden Sätzen gemacht haben, kann man nicht gewinnen.“

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