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Trotz Corona-Pause jede Menge zu tun

Der Rücktritt von Trainer Kai Freese hat SFN Vechtas Handballerinnen kalt erwischt.

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Als die Handball-Welt noch in Ordnung war: Die Vechtaer Kreisläuferin Svenja Ruhöfer im Einsatz vor Zuschauern in der Halle West. Foto: Müller

Als die Handball-Welt noch in Ordnung war: Die Vechtaer Kreisläuferin Svenja Ruhöfer im Einsatz vor Zuschauern in der Halle West. Foto: Müller

An ein reguläres Hallentraining ist angesichts der strengen Hygieneauflagen noch nicht zu denken. SFN Vechtas Handballerinnen halten sich derzeit mit individuellem Training zu Hause fit. Abteilungs-
leiter Jörn Borchardt hat dage-
gen trotz der Corona-Auszeit richtig Stress. Der überraschende Rücktritt von Trainer Kai Freese, der künftig mehr Zeit für die Familie haben will, hat die Sportfreunde kalt erwischt. Jörn Borchardt sucht nun mit Hochdruck nach einem Nachfolger – wenn möglich, mit B-Lizenz.

„Letzte Woche lief das Telefon heiß“, berichtet der 51-Jährige: „Ich habe mit diversen potenziellen Trainern gesprochen.“ Bislang brachten die Gespräche allerdings noch keinen Erfolg. Kein Wunder angesichts des Zeitpunkts kurz vor dem Start der Vorbereitung. „Und wir haben ja auch nur begrenzte Mittel“, sagt Borchardt. Sprich: Einen teuren Profitrainer kann und will man sich nicht leisten.

Derzeit kümmern sich Co-Trainer Marc Clausing sowie die Torwarttrainer Jakob Kasperlik und Ewa Wozinska um die Mannschaft. Clausing will im Winter die Trainer-B-Lizenz erwerben. Aus beruflichen Gründen steht er allerdings auch nur als Übergangslösung zur Verfügung. Bis Ende nächster Woche hofft Borchardt, eine langfristige Lösung gefunden zu haben. „Wir haben noch ein paar Eisen im Feuer“, berichtet er.

Auch Ex-Trainer Kai Freese hilft dem Vorstand noch bei der Saisonvorbereitung und Kaderplanung. „Ich gehe davon aus, dass wir auf jeden Fall noch ein bis zwei Spielerinnen holen werden. Eigentlich brauchen wir noch vier“, sagt Jörn Borchardt. Am Projekt 3. Liga hält SFN trotz des überraschenden Rückzugs des SFN-„Motors“ Kai Freese fest. „Auf jeden Fall“, beteuert Jörn Borchardt. Auch von den Sponsoren habe man trotz der Corona-Krise „relativ viel Zuspruch“ erhalten. „Es gab ja die Angst, dass viele abspringen. Aber das ist kein Problem. Die Finanzierung steht so gut wie“, berichtet der Abteilungschef.

Er hofft nun, dass möglichst bald wieder Spiele vor Publikum möglich sind. „Die Zuschauer bedeuten für uns schon große Einnahmen“, sagt Borchardt. Mit Hilfe der Ticketeinnahmen könne man etwa die Schiedsrichter bezahlen, die in der 3. Liga oft eine weite und teure Anreise haben. „Die kosten ein Heidengeld“, sagt Borchardt: „Spiele ohne Zuschauer – das wäre für uns schon ein Schlag ins Kontor.“

Zudem blickt man bei SFN gespannt der Staffeleinteilung durch den Deutschen Handballbund (DHB) entgegen. Statt wie zuletzt in der Weststaffel würde Vechta gerne in der Nordstaffel spielen – zusammen mit Aufsteiger BV Garrel, dem VfL Oldenburg II und dem TV Oyten. Eine weitere Baustelle sind die Hallenzeiten. „Das ist auch ohne Corona ein großes Thema“, sagt Borchardt. Bislang kann die Drittliga-Mannschaft nur einmal in der Woche in ihrer Heimspiel-Halle West trainieren und muss zweimal in die Halle Nord ausweichen. Und in beiden Hallen herrscht offiziell Harzverbot. Keine idealen Bedingungen, um Leistungshandball zu betreiben.

Im Herrenbereich sind Borchardt und sein Stellvertreter Klaus Sieve schon einen Schritt weiter als bei den Damen. In Raul-Lucian Ferent (36), der zuletzt als Spielertrainer beim Verbandsligisten HSG Barnstorf-Diepholz II aktiv war, konnte SFN einen engagierten Spielertrainer gewinnen. Auch spielerisch dürfte der Rumäne, der die Nachfolge von Timo Tatje antritt, das Team verstärken. Zwei weitere Neuzugänge sind noch geplant. Anders als in der wegen Corona abgebrochenen vergangenen Saison, die SFN als Tabellenletzter beendet hatte, wollen die Vechtaer den Blick in der Landesklasse künftig eher nach oben richten. „Wir wollen oben mitspielen“, sagt Borchardt.

Erst einmal hofft man bei SFN, dass irgendwann der reguläre Spielbetrieb wieder starten kann. Dass dies bereits ab dem 1. September möglich sein wird, hält Jörn Borchardt für unrealistisch. „Ich sehe das nicht“, sagt er: „Ich gehe eher von Oktober, November aus. Einige ganz Pessimistische reden sogar schon vom nächsten Jahr.“

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