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Transfercoup: Rasta vereint die Wolf-Brüder

Nach 270 Spielen für Science City Jena wechselt Julius Wolf nach Vechta. Sein Bruder Enosch freut sich riesig und sagt: „Ein Traum wird wahr.“

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Von Jena nach Vechta: Julius Wolf verlässt Science City nach neun Jahren. Foto: ProA/Worsch

Von Jena nach Vechta: Julius Wolf verlässt Science City nach neun Jahren. Foto: ProA/Worsch

Ein Wolf kommt selten allein. Das gilt in der Natur – und in der kommenden Saison auch bei Rasta Vechta. Der Basketball-Zweitligist hat die Wolf-Brüder vereint und geht mit einer beachtlichen Big-Men-Garde in die Saison 2022/23 der 2. Bundesliga ProA. Nach Enosch Wolf (31), der von den Gladiators Trier nach Vechta kommt, wechselt auch Julius Wolf an die Pariser Straße. Der 29-Jährige verlässt den Liga-Rivalen Science City Jena nach neun Jahren, er ist Rastas fünfter Neuzugang.

Julius Wolf, geboren in Bruchsal und aufgewachsen in Göttingen, absolvierte insgesamt 270 Pflichtspiele für Jena, 81 in der BBL, zwei im BBL-Pokal sowie 187 in der ProA. Zuletzt war er auch Kapitän der Thüringer, für die der Verlust des Anführers ein schwerer Schlag ist. „Ich hatte nach neun Jahren das extreme Gefühl, in meiner Karriere doch noch mal etwas Neues erleben zu wollen, ein anderes Umfeld, einfach raus aus der Komfortzone“, erklärt der 2,01 m große Power Forward. Das neue Umfeld gibt's nun in Vechta – Seite an Seite mit Bruder Enosch. „Es war ein Traum von uns, mal zusammen auf Profi-Niveau zu spielen“, sagte Julius Wolf.

Ähnlich äußert sich Enosch Wolf, der Mitte Juni Rastas erster Neuzugang war. „Super, dass es geklappt hat. Das ist wirklich ein Coup“, sagt der 2,15 m große Center. Und weiter: „Wir spielen erstmals zusammen, auch in der Jugend war das nie der Fall. Es war ein lang gehegter Wunsch von uns beiden. Ein Traum, der jetzt wahr wird.“ Übrigens: In Julius' neun Jahren in Jena spielte Enosch für Bonn, Nürnberg, Kirchheim, Bayreuth, Ametx Zornotza, Musel Pikes, die Hamburg Towers, Tübingen und Trier.

Julius Wolf trifft auch auf zwei alte Bekannte

„Wenn ein Spieler mit der Qualität von Julius unerwartet auf den Markt kommt, ist klar, dass man sich um ihn bemühen muss“, sagt Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele: „Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat, und wir sind uns sehr sicher, dass er als Leistungsträger und Führungspersönlichkeit vorangehen kann.“ Rastas Trainer Ty Harrelson erklärt: „Julius ist seit langem ein erfolgreicher Profi. Ich freue mich auf die Gelegenheit, ihn zu coachen.“ Der jüngere Wolf bringe „viel Erfahrung“ und eine „gute Entscheidungsfindung“ mit.

Mit den Wolf-Brüdern sowie Tajuan Agee und Robin Lodders ist Vechtas Big-Men-Riege nun komplett. „Im Frontcourt sind wir sehr gut aufgestellt, das kann sich sehen lassen“, sagt Enosch Wolf. Und Julius Wolf, der das Basketball-ABC in Ehingen/Urspring lernte (2008 bis 2012) und mit seinen künftigen Kollegen Lodders und Joschka Ferner bereits in Jena zusammengespielt hat, ergänzt mit Blick auf die deutschen Spots im Kader: „Das sieht sehr gut aus. Aber auf dem Papier bringt es nichts, wir müssen es aufs Parkett kriegen.“ Das Ziel für die Saison 2022/23 ist für ihn klar: „Ich will noch mal in der 1. Liga spielen.“ Kein leichtes Unterfangen, das weiß auch Julius Wolf: „Die ProA ist sehr ausgeglichen. Ganz viele Teams wollen oben mitmischen.“

Das Basketball-Gen haben die Wolf-Brüder in die Wiege gelegt bekommen. Vater Horst, 2,10 m groß, war dreimal Nationalspieler und 1992 mit der BG Ludwigsburg Pokalsieger. Mutter Inken spielte lange für die BG Göttingen in der Bundesliga.

Mit der Verpflichtung von Julius Wolf hat Rasta Vechta nun neun Profis in seinem ProA-Aufgebot. Die Suche nach Spieler Nummer zehn läuft, Kersten-Thiele und der komplette Trainerstab halten sich derzeit bei der NBA Summer League in Las Vegas auf. Ob Kapitän Josh Young, inzwischen 34 Jahre alt und in der jüngeren Vergangenheit einer der Topverdiener, als elfter Spieler in seine siebte Rasta-Saison geht und wie in den Vorjahren quasi spät „on top“ kommt, ist offen. Man sei in Gesprächen, heißt es bei Rasta. Keiner lässt sich beim Poker in die Karten gucken, am Ende ist es wieder eine Frage des Preises.

Fakt ist derweil, dass James Washington, Tyrone Nash und Richard Washington keine Rolle mehr spielen, dem Trio wurde die Freigabe für einen Wechsel erteilt. Für Sa'eed Nelson und Preston Purifoy ist dieser formelle Schritt gegenüber der Liga noch nicht erfolgt.


Rastas ProA-Kader 22/23

  • Abgänge:
    Kristofer Krause (Ph. Hagen)
    Jannes Hundt (Artland Dragons)
    Sheldon Eberhardt (Nürnberg)
    James Washington (Ziel offen)
    Richard Washington (Ziel offen)
    Tyrone Nash (Ziel offen)
  • Zugänge:
    Enosch Wolf (Gladiators Trier)
    Jordan Johnson (Glasgow Rocks)
    Chavares Flanigan (Paderborn)
    Ryan Schwieger (Loyola Univ.)
    Julius Wolf (Science City Jena)
  • Verträge verlängert:
    Joel Aminu
    Robin Lodders
    Tajuan Agee
    Joschka Ferner
  • Youngster mit Doppellizenz:
    Johann Grünloh
    Kilian Brockhoff
    Noah Jänen
  • Trainerstab:
    Ty Harrelson (Coach)
    Miguel Zapata (Co-Trainer)
    Marius Graf (Co-Trainer)
    Domenik Theodorou (Athletik)

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