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Trainersuche bei Rasta Vechta: Ty Harrelson macht das Rennen

Der Basketball-Zweitligist hat seinen neuen Chefcoach präsentiert. Und zum Trainerstab des 41 Jahre alten Amerikaners gehört ein alter Bekannter.

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Rastas neuer Trainer: Ty Harrelson. Foto: WBU

Rastas neuer Trainer: Ty Harrelson. Foto: WBU

Gut Ding will Weile haben. Sagt man ja so. Das Sprichwort lehrt, dass etwas, was gut werden soll, auch mal länger dauern darf. Rasta Vechta hat sich mit der Suche nach dem neuen Trainer Zeit gelassen, viel Zeit sogar. Aber jetzt ist der Basketball-Zweitligist, der auf eine enttäuschende ProA-Saison 2021/22 zurückblickt, fündig geworden. Über 7 Wochen nach dem letzten Spiel gegen Jena sowie anderthalb Monate nach der Ankündigung, den Vertrag mit dem bisherigen Trainer Vladimir Lucic nicht zu verlängern, hat Rasta seinen neuen Chefcoach und Nachfolger des Serben präsentiert.

Die Wahl fiel auf den US-Amerikaner Ty Harrelson, wie der Klub am Mittwochmittag bekanntgab. Der 41-Jährige, der auch die australische Staatsbürgerschaft besitzt, trainierte in der vergangenen Saison den TV Langen in der 1. Regionalliga Südwest und erhält an der Pariser Straße einen Zweijahresvertrag mit diversen Optionen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Ty einen Trainer gefunden haben, der perfekt zu dem passt, was wir machen wollen“, erklärte Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele im OM-Medien-Gespräch. Er freue sich auf einen „positiven Typ“ mit einer „klaren Identität“. Und Kersten-Thiele ergänzte: „Mit seiner Philosophie vom Spiel, seiner Art, wie er mit Spielern kommuniziert, hat er uns überzeugt. Ty ist jemand, der einen Klub ganzheitlich betrachtet. Auch deshalb sind wir uns sicher, dass er der Mann ist, der uns in den nächsten Jahren wieder nach oben führen kann.“ Angesprochen auf die 6-wöchige Suche sagte der Sportdirektor: „Wir haben uns die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht und viel Zeit investiert. Es war richtig und wichtig, sich diese Zeit zu nehmen.“

„Natürlich wäre der Gewinn der Pro A das Ziel, aber als Gruppe unser volles Potenzial auszuschöpfen, daran messen wir den Erfolg.“Rastas neuer Coach Ty Harrelson

Harrelson, der mit seiner Frau Belynda und den Kindern Luke, Emma und Lily aktuell noch in Australien lebt, will in Vechta „eine Mannschaft aufbauen, der die Fans gerne zuschauen werden“. Und er ergänzte: „Wir werden uns bemühen, die beste Defense-Mannschaft zu haben“. Er halte nun nach Spielern Ausschau, „die das Beste für die Gruppe wollen“. Dass es nach 2  enttäuschenden Jahren mit dem BBL-Abstieg 2021 und dem Verpassen der ProA-Playoffs 2022 auch einen gewissen Erfolgsdruck gibt, ist Harrelson bewusst. „Wir wollen die Begeisterung rund um den Klub zurückbringen“, sagte er: „Natürlich wäre der Gewinn der Pro A das Ziel, aber als Gruppe unser volles Potenzial auszuschöpfen, daran messen wir den Erfolg.“

Über 100 Trainer-Profile lagen bei Kersten-Thiele auf dem Tisch, mit einem halben Dutzend Kandidaten habe man sich intensiver beschäftigt. Kersten-Thiele sprach von einem „interessanten Prozess“ und „vielen guten Gesprächen“. Am Ende machte Harrelson das Rennen. Der neue Rasta-Coach, geboren und aufgewachsen in Texas, war von 2003 bis 2010 als Profi in Europa aktiv; der Point Guard spielte in Italien, Finnland und Ungarn sowie in Deutschland für Langen, BBC Bayreuth (2006 bis 2008; 60 Spiele in der 2. Liga) und die Giro-Live Ballers Osnabrück.

2010 zog Harrelson nach Australien, um dort zunächst zu spielen und dann als Trainer zu starten. 2015 folgte die Rückkehr an die Wayland Baptist University in Plainview/Texas, für die er von 2001 bis 2003 selbst gespielt und diverse Rekorde aufgestellt hat. Die „WBU“ trainierte er 6 Jahre lang, ehe er sich eine Auszeit für Fortbildungen in Europa nahm und dann Anfang Dezember in Langen landete.

Rasta gab zudem bekannt, dass Miguel Zapata als Co-Trainer nach Vechta zurückkehrt. Der 42 Jahre alte Spanier, der von 2018 bis 2020 in Vechta sowie von 2020 bis 2022 bei den Hamburg Towers der Assistant Coach von Pedro Calles war, begleitet seinen Landsmann nicht nach Oldenburg, sondern heuert wieder bei Rasta an. „Das freut uns sehr und spricht für den Standort. Miguel hat sich in Vechta sehr wohl gefühlt, und er wollte zu uns zurück“, sagte Kersten-Thiele.

Vechta statt Oldenburg: Miguel Zapata (links) begleitet Pedro Calles nicht zu den EWE Baskets, der Co-Trainer kehrt nach 2 Jahren in Hamburg zu Rasta Vechta zurück. Foto: dpa  BockwoldtVechta statt Oldenburg: Miguel Zapata (links) begleitet Pedro Calles nicht zu den EWE Baskets, der Co-Trainer kehrt nach 2 Jahren in Hamburg zu Rasta Vechta zurück. Foto: dpa / Bockwoldt

Zapata bildet ein Co-Trainer-Duo mit Marius Graf (31), der in der vergangenen ProA-Saison erst Interimscoach und dann Co-Trainer von Lucic war. In Domenik Theodorou hat Rasta zudem einen neuen Athletikcoach. Der 36-Jährige gehörte in den letzten 7 Jahren dem Trainerstab von Johan Roijakkers an, erst bei der BG Göttingen (2015 bis 2020), dann in Bamberg (ab 2020). „Dieser Trainerstab zeigt, dass wir es ernst meinen, hier etwas Nachhaltiges aufzubauen, dass es kein Sturm im Wasserglas ist. Um Spieler entwickeln zu können, braucht man die nötige Man-Power. Und die haben wir“, erklärte Kersten-Thiele.

2. Liga ProA beschließt ein Wildcard-Verfahren

Die ProA hat unterdessen beschlossen, die freien Plätze in der von 16 auf 18 Teams aufgestockten 2. Liga per Wildcard-Verfahren zu vergeben. Ob ein oder zwei Plätze frei sind, hängt vom Wildcard-Verfahren in der BBL ab. Neu in der ProA sind BBL-Absteiger Gießen 46ers sowie die Dresden Titans und die Giants Düsseldorf als Aufsteiger aus der ProB. Die ProA teilte mit, dass sich „derzeit drei Bewerbungen für die ein bis zwei freien Teilnahmerechte in der Prüfung befinden“. Eine Entscheidung wird für Mitte Juni erwartet.

Welche Vereine Interesse an einer Wildcard angemeldet haben, teilte die Liga nicht mit. Nach OM-Medien-Informationen sind es der ProA-Absteiger Artland Dragons sowie die im ProB-Viertelfinale gescheiterten WWU Baskets Münster (ProB Nord/1.) und Baskets Koblenz (ProB Süd/2.).

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