Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Titelkämpfe vertagt – Tennis-Region hofft

Ob die OM-Meisterschaften im April steigen können, ist unklar. Sportwart Michael Bahlmann sorgt sich um die Nachwuchsförderung und die Verbundenheit der Talente zum Sport.

Artikel teilen:
Mit Freude auf den Ball dreschen: Milla Höhle vom TV Lohne bei den Regions-Jugendmeisterschaften im Januar 2019. Jetzt hoffen Organisatoren und Aktive, dass im April etwas geht. Foto: Schikora

Mit Freude auf den Ball dreschen: Milla Höhle vom TV Lohne bei den Regions-Jugendmeisterschaften im Januar 2019. Jetzt hoffen Organisatoren und Aktive, dass im April etwas geht. Foto: Schikora

Der Plan der Tennis-Region Oldenburger Münsterland im Tennisverband Niedersachsen-Bremen war, an diesem Wochenende (12. bis 14. März) ein Großevent für alle Altersklassen von der U 11 bis zur Altersklasse 55 anzubieten – als Regionsmeisterschaft. Auch als kleiner Leuchtturm für die Aktiven in der Pandemie. Doch Corona machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Die Titelkämpfe wurden inzwischen auf das Wochenende vom 9. bis 11. April verschoben. Tennisregions-Sportwart Michael Bahlmann hofft und glaubt, dass sie dann auch tatsächlich stattfinden: „Meine persönliche Meinung ist, dass wir spielen können.“

Allerdings hat der Deutsche Tennis-Bund am Sonntag gerade den nationalen Wertungs-Lockdown um drei Wochen bis zum 28. März verlängert, was Michael Bahlmann angesichts der Gesamtentwicklung und der vorliegenden Hygienekonzepte „nicht nachvollziehen kann“. Konkret bedeutet der DTB-Beschluss, dass zwar Turniere gespielt werden dürfen, aber keine offizielle Wertung erfolgt. Und ohne Wertung, so Bahlmann, würde man den großen Aufwand für die in Langförden, Emstek, Galgenmoor und Cloppenburg geplanten Titelkämpfe nicht betreiben. Also hofft man in der Tennis-Region, dass der DTB die Aussetzung der Ranglisten- und Leistungsklassenwertung nicht erneut verlängert.

Schon die Absage für den März-Termin bedeutet für die Betroffenen erheblichen Mehraufwand. Ein Beispiel: Michael Bahlmann hatte im Vorfeld zwischenzeitlich 35 Anmeldungen vorliegen; diese gelten grundsätzlich auch für den April-Termin, allerdings hätten sich fünf Aktive auch wieder abgemeldet.

Die letzte Chance auf Hallen-Meisterschaften

Der gemeinsame Termin für die Junioren, bei denen es Sachpreise gibt, Damen und Herren (Gesamtpreisgeld 500 Euro) sowie den Altersklassen ist quasi die letzte Chance auf Hallen-Meisterschaften; danach ist laut Michael Bahlmann nichts mehr möglich. Für die Jugendlichen beispielsweise ist Ende April in Lohne das große Jugend-Masters geplant. Und die Freiluft-Saison ist auch nicht mehr weit.

„Also für uns ist das schon ein Mega-Aufwand“, beschreibt Michael Bahlmann die Herkules-Aufgabe der gemeinsamen Titelkämpfe von den Jüngsten bis zu den Ältesten unter Corona-Diktat. Für die Aktiven sei aus sportlicher Sicht auch zu bedenken, dass sie seit November ohne jegliche Punktewertung für die Ranglisten dastehen würden. Auch die Mannschaften seien seitdem raus aus den Wettbewerben. „Aber“, so ergänzt der Visbeker, „am meisten leiden die Jüngsten.“ Die Jahrgänge 2012 und jünger hätten letztmals im Dezember 2019 bei Maßnahmen gespielt. „Seitdem haben wir sie nicht mehr gesehen“, sorgt sich Michael Bahlmann sowohl um die Nachwuchssichtung als auch um die weitere Verbundenheit der Talente zu ihrem Sport. Ein Loch in der Nachwuchsförderung sei da zu erwarten. Die einzigen Meisterschaften, die die Region in der Corona-Krise habe durchführen können, seien die Jugendmeisterschaften im vergangenen Sommer gewesen; die seien auch weitsichtig auf verschiedene Spielorte verteilt worden.

Für die bevorstehenden Meisterschaften gelten weiter coronabedingte Durchführungsmaßnahmen mit limitierten Kontakten. So müssen die Erwachsenen auf dem Internetportal mybigpoint.tennis.de ihre Spielorte und -zeiten ermitteln, dann anreisen, mit Mundschutz die Halle betreten und sich in die Kontrollliste eintragen, dann spielen und anschließend sofort wieder die Halle verlassen. Je nach Turnierlage erhalten sie vor Ort den nächsten Spieltermin; entweder kann draußen gewartet werden oder es geht wieder nach Hause. Beteiligt in der Tennis-OM-Region sind die Landkreise Vechta und Cloppenburg (mit hohen Inzidenzen) sowie Oldenburg-Land und Diepholz (mit geringeren Inzidenzen).

Viele andere Regionen in Niedersachsen-Bremen haben ihre Titelkämpfe abgesagt. OM bleibt dran. „Natürlich hoffen wir, dass die Inzidenzen in Vechta und Cloppenburg runtergehen. Bei 150 wird's schwer“, sagt Michael Bahlmann. Noch bleiben rund vier Wochen bis zum Turnierbeginn – und die Hoffnungen auf den DTB. Zumal DTB-Chef Dietloff von Arnim den Stufenplan für Lockerungen als „gutes Signal für den Tennissport“ bezeichnet hat – für jenen Sport also, der, individuell betrieben, in den geöffneten Hallen des Nordens längst möglich ist.

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Titelkämpfe vertagt – Tennis-Region hofft - OM online