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Trommeln und Lachen im Dienste der Fitness

Außen vor: In einer neuen Serie rückt OMonline ehrenamtliche Mitarbeiter der heimischen Sportvereine in den Vordergrund. Diesmal mit Rita Niemann vom SV Holdorf.

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Musik bitte: Rita Niemann leitet Kurse im Drums Alive – einem Ausdauertraining, bei dem die Teilnehmer sich zum Sound aus den Boxen bewegen und im Takt auf Gymnastikbälle hämmern. Fotos: von Holt

Musik bitte: Rita Niemann leitet Kurse im Drums Alive – einem Ausdauertraining, bei dem die Teilnehmer sich zum Sound aus den Boxen bewegen und im Takt auf Gymnastikbälle hämmern. Fotos: von Holt

Der Beckenboden sei das A und O. Aber eigentlich liegen ihr die Teilnehmer am Herzen. Für die Holdorferin Rita Niemann kein Widerspruch. Sie möchte Körper und Geist zusammenbringen. Und durch ihre Aufgabe als Kurs- und Breitensportleiterin beim SV Holdorf bringt sie auch Menschen zusammen. 2012 hat die Holdorferin diese Funktionen im Verein übernommen, Mitglied ist sie seit 2009. In der Sporthalle an der Großen Eschstraße leitet Rita Niemann drei- bis viermal die Woche Trainingseinheiten. Ihr Repertoire ist vielschichtig: Männersport, Fit ab 65 oder die benannten Beckenboden-Einheiten. Aber auch die gute Mitte, Frauenpower, Drums Alive, Lachyoga und TriloChi stehen auf dem Trainingsplan.

Viele der Kurse mögen erklärungsbedürftig erscheinen oder beim Lesen ein Fragezeichen hervorrufen, das übergeordnete Ziel lautet allerdings, den Leuten „Gesundheit darzustellen und zu vermitteln“, wie Rita Niemann erklärt. „Wer rastet, der rostet“, bemüht sie ein altbekanntes Sprichwort. Um aber mal zwei Kursarten herauszugreifen: Drums Alive ist ein Cardio-Workout, bei dem die Teilnehmer sich zu Musik bewegen und dabei mit Schlagzeugstöcken auf fixierte Gymnastikbälle einhämmern. Beim Lachyoga werden die Akteure mittels Klatsch-, Dehn- und Atemübungen zum Lachen animiert, auch pantomimische Elemente werden eingestreut. Ein anfänglich künstliches Lachen soll so in ein natürliches übergehen.

„Die Männer trauen sich oft nicht."Rita Niemann, Trainerin beim SV Holdorf

Rita Niemann favorisiert jedoch den Beckenboden-Kurs, da es ihrer Meinung nach die Körperregion ist, die „als erste trainiert werden sollte, um mehr Stabilität in den Körper zu bekommen“. Allerdings scheinen die Männer mit diesen Übungen bei ihr so einige Probleme zu haben: „Die trauen sich oft nicht“, sagt die 54-Jährige.

Rita Niemann ist gelernte Altenpflegerin, arbeitet aber jetzt, neben ihrem Engagement beim SV Holdorf, in der Spedition ihres Mannes mit. Sportlich ist sie mittlerweile Inhaberin des C-Trainerscheins im Freizeit- und Breitensport sowie des B-Übungsleiterscheins, vorrangig für Prävention. Nach drei Jahren aktiver Mitgliedschaft wurde sie 2012 gefragt, ob sie sich vorstellen könne, auch Kurse zu leiten. „Da bin ich dann sozusagen angefressen worden“, erklärt sie. Übersetzt: Das Trainer-Fieber hatte sie fortan gepackt.

Körperliches Gleichgewicht: Auch Balanceübungen gehören zum regelmäßigen Training.Körperliches Gleichgewicht: Auch Balanceübungen gehören zum regelmäßigen Training.

Zu ihren Aufgaben gehört dementsprechend auch die Entwicklung neuer Kurspläne. „Die Teilnehmer geben einem wirklich viel zurück“, sagt Rita Niemann. „Die sind mir auch sehr wichtig, die Leute sollen lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen“, beschreibt sie ihren Antrieb. Allerdings sei der Zusammenhalt in den Übungsgruppen auch sehr gut, die soziale Komponente sei für viele Teilnehmer unentbehrlich, „auch wenn sie keine Höchstsportler sind“, sagt Rita Niemann. Und so steht einmal im Jahr auch eine Radtour mit Grillen auf dem Programm. Kursunabhängig geht's aber auch mal zum Nordic Walking vor die Tür. „Bei Wind und Wetter“, erklärt Rita Niemann.

Überhaupt hält sich Rita Niemann gern in der Natur auf. Neben ihren Kursteilnehmern ist ihr auch der eigene Garten eine Herzensangelegenheit. Eines ihrer weiteren Hobbys kann Rita Niemann jetzt in der Krise zum Wohle der Allgemeinheit einsetzen: Häkeln, Stricken und Nähen. Das familieneigene Fuhrunternehmen hat sie ebenso mit Schutzmasken ausgestattet wie Familie, Freunde und Verwandte. „Hoffen wir, dass das bald vorbei ist“, sagt sie über die aktuell eingeschränkte Situation: „Besonders der Sport fehlt mir.“ Wahrscheinlich auch die Drums durch Becken und Boden – Pardon, Mark und Bein.

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